GENAU HINGESCHAUT
Die Holzbiene – schwarzblau und wärmebedürftig
- Typisch für viele Insektenarten sind die drei Ocellen (Punktaugen) auf dem Kopf. Sie dienen nicht dem Sehen, sondern helfen bei der Orientierung.
- Foto: Walter Hufnagel
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Als dicker, schwarzer Brummer umsurrt sie die blühenden Gartenstauden: die Holzbiene. Sie zählt zur Familie der Echten Bienen und kommt in Mitteleuropa in drei Arten vor. In unserer Region findet man am häufigsten die „Große Holzbiene” (Xylocopa violacea). Den Namen hat sie von der Anlage ihrer Nistgänge in zumeist mürbem Totholz, welches sie mit Hilfe ihrer starken Mandibeln (Mundwerkzeugen) bearbeitet. Holzbienen können bis zu 28 Millimeter groß werden und sind anhand ihrer schwarzen Behaarung sowie den blau irisierenden Flügeln leicht von anderen Bienenarten, wie Hummeln, zu unterscheiden. Im Gegensatz zu diesen haben sie keinen rollbaren, langen Rüssel, sondern einen kurzen starren, der unter den Kopf geklappt werden kann.
- Im schrägen Licht der tiefstehenden Abendsonne glänzen die Flügel besonders metallisch.
- Foto: Walter Hufnagel
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Als Nektarpflanzen bevorzugt die Holzbiene Lippen- und Schmetterlingsblütler. Um auch an tiefer gelegenen Nektar zu gelangen, wird im Bedarfsfall der Blütenboden mit dem starken Saugrüssel durchstoßen (Nektarraub). Im Gegensatz zu ihren tropischen und subtropischen Verwandten fliegt die Holzbiene bei uns in nur einer Generation. Zur Fortpflanzung wird ein einzelner Gang angelegt, der in Verzweigungen, den Brutzellen, übergeht. Diese liegen hintereinander und sind durch Holzspäne, die mit einem wasserdichten Sekret überzogen sind, voneinander getrennt. Als Larvennahrung wird in jeder Zellkammer ein Paket aus Pollen, Nektar und dem Sekret aus der Kopfdrüse hinterlegt. Auf jedem dieser Vorräte wird ein einzelnes Ei abgelegt, danach wird die Brutkammer verschlossen. Die Larven entwickeln sich schnell, und bereits nach vier bis fünf Wochen verpuppen sie sich.
- Die Holzbiene (Xylocopy violacea) saugt bevorzugt an Wicken und Platterbsen.
- Foto: Walter Hufnagel
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Die nächste Generation fliegt dann noch während der warmen Jahreszeit und überwintert schließlich in kleinen Gruppen in Erdspalten oder in ihren Nestern. Ihr bedrohliches Aussehen täuscht – die Holzbiene ist völlig harmlos. Lediglich die Weibchen tragen einen Stachel, der nur im äußersten Verteidigungsfall zum Einsatz kommt. Als wärmeliebendes Insekt profitiert die Holzbiene vom Klimawandel und breitet sich auch in unserer Region zunehmend aus.
Unter dem Motto „Genau hingeschaut” findet am 14.11.26 um 18:00 in der Georg-Hänfling-Halle in Eschenau ein Multimedia Live-Vortrag des Autors statt.
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Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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