Gymnasium Eckental verabschiedet Schulleiter
Abschied von Rektor Eichelsbacher
- Am Pult Poetry-Slammer Felix Hufnagel, vor ihm von links Dr. Gabriele Kuen, Alexander Tritthart und Burkard Eichelsbacher, dahinter dessen Vorgänger Friedrich Arnet (2004-2018) und Dietrich Käferlein (1996-2004).
- Foto: Uwe Rahner
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Lehrer können nicht immer und überall beliebt sein, Schulleiter erst recht nicht. Sie müssen bisweilen Entscheidungen treffen, die nicht alle gut finden, und Vorgaben umsetzen, die unangenehm sein können. Und trotzdem: Manche Schulleiter werden von Schülerinnen und Schülern nicht nur respektiert und geschätzt, sondern tatsächlich auch gemocht.
Ein Abschied mit viel Herz
Burkard Eichelsbacher vom Gymnasium Eckental war so einer. Als er am vorletzten Schultag vor den Ferien in einem Festakt nach zehn Jahren am Gymnasium Eckental, acht Jahre davon als Schulleiter, verabschiedet wurde, gab es keine pflichtbewussten Würdigungen, sondern echtes Lob und ehrliche Anerkennung – nicht nur von Politikern und Kollegen, sondern vor allem auch von Schülerinnen und Schülern.
Die Achtklässlerinnen Aurelia Matros und Johanna Rust, die den Festakt nach einer Begrüßung durch die stellvertretende Schulleiterin Andrea Felser-Friedrich moderierten, erzählten von ihren Erfahrungen mit Burkard Eichelsbacher als Deutschlehrer. Sie beschrieben ihn als kreativen und nahbaren Lehrer, der in Deutsch mit den Kindern kochte und dann trainierte, passende Worte für die Arbeitsschritte zu finden. Die Mädchen lobten „seine ruhige, geduldige und verständnisvolle Art“ und darin stimmte auch Ministerialbeauftragte Dr. Gabriele Kuen mit den Schülerinnen überein. Denn auch sie würdigte in besonderem Maß „die Ruhe und unaufgeregte Bescheidenheit” des Schulleiters. Dr. Kuen, die humorvoll und feinsinnig an Burkard Eichelsbachers Begeisterung fürs Rennradfahren anknüpfte, betonte darüber hinaus, dass dieser auf seinen verschiedenen Stationen als Deutsch- und Englischlehrer in Schweinfurt, Lauf und Eckental genau wie die Radrennprofis Ausdauer und Vielseitigkeit, Teamfähigkeit und Führungsstärke bewiesen habe.
Landrat Alexander Tritthart erinnerte an „die konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit“ während der Corona-Pandemie. Dirk Reichel vom Elternbeirat und Martin Stradtner vom Förderverein lobten ebenso wie der Eckentaler Bürgermeister Sebastian Singer das herzliche und freundliche Miteinander mit dem Schulleiter, der ihrer Erfahrung nach immer offen für Kompromisse war. Lehrer Peter Falcke vom Personalrat des Gymnasiums hob hervor, dass es bei Burkard Eichelsbacher „kein von oben herab gab”, sondern dass man sich stets „wahrgenommen und ernstgenommen“ gefühlt habe. Schülersprecherin Jule Kolbenschlag beschrieb den scheidenden Schulleiter als einen Lehrer, der zuhörte, sich Zeit nahm und in die Situation hineindachte. „Das Gefühl, ernstgenommen zu werden, gibt Sicherheit und dies hat er uns vermittelt”, so die Elftklässlerin.
Der für viele sehr bewegende Festakt wurde aufgelockert durch einen Vortrag des Poetry-Slammers und ehemaligen Schülers Felix Hufnagel und viel Musik, die bekanntlich bisweilen noch mehr sagt als Worte. In den Auftritten von Unterstufenchor, Lehrerchor, Oberstufenchor und Lehrerband spiegelte sich, wie gern am Gymnasium Eckental miteinander und füreinander musiziert wird.
Burkard Eichelsbacher selbst zeigte einmal mehr, dass er auch als Schulleiter, der Verantwortung für das große Ganze trägt, stets den Einzelnen im Blick behält. Für Kolleginnen und Kollegen, Verwaltungsangestellte, Hausmeister und Reinigungskräfte fand er ebenso wie für Freunde, Familie und Wegbereiter jeweils sehr persönliche Worte des Dankes.
Am Ende der Veranstaltung resümierte Moderatorin Aurelia Matros schlicht und persönlich: „Es fällt uns sehr schwer, uns von Ihnen zu verabschieden.” Damit sprach sie wohl vielen aus dem Herzen.
Und wie wäre es denkbar, dass ein Lehrer, der mit viel Herzblut die großen und kleinen Dinge erledigte und nie vergaß, sich für die viele Arbeit anderer zu bedanken, einfach geht, ohne einen Auftrag zu hinterlassen? Natürlich legte Burkard Eichelsbacher auch ins Abschiednehmen und Loslassen eine Botschaft. Schon am Vormittag hatte er der ganzen Schulfamilie in einer Durchsage gedankt für die schönen Begegnungen und Erfahrungen, die ihm „immer Kraft, Energie und Lust zum Weitermachen” gegeben haben. Und dann brachte er auf den Punkt, was ihm als Pädagogen seine ganze Laufbahn hindurch immer wichtig gewesen war: „Bleibt auch weiterhin so offen, freundlich, interessiert und engagiert, arbeitet miteinander, nicht gegeneinander. So könnt ihr dazu beitragen, dass diese Schule so besonders bleibt, wie sie ist.”
Viele Schritte für ein gutes Miteinander ist Burkard Eichelsbacher selbst gegangen, als Lehrer und als Schulleiter.
Die Schulfamilie sagt Danke.
Margita Feldrapp
Wenig Fortschritt bei Bahn und Bad
Im Oktober 2018 wünschte sich Burkard Eichelsbacher im Interview mit dem wochenblatt eine „verlässlich und nachhaltig funktionierende Bahnverbindung” und wunderte sich, dass man „nicht intensiver über den Bau eines Hallenbades spricht”. In beiden Fällen – die er nicht zu verantworten hat – hat sich seither offensichtlich nicht viel geändert. Diese beiden Fragen werden auch seinen Nachfolger beschäftigen: Zum neuen Schuljahr wartet man auf Dr. Christian Fauser. Er ist bisher Stellvertreter der Schulleiterin am Ignaz-Kögler-Gymnasium in Landsberg am Lech.
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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