Frohe Weihnachten!
Wie man alle Menschen satt bekommen könnte

Wer sich ein friedvolles Weihnachten wünscht, sollte bei seiner Ernährung anfangen.
Anlässlich der besinnlichsten Zeit des Jahres möchte ich Sie an folgendes erinnern:
Es gibt kein tierisches „Produkt“ ohne Tierleid.
Ich werde jetzt nicht anfangen, den Fleischkonsum in den Industrieländern zu kritisieren. Ich bin dessen überdrüssig, und zum Glück haben inzwischen fast Alle gemerkt, dass die Fleischindustrie widerwärtig ist. Tiere werden brutal gequält, Arbeitskräfte ausgebeutet und die Umwelt stark belastet.
Merkwürdig ist allerdings, dass dennoch so viele Menschen weiterhin Fleisch und Wurst auf ihrem Speiseplan stehen haben.
Ist der Grund Bequemlichkeit? Der Irrglaube, eine pflanzliche Ernährung sei teuer? Die Überzeugung, eine Mahlzeit sei mehr wert als ein Leben?
Wer als Argument gegen eine vegane Ernährung sagt: „Aber Tofu (ob wirklich alle Veganer*innen Tofu essen, ist ein anderes Thema) besteht doch aus Soja, und das kommt von weit her und der Regenwald wird dafür abgeholzt!“, der sollte nicht nur halbe Fakten kennen. Denn 75% der weltweiten Sojaernte wird als Tierfutter in der Massentierhaltungverwendet (Quelle: Albert-Schweizer-Stiftung). Es sind also nicht die tofuessenden Veganer*innen - um mich dem Klischee zu bedienen - die verantwortlich für die immer weiter fortschreitende Rodung der Regenwälder sind, sondern – Achtung – diejenigen, die tierische Produkte essen.
Dieser Raubbau an der Natur und das Eindringen in empfindliche und perfekt ausbalancierte Ökosysteme wie die Regenwälder hat globale und schwerwiegende Probleme zur Folge, zum Beispiel den Klimawandel oder Pandemien wie aktuell Covid-19.
Außerdem sind die meisten Bio-Sojaprodukte aus Sojabohnen hergestellt, welche in Europa angebaut werden (z.B. die Marke „Sojade“ bezieht ihre Sojabohnen aus Frankreich – Quelle: www.sojadebio.de).
Wer jetzt über diese Tatsachen überrascht ist, dem lege ich ans Herz, sich öfter mal genauer zu informieren. Heutzutage, wo nahezu Jeder ein Smartphone und Internetzugang hat, ist Unwissenheit eine wirklich schlechte Ausrede. Innerhalb von Sekunden findet man zu jedem Thema etliche Informationen.
So auch zur Herstellung von Klamotten und Accessoires aus Wolle oder Pelz.
Angorakaninchen und Daunengänse werden mehrmals im Jahr i.d.R. am lebendigen Leibe die Haare bzw. Federn herausgerissen, nach diesen Qualen sterben nicht wenige Tiere an einem Kälteschock. Marderhunde werden oft noch lebendig gehäutet, um ihr Fell für Mäntel oder anderes zu verwenden.
Diese Schicksale sind leider keine Einzelfälle, sondern die Regel. Nachsehen kann man das alles auf seriösen Internetseiten wie die der Tierrechtsorganisation PETA. Hat man einmal Bilder oder Videos von solchen Häutungen gesehen, fühlt man sich in seinem Kaschmirpullover nicht mehr so wohl.
Haben Sie eigentlich mitbekommen, dass Anfang November auf einer Nerz-Zuchtfarm 15 Millionen Nerze getötet wurden, weil manche der Tiere positiv auf Corona getestet wurden? (Quelle: Tagesschau Online) Fünfzehn. Millionen. Leben. Lassen Sie das mal sacken. Es ist ein einziger Wahnsinn.
Leider wissen viele Menschen nicht, dass auch eine vegetarische Ernährung nicht ohne Tierleid ist. Denn auch industriell produzierte Milchprodukte und Eier sind Gewinne einer skrupellosen Ausbeutung von Lebewesen. Dass das Vielen nicht bewusst ist, liegt vermutlich daran, dass das tatsächlich nicht immer der Fall war. Doch ebenso wenig, wie heutzutage unsere Klamotten von Mutti oder Oma gestrickt werden, so wenig kommt die konventionelle Milch aus dem Supermarkt von dem kleinen, netten Bauernhof um die Ecke. Wer glaubt, seine Milchprodukte stammen von glücklichen Kühen auf einer saftig-grünen Weide, der liegt mit dieser Bilderbuchvorstellung leider komplett daneben. Geben Sie „Milchkühe Euter“ im Internet ein, dann können Sie die Realität von Millionen Lebewesen sehen.
In unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft, in der wirklich Alles auf größtmöglichen Profit ausgerichtet ist, sind die „Nutztiere“ so extrem auf die Wünsche des Menschen hin gezüchtet, dass sie kaum noch lebensfähig sind und von Geburt an aufgrund ihres unnatürlichen Körpers an enormen Schmerzen leiden.
Würde ich nun jedes mal, wenn mir jemand entgegnet: „Aber der Mensch braucht doch Milchprodukte wegen des Calciums für seine Knochen und Zähne!“ einen Euro bekommen, so wäre ich inzwischen reich. Denken Sie doch bitte mal genauer über diese lang existierende Annahme nach. Würde die Natur, die alles Andere so perfekt eingerichtet hat, ein Lebewesen wirklich von der Muttermilch eines Anderen abhängig machen?
Der Mensch als natürlicher Fleischfresser – ja, das stimmt (ist aber keine Rechtfertigung für Massentierhaltung und damit Ausrede für Fleischkonsum). Aber die Muttermilch eines anderen Tieres trinken – auf diese perverse Idee ist nur der Mensch gekommen, kein anderes Tier macht das.
Gegen die sich hartnäckig haltende Überzeugung, der Mensch brauche Kuhmilch, spricht übrigens auch, dass viele Leute eine Laktoseintoleranz haben. Warum? Der simple Grund: Sie sind kein Kalb! Die Muttermilch einer Kuh ist nicht für Sie bestimmt, und Ihr Körper weiß das.
Statt eine laktosefreie Milch zu kaufen (der Gipfel des Irrsinns), können Sie mal zu einem natürlichen Pflanzendrink greifen. Dieser ist im Gegensatz zu industrieller Kuhmilch übrigens auch frei von Chemie. Wenn Sie das nun verwirrt, empfehle ich Ihnen, die Stichworte „Tierprodukte Schadstoffe“ im Internet einzugeben. Wie schon einmal gesagt, Recherchieren is key.
Auch Honig ist natürlich nicht für den Menschen bestimmt, sondern die „fleißigen Bienen“ sammeln ihn für ihren eigenen Nachwuchs.
Tiere sind nicht die Untergebenen des Menschen, die nur existieren, um seinen Belieben zu dienen. Tiere sind nicht auf der Welt, um vom Menschen ausgenutzt zu werden (Stichwort „Nutztiere“).
Die vegane Lebensweise ist übrigens nicht nur gegenüber Tieren die einzig Vertretbare. Auch für die Umwelt und die Menschheit ist sie besser. Der CO2-Fußabdruck einer Person lässt sich durch eine pflanzenbasierte Ernährung um 73% verkleinern (Quelle: University of Oxford).
Damit ist der Veganismus nicht nur für Tierrechtler, sondern für Alle die richtige Lebensweise. Wie wäre es, wenn Sie sich als sinnvollen Vorsatz für das kommende Jahr nehmen, vegan zu leben? Anfang 2020 hatten sich zahlreiche Menschen dazu entschieden, 30 Tage lang einen rein pflanzenbasierten Lebensstil zu pflegen – das Projekt nannte sich „Veganuary“ (siehe www.washingtonpost.com). Probieren Sie es doch auch aus! Ich bin 17 Jahre alt und lebe seit etwa zwei Jahren fast vollständig vegan. Ich bin mit dieser Entscheidung vollkommen glücklich. Ihre Gesundheit wird es Ihnen auf jeden Fall danken, denn auch aus medizinischer Sicht ist eine pflanzliche Ernährung ein Wundermittel gegen alle möglichen Beschwerden.
Inzwischen ist das vegane Produktsortiment riesig, und jedes Jahr kommen verblüffende Innovationen und unglaublich kreative Kochbücher dazu. Veganer*innen müssen heutzutage zum Glück nicht nur auf Salatblättern und Gemüsesticks herumkauen, sondern können aus einem breit gefächerten Angebot wählen.
Zum Schluss möchte ich Ihnen noch einen letzten Denkanstoß mit auf den Weg geben:
Wie kann es sein, dass wir auf der Erde jedes Jahr 56 Milliarden Nutztiere ernähren können, aber keine acht Milliarden Menschen?
Würden alle Menschen auf der Welt vegan leben, so wäre dies nicht der Fall. Dann würde Jeder satt werden, und Keiner müsste Hunger leiden. (Lesetipp: „bbc what would happen if the world suddenly went vegetarian“ im Internet eingeben!)
Ist es nicht das - ein Ende des Welthungers - was wir uns schon seit Generationen zu Weihnachten wünschen?

Autor:

Sophia Gleißner aus Eckental

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