Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Tatort Wahllokal
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber am Sonntag wird der TV-Tatort bestimmt schlechte Einschaltquoten haben. Die Stichwahl wird spannender als jeder Krimi.
Der erste Wahltermin am 8. März war ja schon alles andere als langweilig. Besonders aufwändig dürfte die Auszählerei im Markt Igensdorf gewesen sein, obwohl – oder gerade weil – dort nur ein Bürgermeisterkandidat auf dem Stimmzettel stand. Edmund Ulm darf die knapp 83 Prozent als schöne Zustimmung für seine Arbeit verzeichnen. Alternativen gab es ja trotzdem: die „Sonstigen Bewerber”, die man freihändig aufschreiben konnte. Dabei wurden sage und schreibe 126 Namen auf den Stimmzettel genannt. Die allermeisten nur einmal und damit gerundet auf Null Prozent, manche auch mehrfach bis hin zu 1,7 Prozent für die „Wählerbenannte Kandidatur 34”, gefolgt von 1,6 Prozent für die „Wählerbenannte Kandidatur 6”. Zweiter Wahlsieger nach Ulm waren aber die „Ungültigen” mit fast 10 Prozent! In Heroldsberg waren dies nur 2,8 und in Eckental nur 0,9 Prozent. Haben die dort bessere Brillen oder bessere Ideen?
Ich wollte ja im Wahllokal eingangs gleich mal einen Tisch für vier Personen reservieren. Durfte ich aber nicht. Nur eine Person pro Tisch, hieß es, wie in einem typisch fränkischen Wirtshaus. Die Stimmzettel für den Kreistag hätten jedenfalls als Tischdecke locker gereicht.
So eine Wahl ist übrigens genau das Gegenteil dessen, was heutzutage als diskriminierungssensibles Bewerbungs- und Einstellungsverfahren immer moderner wird. Mit anonymen Bewerbungen und einer Auswahl nur hinsichtlich Kompetenzen und Motivation. Ohne Foto, Name, Wohnort, Alter, Familienstand und Herkunft. Ich wünsche Wahlvorschlag Nr. 01 und Wahlvorschlag Nr. 02 für Sonntag alles Gute!
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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