40 Jahre Wochenblatt
Das zweite Jahrzehnt: Das wochenblatt in den 90ern

Nachdem das wochenblatt bereits seit drei Jahren auch aus und für Heroldsberg berichtete, beteiligte man sich 1995 am ersten Heroldsberger Straßenfest anlässlich der (damals) neuen B2-Umgehung. Erika Böll und Brigitte Eyrich nahmen Aufträge für private Kleinanzeigen ausnahmsweise kostenfrei entgegen – die Nachfrage und der Aufwand waren enorm.
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  • Nachdem das wochenblatt bereits seit drei Jahren auch aus und für Heroldsberg berichtete, beteiligte man sich 1995 am ersten Heroldsberger Straßenfest anlässlich der (damals) neuen B2-Umgehung. Erika Böll und Brigitte Eyrich nahmen Aufträge für private Kleinanzeigen ausnahmsweise kostenfrei entgegen – die Nachfrage und der Aufwand waren enorm.
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Im Herbst 2020 feiert das wochenblatt sein 40-jähriges Bestehen. Beginnend mit der letztwöchigen Ausgabe (2020/37 vom 9.9.2020) berichtet das wochenblatt über die Entstehung und die Entwicklung des regionalen Magazins. Vergangene Woche ging es um die ersten zehn Jahre seit der Gründung durch Detlef und Elfriede Unbehaun, in dieser Ausgabe um die 1990er Jahre.

1990 wurde Deutschland zum 3. Mal Fußballweltmeister mit Bundestrainer Franz Beckenbauer (der vergangenen Freitag 75. Geburtstag feierte). Harald Schmidt etablierte die erste erfolgreiche Late-Night-Show in Deutschland. Die DVD löste die Videokassette und der Discman den Walkman ab. 1995 wurde der Online-Marktplatz eBay gegründet und 1997 gewann Jan Ullrich die Tour de France. Viele technische Neuerungen verbreiteten sich gegen Mitte des Jahrzehnts: Ab 1991 wurde das World Wide Web öffentlich nutzbar und ab 1993 populär. Zunächst revolutionierten Telefaxgeräte, dann auch Mobiltelefone, SMS-Nachrichten und E-Mails die Kommunikation zwischen Unternehmen und Behörden.

1990 – das zweite Jahrzehnt

Im zweiten Jahrzehnt der wochenblatt- Geschichte reifte die Idee, den NOVUM Verlag unter der Leitung des Juniorchefs Andreas Unbehaun in neue, größere Räume zu verlegen und den Geschäftsbereich der Werbeagentur wieder mit neuem Leben zu füllen. Schließlich lagen die Wurzeln des Unternehmens in der grafischen und werblichen Kompetenz – für diese stand und steht Andreas Unbehaun. Unterstützung fand er dabei unter anderem von Uwe Rahner, der Kommunikations-Design studierte und nach Abschluss des Studiums als Diplom-Designer (FH) Teil des inzwischen sechsköpfigen Teams wurde. Nach dem Umzug des Verlages in neue Räume im Eckenhaider Burgweg im Jahr 1992 übernahm Andreas Unbehaun die Geschäftsführung.

Die Wiederbelebung der Werbeagentur-Tätigkeit und die größeren Umfänge der wochenblatt- Ausgaben manifestierten sich nicht nur in einem erweiterten Team mit weiteren Grafikern und Mediengestaltern, sondern auch im neuen Corporate Design mit der Bezeichnung NOVUM VERLAG Atelier für Werbung.

Die neuen Räume im Burgweg boten Raum für mehr zeitgemäße, aber zunächst noch klassische Grafik-Arbeitsplätze mit Reißbrett und Reißschiene an einer hellen, breiten Fensterfront. Leuchttisch und großformatige Planschränke sowie Dunkelkammer mit Fotovergrößerer und Reprokamera sollten in diesem Jahrzehnt an diesem Standort wichtiger Teil der Ausstattung bleiben. Mit Kabelschächten für Datenleitungen im gesamten Büro waren allerdings schon in der Planung die Voraussetzungen geschaffen für die digitale Revolution, die schnell in der grafischen Branche Einzug hielten sollte.

Die besten Seiten von Eckental, Heroldsberg, Kalchreuth und Igensdorf

Noch mit einer weitgehend analogen Produktionsweise vollzog das wochenblatt einen wegweisenden Schritt: Nachdem das in Eckental begehrte und gerne gelesene Magazin zunehmend auch für die Bürger in den Nachbargemeinden Heroldsberg und Kalchreuth interessant war, entsprach man dem Wunsch vieler Anzeigenkunden und potenziellen Leser und integrierte im Herbst 1992 den bislang monatlich erscheinenden Heroldsberger Marktblick. Das wochenblatt versorgte fortan in Kooperation mit dem bisherigen Marktblick-Herausgeber Gerhard Püchner auch Heroldsberg und Kalchreuth mit wöchentlichen Informationen. Ein Highlight der Berichterstattung war 1995 das erste Heroldsberger Straßenfest anlässlich der Einweihung der ersten B2- Umgehung im wochenblatt-Land.

Im Jahr 1994 wurde man mit der Einbeziehung des Marktes Igensdorf – der 2020 „40 Jahre Markterhebung“ feiert – der historischen engen wirtschaftlichen und kulturellen Bindung zur nördlichen Nachbargemeinde gerecht.

Kein Faschingsscherz: Die erste wochenblatt-Ausgabe mit Marktblick erschien am 12.11.1992 auch in  Heroldsberg und Kalchreuth, das erste wochenblatt in Igensdorf im Juli 1994.
  • Kein Faschingsscherz: Die erste wochenblatt-Ausgabe mit Marktblick erschien am 12.11.1992 auch in Heroldsberg und Kalchreuth, das erste wochenblatt in Igensdorf im Juli 1994.
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Das Verbreitungsgebiet umfasst heute die prosperierende Entwicklungsachse entlang der B2 zwischen der Metropole Nürnberg und den Höhen der Fränkischen Schweiz mit einer Auflage von 16.400 Exemplaren. Die regionalen Nachrichten wurden mehr, dafür verzichtete man ab Anfang 1994 auf den gewohnten Abdruck des Fernsehprogramms.

Neben dem wöchentlichen Magazin entstanden im Haus NOVUM VERLAG auch interessante Publikationen wie das Special „25 Jahre Markt Eckental“ im Juli 1997.

Im Juli 1997 erschien eine Spezialausgabe zum 25-jährigen Bestehen des Marktes Eckental. Im wochenblatt wurden Fotos meist noch schwarzweiß verarbeitet – eine Ausnahme war 1997 der „größte Nagel der Welt“ in Igensdorfs Partnergemeinde St. Martin la 
Plaine.
  • Im Juli 1997 erschien eine Spezialausgabe zum 25-jährigen Bestehen des Marktes Eckental. Im wochenblatt wurden Fotos meist noch schwarzweiß verarbeitet – eine Ausnahme war 1997 der „größte Nagel der Welt“ in Igensdorfs Partnergemeinde St. Martin la
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Digitale Revolution in der grafischen Branche

Neben der publizistischen Weiterentwicklung zeichnete sich Anfang der 1990er Jahre auch ein technischer Wandel ab: Mit Desktop-Publishing (DTP) wurde die grafische Arbeit digitaler und erweiterte die Möglichkeiten, Gestaltungsideen schneller und mit weniger handwerklichen Arbeitsschritten zu realisieren. Erstmals ermöglichten marktreife Softwareprogramme für Apple-Computer, die komplexen Anforderungen von Schriftsatz, Illustration und Bildbearbeitung zu verbinden und an einem Bildschirm umzusetzen.

1992 wurden zwei Arbeitsplätze mit Apple-Macintosh-Hardware ausgestattet – der größere davon mit 16 MB Arbeitsspeicher! – sowie mit Schwarzweiß-Laserdrucker und einem ersten eigenen Scanner ergänzt. Mit den Programmen QuarkXPress (für Satz und Layout), Photoshop (für elektronische Bildverarbeitung) und FreeHand (für Illustration) konnte man nun ganze Anzeigen und Seiten komplett digital gestalten und daraus eine den technischen Standards der Druckindustrie entsprechende Druckvorlage erstellen – allerdings vorerst mithilfe externer Belichtungs-Dienstleister. Die Rechnung für die beiden DTP-Arbeitsplätze: unglaubliche 43.000 DM.

Kein repräsentativer Anblick – aber normalerweise war es hier ja auch stockdunkel. Viele Schritte der grafischen Produktion erforderten Belichtung (beziehungsweise Dunkelheit), Entwicklung, Fixierung, Wässerung und Trocknung fotochemischer Materialien in der Dunkelkammer.
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Mit der Anschaffung eines eigenen PostScript-Laserbelichters wurde 1993 die Umstellung der wochenblatt-Produktion auf DTP möglich. Ein 1999 neu angeschaffter, leistungsfähigerer PostScript-Belichter zog als technisches Herzstück der grafischen Produktion mit seinen 165 kg zur Jahrtausendwende noch mit um in den heutigen Standort in der Orchideenstraße.

Denn nach wie vor galt es, für das wochenblatt Montagabend fix und fertige Druckvorlagen in Form von separaten Folien (Filmen) für jede Druckfarbe bereitzustellen, bei denen im Haus eine letzte Kontrolle am Leuchttisch möglich war. Bis sich das transportable Datenformat PDF etablieren sollte, das die Kontrolle am Bildschirm ermöglicht, vergingen noch Jahre.

Größere Datenmengen wie Bilddaten wurden per Datenträger und Post oder mit einem im Druckgewerbe gebräuchlichen Datenprotokoll über ISDN mit bis zu 128 kbit/s ausgetauscht. Immerhin ermöglichten damals die neuen Technologien auch eine engere Kommunikation mit den Anzeigenkunden. Mit dem Anfang der 1990er Jahre eingeführten „Korrekturfax“ konnten Inserenten noch einen abschließenden Blick zur Freigabe auf das Motiv werfen, mit dem sie sich wenige Tage später Tausenden von Lesern präsentierten.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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