Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Schützenhilfe
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber gegen Österreicher kann man im Grunde nicht viel sagen. Die Dialekte vom Wiener Becken bis zum Bodensee empfinde ich als lässig-charmant. Ganz besonders lässig sind manche Tiroler im Umgang mit Schießgewehren, wie eine Meldung aus Südbayern zeigt.
Vor einer Woche kontrollierte die Bundespolizei in Bad Reichenhall einen österreichischen Reisebus, der gerade über die Grenze gekommen war. Den „geschulten Augen” der Beamten war im Vorbeifahren im Fahrgastraum ein gewehrähnlicher Gegenstand aufgefallen. Sie kontrollierten den Bus und fanden insgesamt 34 Karabiner vor. Die meisten davon wurden griffbereit transportiert, unter anderem in den Gepäckablagen sowie zwischen den Knien einzelner Reisender. Weil die waffenrechtlichen Dokumente, insbesondere Europäische Feuerwaffenpässe, nicht vorgelegt werden konnten, wurden die Gewehre sichergestellt. Das Foto erinnert ein wenig an ein Waffenlager exotischer Guerrillas.
Die rund 50 österreichischen Staatsangehörigen gehörten verschiedenen Schützenkompanien an und waren auf der Rückreise in das Tiroler Pillerseetal. Zuvor hatten sie in Salzburg am Festakt zum 70. Geburtstag vom Lackners Franz teilgenommen, dem dortigen Erzbischof. Hätten sie für den Heimweg nicht die Route über das „Kleine Deutsche Eck” gewählt und damit bayerisches Staatsgebiet befahren, wäre der bewaffnete Ausflug offenbar die normalste Sache der Welt gewesen.
Tiroler Schützen stehen traditionell für Mut und Treffsicherheit in der Landesverteidigung sowie für Heimatliebe und Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft. Wenn die lieben Rüsselbacher Schützen am 18. Juli ihr Grillfest feiern, mit Spezialitäten aus Görbitz und Kappel, ist das auch ein bisschen gebirgig – aber hoffentlich ohne Schießgewehre am Schoß.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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