24. Generationenübergreifende Lese-/Vorlesestunde: Alt für Jung - Jung für Alt
MENSCHEN FÜR MENSCHEN: mit helfender Hand und helfendem Ohr mit Herz und Verstand den Laden am Laufen halten

Menschen für Menschen-Alt für Jung-Jung für Alt
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  • Foto: Copyright: Golden Cosmos
  • hochgeladen von Annegret Schildknecht

Liebe Leser, Vorleser und liebe Zuhörer!
Herzlich willkommen zu meiner 24. digitalen Lese-/Vorlesestunde für ALLE unter dem Motto: 
ALLE MITEINANDER - ALLE FÜREINANDER - ALLE MITTENDRIN!

Spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist es uns bewusst geworden: Hauptsächlich sind es die Frauen, die den Laden am Laufen halten, weil sie hauptsächlich diejenigen sind, die in Berufen unter dem Motto „Menschen für Menschen“ mit helfenden Händen und offenen, helfenden Ohren arbeiten. Das sind zum einen die sogenannten systemrelevanten sozialen Berufe wie zum Beispiel Krankenschwester, Altenpflegerin, Sozialarbeiterin, Erzieherin, aber auch andere wie Verkäuferin, Kassiererin, Reinigungskräfte und viele andere mehr. Mit allen diesen unverzichtbaren Arbeiten, aber auch noch vielen anderen, wird das System am Laufen gehalten. Nicht zu vergessen sind auch die zumeist weiblichen Ehrenamtlichen, die zum Beispiel als Hospizbegleiterinnen beim Hospizverein, im Besuchsdienst in Krankenhäusern und in den Kirchengemeinden, in der Sozialbetreuung in den Seniorenheimen, in der Klinikseelsorge, Telefonseelsorge und an vielen anderen Brennpunkten in unserer Gesellschaft in diversen Vereinen und Institutionen engagiert mitarbeiten, wie auch in den seit der Corona-Pandemie in der Gemeinde Eckental speziell eingerichteten Hilfsangeboten "Helfende Hand" und "Helfendes Ohr mit Herz und Verstand"(Kontaktaufnahme siehe unter Hinweis).
Die Männer, die in den zuvor aufgeführten Berufen tätig sind, sollen dabei nicht vergessen werden, aber die Zahlen zeigen es deutlich: der Frauenanteil liegt in diesem Feld bei rund 80-95 % (Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin). In anderen Berufen, die auch systemrelevant sind, wie zum Beispiel Feuerwehr und Polizei, ist der Männeranteil sehr viel größer.

Ein allgemeines Beifallklatschen, Musizieren und Singen von Menschen auf den Balkonen oder am offenen Fenster und auch eine „Merci“-Schokoladenpackung werden als Anerkennung und Dankeschön gerne angenommen, wobei letzteres besonders auch als Nervennahrung angesehen und gegessen wird, und davon wird auch viel gebraucht in diesen Berufen und Arbeitsfeldern, in denen Menschen für und mit Menschen beruflich wie auch ehrenamtlich arbeiten. 

Als einer der Gründe für den hohen Frauenanteil in den zuvor genannten Berufen wird nicht nur die Neigung und das Interesse daran gesehen, sondern auch die Überlegung, dass die Möglichkeiten, später mal in Teilzeit arbeiten zu können, dabei besonders gut sind und Mädchen vielfach schon bei der Berufswahl auch daran denken, eines Tages Mutter zu sein und dann mehr für die Familie da sein zu wollen und oft zwangsläufig auch zu müssen. Und manche sind es auch gewohnt, dass die Mutter die Großmutter, den Großvater oder ein anderes Familienmitglied versorgt oder sogar zu Hause pflegt. Für diesen Lebensentwurf gibt es auch Vorbilder im familiären Umfeld, in dem im Idealfall Alt für Jung und Jung für Alt da sind, so dass sich Kinder mit entsprechenden Neigungen, Talenten und Interessen auch bei der Berufswahl an diesen Vorbildern orientieren, oft auch unbewusst.

Das eine ist die gelebte Realität in der Gegenwart wie auch Erinnerungen an selbst erlebte oder auch erzählte Ereignisse in der Vergangenheit und das andere ist die Welt der Märchen, Geschichten, Erzählungen, Gedichte, mit denen wir aufwachsen, in denen Mutter, Großmutter, Schwester und Bruder, Vater und Großvater wichtige Rollen spielen wie auch Menschen, die sich von Mensch zu Mensch für andere Menschen und für das Gute im Menschen einsetzen. 
Als Beispiel denke ich an Märchen der Brüder Grimm wie „Hänsel und Gretel“, in dem es um die Geschwisterliebe und den Zusammenhalt geht und um die Rückkehr zum reuigen Vater, an „Brüderchen und Schwesterchen“, die liebevoll miteinander umgehen und einer für den anderen sorgen und die zueinanderstehen und sich nicht verlassen. Und auch an Geschichten aus der Bibel wie „Joseph und seine Brüder“, wo am Ende der von seinen Brüdern ausgestoßene Bruder zur Familie zurückkehrt, die Brüder sich versöhnen und der Vater seinen an den Tod verloren geglaubten Sohn zurückbekommt und damit auch seinen Seelenfrieden wiederfindet oder auch an „Der verlorene Sohn“, die Geschichte, in der die bedingungslose, unverbrüchliche Liebe eines Vaters zu seinem Sohn, der ihn schwer enttäuscht hatte, thematisiert wird.

Menschen für Menschen, Alt für Jung und Jung für Alt, darum geht es auch in dem folgenden zu Herzen gehenden und nachdenklich stimmenden Märchen „Der Großvater und sein Enkel“, das ich in einer Märchensammlung der Brüder Grimm entdeckt habe:

DER GROßVATER UND SEIN ENKEL
Es war einmal ein alter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tische saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und oft floss ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau mochten das nicht mitansehen und deswegen musste sich der alte Großvater hinter den Ofen in die Ecke setzen. Sie gaben ihm sein Essen in einem irdenen Schüsselchen. Er sah betrübt nach dem Tisch, wo die Familie mit dem Kind saß, und die Augen wurden ihm nass. Einmal passierte es, dass seine zittrigen Hände das Schüsselchen nicht festhalten konnten und es fiel auf den Boden und zerbrach. Die junge Frau schimpfte, er aber sagte nichts und seufzte nur. Da kaufte sie ihm ein hölzernes Schüsselchen, aus dem er nun essen musste.

Wie der Sohn und seine Frau da so am Tisch zusammensaßen, trug der kleine Enkel von vier Jahren auf dem Fußboden kleine Holzbrettlein zusammen. "Was machst du da?" fragte ihn der Vater. Das Kind antwortete "Ich mache ein Holzschüsselchen, daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin." Da sahen sich der Mann und seine Frau eine Weile an und dann fingen sie an zu weinen. Ihnen war plötzlich bewusst geworden, wie sehr sie den Großvater gekränkt hatten und sie schämten sich. Sofort holten sie den Großvater wieder an den Tisch und ließen ihn von nun an immer mitessen und sie sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete.
(Quelle: Kinder- und Hausmärchen, Jacob und Wilhelm Grimm, 1812-15)

Menschen arbeiten für Menschen, Menschen pflegen Menschen, Menschen sorgen sich um Menschen, Menschen schätzen und lieben Menschen - all das und anderes mehr gibt es in vielen Abstufungen und Schattierungen - und es gibt von allem auch das Gegenteil.
Die vielleicht wichtigste Liebe im Leben ist, besonders wegen ihrer Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung, für die Resilienz und für vieles andere mehr, die zärtliche, fürsorgliche, alles verstehende, verzeihende und die erziehende Liebe einer Mutter zu ihrem Kind und die daraus resultierende Liebe des Kindes zur Mutter, die noch eine besondere und oft auch herausfordernde Bedeutung bekommt, wenn die Mutter alt geworden ist. Der Schriftsteller Kurt Tucholsky, 1890 bis 1935, hat seine Liebe zu seiner Mutter und seine Dankbarkeit für alles, was sie für ihn und seine Geschwister getan hat, in dem folgenden Gedicht zum Ausdruck gebracht.

Mutterns Hände
Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rübajeschobn –
un jewischt und jenäht
un jemacht und jedreht ...
alles mit deine Hände.

Hast de Milch zujedeckt,
uns Bonbongs zujesteckt
un Zeitungen ausjetragen –
hast die Hemden jezählt
und Kartoffeln jeschält ...
alles mit deine Hände.

Hast uns manches Mal
bei jroßem Skandal
auch 'n Katzenkopp jejeben.
Hast uns hochjebracht.
Wir warn Stücker acht,
sechse sind noch am Leben ….
alles mit deine Hände.
… und nun komm wir zu dir
und wir streicheln deine Hände.

Mit diesem schönen Gedicht zum Abschluss möchte ich Sie anregen zu guten Erinnerungen und zu eigenen Gedanken.
Bleiben Sie gesund und kommen Sie weiterhin gut durch diese schwere Zeit, in der es glücklicherweise viele Menschen gibt, die entsprechend dem Motto "Alt für Jung und Jung für Alt" , "Menschen für Menschen" und  "Zuhören und Helfen" ihre Unterstützung und Hilfe anbieten und gerne bereit sind, mit offenen Ohren und Empathie zuzuhören und helfend zu handeln.  

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen
Ihre/Eure Annegret Schildknecht

Hinweis: Zur vertraulichen Kontaktaufnahme mit "Helfende Hand im wochenblatt-Land" und "Helfendes Ohr mit Herz und Verstand" (Ansprechpartnerin: Annegret Schildknecht, ausgebildete ehrenamtliche Klinikseelsorgerin und Hospizbegleiterin) steht die seit der Corona-Pandemie eingerichtete zentrale Handynummer 0157-33736754 sowie die E-Mail-Adresse "helfende-hand@wochenblatt-land.de" zur Verfügung.

Hinweis:
Der Text mit den Bildern wird im Seniorenzentrum Martha-Maria zum Lesen, Vorlesen, Zuhören und Anschauen verteilt nach dem Motto  "Lesen ist schön, Vorlesen ist schöner, Zuhören ist am schönsten". 
Hinweis: Alle Beiträge zu meinen digitalen Lese- und Vorlesestunden für Jung und Alt finden Sie  hier
(bitte anklicken) und unter: https://www.wochenklick.de/tag/vorlesen
Hinweis: Das Copyright für Fotos mit der Angabe "M.Schi." liegt bei:
Dr. Manfred Schildknecht

Autor:

Annegret Schildknecht aus Eckental

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