DIGITALE LESE- UND VORLESESTUNDE FÜR JUNG, ÄLTER UND ALT
LESEN IST SCHÖN UND KUL (= COOL)!

Bücher, Bücher, Bücher: Klosterbibliothek in Waldsassen/Oberpfalz
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  • Bücher, Bücher, Bücher: Klosterbibliothek in Waldsassen/Oberpfalz
  • Foto: M.Schi.
  • hochgeladen von Annegret Schildknecht

Liebe Leser, Vorleser und Zuhörer, Jung, Älter und Alt,
und alle Interessierten mittendrin!
Herzlich willkommen zu unserer heutigen digitalen Lese- und Vorlesestunde unter meinem übergeordneten Motto:
"LESEN IST SCHÖN, VORLESEN IST SCHÖNER, ZUHÖREN IST AM SCHÖNSTEN!"

Zur Einstimmung möchte ich mit einem in meinen Präsenz-Vorlesestunden üblichen Ritual beginnen: dem Zitat eines kurzen Textes, heute von einem unbekannten Verfasser:
„Gebt uns Bücher, gebt uns Flügel, die uns in die Ferne tragen,
die uns nie Gehörtes sagen, die uns trösten, wenn wir klagen,

die uns helfen, was zu wagen, die uns lehren, neu zu fragen!“

und anschließend möchte ich mit dem gemeinsamen Singen eines DANK-Liedes fortfahren, das wir schon oft im Kindergarten, im Seniorenzentrum und auch bei anderen Gelegenheiten miteinander gesungen haben. Jeder, der gerne möchte, kann jetzt für sich singen oder auch die Melodie summen:
Danke für diesen guten Morgen, Danke für jeden neuen Tag!
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag!
Danke für alle guten Freunde, Danke, o Herr, für jedermann.
Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann.

UND JETZT GEHT’S LOS mit unserer Reise in die internationale Lesewelt!
Wir beginnen mit einem alten chinesischen Märchen:
PRINZ REISKORN

Vor langer Zeit, als die Menschen in China den Ackerbau noch nicht kannten und sich von Jagd und Fischfang ernährten, lebten zwei Prinzen.
Der ältere war ein großer Kriegsheld, der Festungen erstürmte, Länder eroberte und viele Gefangene mit nach Hause brachte. Er gefiel sich in der Rolle des gefeierten wagemutigen Helden. Das Reich, das er mit seinem Schwert schuf, bedeckte die halbe Welt, und überall wurden ihm Denkmäler aus Stein und Erz errichtet.
Der jüngere Bruder wollte von Kriegen und Eroberungen nichts wissen. Seine Liebe gehörte den Menschen und der Erde, und er lehrte die Menschen, Reis zu pflanzen und zu ernten, damit alle genug zu essen hätten.
Der ältere Bruder lachte über ihn und fragte einmal: „Wie sollen unsere Nachkommen dein Andenken ehren, wenn du als Mann keine ruhmreichen Taten vollbringst, kein Land eroberst und keine Reichtümer sammelst?“ Der jüngere Bruder antwortete: „Es genügt mir, wenn man sich an mich als den Prinz mit dem Namen "Prinz Reiskorn" erinnert.“
„Du bist ein Narr!“ rief der ältere. „Man wird dich vergessen, und das mit Recht! Wir wollen in tausend Jahren wiederkommen und nachschauen, welchen von uns beiden die Menschen dann noch kennen.“
Der jüngere Bruder war damit einverstanden und solange sie lebten vergaßen sie ihr Versprechen nicht. Als nach ihrem Tod tausend Jahre vergangen waren, trafen sich die beiden Brüder, so wie sie es zu ihren Lebzeiten verabredet hatten, wieder auf der Erde.
Liebe Kinder, wir wissen es ja Alle: das ist nur in einem Märchen möglich, aber nicht in der Wirklichkeit.
Und siehe da: das Schwert, mit dem der ältere Prinz so viele Siege errungen hatte, war verrostet und nicht mehr zu gebrauchen, sein großes Reich, das er sich erkämpft hatte, war zerfallen und kein einziges Denkmal für ihn stand mehr an den Straßen oder in den Städten.
Aber: der REIS, dessen Anbau der jüngere Bruder die Menschen gelehrt hatte, wuchs auf allen Feldern, ernährte die Menschen und verkündete mit seinem lustigen Namen „Prinz Reiskorn“ über alle Generationen hinweg den Ruhm des Prinzen, der die Menschen und die Erde liebte. 
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Hier folgen einige Informationen und Gedanken zum REIS, einem Grundnahrungsmittel in Asien, und auch zum BROT, das bei uns in Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern eine vergleichbar wichtige Rolle in der Ernährung der Menschen spielt.
REISkörner werden in ganz normaler Erde in Beeten ausgesät. Sobald die Pflanzen ein wenig aus der Erde herausragen, müssen sie einzeln mit der Hand umgepflanzt werden. Dabei kommen sie in überschwemmte Felder, die die Reisbauern künstlich unter Wasser gesetzt haben. Wenn die Reispflanzen reifen, müssen die Felder wieder entwässert werden, weil sonst das Reisgetreide verfaulen würde. Zur Ernte werden die Reisähren einzeln mit der Hand geschnitten.

Reisfeld in China

BROT aus den Getreidesorten Weizen, Gerste, Roggen und Hafer

Getreidefeld auf dem Eckerberg, Eckental

GETREIDEkörner werden auch auf Feldern ausgesät. Wenn das Getreide reif ist, wird es von den Bauern geerntet, in Getreidemühlen gebracht und dort zu Mehl  gemahlen. Aus dem Mehl und weiteren Zutaten wird BROT gebacken.
In Deutschland ist die Getreideernte wegen der besseren klimatischen Verhältnisse und anderer guten Voraussetzungen viel besser als zum Beispiel die Ernte eines Bauern in Afrika. Deshalb ist dort, wie auch in vielen anderen Ländern unserer Erde, eine eigene ausreichende Versorgung mit Nahrung nicht möglich und der Hunger ist groß. 
Um den Menschen in ihrer Not zu helfen, wurden vor gut sechzig Jahren die Hilfsorganisationen „BROT für die Welt“ der evangelischen Kirche und „Misereor“ der katholischen Kirche gegründet.
Mit dem gespendeten Geld können zum Beispiel Brunnen gebaut, landwirtschaftliche Maschinen, Tiere und Saatgut gekauft und so kann Hilfe zur Selbsthilfe für die Versorgung mit NAHRUNG FÜR DEN KÖRPER geleistet werden.
Seit der weltweiten Corona-Pandemie setzen sich die international tätigen Hilfsorganisationen auch in diesem Zusammenhang für die Ärmsten der Welt ein, und da auch besonders für die hilfsbedürftigen und schutzlosen Kinder, die meist noch schwerer als die Erwachsenen unter den negativen Auswirkungen der Pandemie zu leiden haben. 
Viele Hilfsaktionen, auch anderer gemeinnütziger Organisationen, unterstützen in besonderem Maße Bildungsmaßnahmen für Kinder, wie zum Beispiel durch den Bau und die Einrichtung von Schulen und durch die Versorgung mit Bildung durch Bücher, der NAHRUNG FÜR DEN KOPF.  Die Freude und die Dankbarkeit der mit NAHRUNG FÜR KÖRPER, GEIST UND SEELE unterstützten Kinder mit ihren Familien, denen damit die Voraussetzung für eine bessere Zukunft gegeben wird, ist sehr groß.
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Nun zum Abschluss noch eine kurze Geschichte zum Thema:
MEINE BÜCHER UND MEINE ANDEREN FREUNDE.

Es war einmal ein Mensch, es kann ein Kind oder auch ein Erwachsener sein, der war lange krank. Da seine Krankheit ansteckend war, durfte ihn niemand besuchen. Natürlich war der Kranke traurig, weil er so allein war, und ausserdem langweilte er sich. Als er sich dann eine Weile in seinem Zimmer umgesehen hatte und sein Blick dabei auf seine Bücher fiel, kam ihm ein guter Gedanke und er las ein Buch nach dem anderen. Nun langweilte er sich nicht mehr und seine Traurigkeit verschwand. Schließlich wurde er wieder gesund und die Kinder und die Erwachsenen aus der Nachbarschaft und seine Freunde und Verwandten durften ihn besuchen. Sie brachten kleine Geschenke mit und fragten: „War es nicht schrecklich so allein?“. Der gerade gesund gewordene Mensch antwortete: „Aber ich war doch gar nicht allein: Rotkäppchen, die Bremer Stadtmusikanten, die kleine Seejungfrau, der Räuber Hotzenplotz, die Regenbogenfische und viele andere gute, alte Freunde waren doch bei mir!“ Da fragten die Besucher, die die Bücher nicht kannten, ganz verwundert: „Aber wo sind sie denn jetzt, deine guten alten Freunde?“ Und der Mensch, es könnte ein Kind oder ein Erwachsener sein, lachte verschmitzt ... und dann zeigte er auf sein Bücherregal, in dem alle seine guten Freunde versammelt waren, mit denen er schon viele schöne Lesestunden verbracht hatte. Aber dann waren sich ALLE einig: Am schönsten ist es, gemeinsam mit seinen Lesefreunden zu lesen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen: im Kindergarten, in der Schule, in der Lese-AG, in den Jugendgruppen der Kirchen sowie der Städte und Gemeinden, im Seniorenheim sowie an vielen anderen Orten, denn, wie es vor einigen Jahren ein ehemaliger Schüler meiner Lese-AG so schön gesagt hat: LESEN IST SCHÖN UND COOL!
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LIEBE LESER, VORLESER UND ZUHÖRER, KLEIN UND GROSS, zum Abschluß unserer heutigen digitalen Lese- und Vorlesestunde zitiere ich hier noch ein Gedicht von der amerikanischen Schriftstellerin Joan Walsh Anglund mit dem Titel „Ein Freund“. In den Schlußzeilen heißt es: „… ein Buch kann auch dein Freund sein … und wenn du einmal denkst, du hast keine Freunde, dann musst du dich besinnen … Freunde musst du eben manchmal suchen ...“.
In diesem Sinne wünsche ich ALLEN viele BÜCHER und besonders auch viele andere FREUNDE! Und viel FREUDE miteinander, auch beim gemeinsamen Lesen, Vorlesen, Zuhören und Diskutieren. 
Bleibt/Bleiben Sie ALLE gesund und frohen Mutes in dieser schwierigen Zeit, in der sich für jeden von uns Vieles verändert hat. Unsere Sehnsucht nach einer besseren Zeit, in der dann hoffentlich auch wieder ein soziales Miteinander ohne Abstandsregeln und ohne Schutzmasken möglich ist, und die Zuversicht, dass sie kommen wird, geben wir nicht auf. 
Ade und Tschüss!
Eure/Ihre Annegret Schildknecht

Hinweis:
Meine digitalen Vorlesestunden und meine Video-Vorlesestunden für Jung und Alt und alle Interessierten als Ersatz für coronabedingt nicht mögliche Präsenz-Vorlesestunden sind  hier
(bitte anklicken)
sowie im Internet unter: www.wochenklick.de/vorlesen 
Hinweis:
Meine Beiträge kommen im Seniorenzentrum Martha-Maria durch die Sozialbetreuung und im evangelischen Kindergarten Eckenhaid durch die Erzieherinnen zum Einsatz. Außerdem sind sie auf der Homepage der Friedenskirche Eckenhaid zu finden, siehe im Internet unter: www.friedenskirche-eckenhaid.de
Hinweis:Das Copyright für Videos und Fotos mit der Angabe "M.Schi" liegt bei: Dr. Manfred Schildknecht

Autor:

Annegret Schildknecht aus Eckental

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