„Der Herzschlag von Röckenhof”
Dorferneuerung feiert 25-jähriges Bestehen
- Foto: Privat
- hochgeladen von wochenblatt - Redaktion
Mit einem festlichen Ehrenabend hat der Verein Dorferneuerung Röckenhof e.V. am 19. September sein 25-jähriges Bestehen gefeiert, gefolgt von einem rundum gelungenen öffentlichen Festsonntag.
Mitdenken – Mitreden – Mitgestalten
Rund 120 Gäste waren der Einladung zum Ehrenabend gefolgt, in der historischen Scheune lud eine Bilderausstellung zum Bewundern und Erinnern ein. Vorausgegangen war eine lange Vorbereitung. Die Arbeitsgruppe „Broschüre” traf sich seit Jahresbeginn fast wöchentlich. In der Woche vor dem Fest packten dann noch einmal viele Hände mit an.
Erster Vorstand Helmut Friedrich eröffnete den Festabend. Anschließend lauschten die Gäste der in Gedichtform verfassten Chronik von Röckenhof in fränkischer Mundart, gedichtet und vorgetragen von Gudrun Friedrich. Erster Bürgermeister und Schirmherr Otto Klaußner gratulierte zum Jubiläum und lobte das Engagement, das die Dorfgemeinschaft nachhaltig geprägt hat und Tradition mit Fortschritt verbindet.
MdL Walter Nussel war gewissermaßen der Geburtshelfer der Dorferneuerung: Vor 25 Jahren hatte er am Beispiel des Herzogenauracher Ortsteils Burgstall aufgezeigt, was eine engagierte Dorfgemeinschaft erreichen kann. Sein Fazit ein Vierteljahrhundert später: „Röckenhof ist der Beweis, wie wir Heimat sehen und was die Gemeinschaft erreichen kann.”
Die Glückwünsche des Landkreises Erlangen-Höchstadt und von Landrat Alexander Tritthart überbrachte die stellvertretende Landrätin Gabriele Klaußner, die die Geschichte der Dorferneuerung selbst miterlebt hat. Sie erinnerte an das Jahr 2001, als 20 Frauen und Männer einen Verein „zum Zwecke der Heimatpflege, der Jugend- und Seniorenarbeit” gründeten – mit dem Ziel, die Dorfchronik fortzuschreiben, historische Gebäude und das dörfliche Erscheinungsbild zu erhalten und ein Internet-Café einzurichten. Was aus diesem Verein geworden sei? „Meiner Meinung nach: der Herzschlag von Röckenhof!” Die Ziele der Gründungsurkunde habe der Verein nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen.
Viele Aktivitäten haben stattgefunden bzw. finden immer noch statt, wie z.B. die PC-Gruppe, das Seniorencafé und die Kreativgruppe, ebenso wie Sonnwendfeier, Bobbycar-Rennen, Apfelpressen und das Silvestertreffen am Dorfweiher. Mit dem Osterbrunnen und der Weihnachtskrippe wird das Ortsbild Jahr für Jahr verschönert. Mit Stolz kann der Verein auf die Renovierung des maroden Hirtenhauses zurückblicken, in die unzählige ehrenamtliche Stunden geflossen sind: „Es ist ein Schmuckstück für Röckenhof geworden” wurde von allen Rednern bestätigt. Auch dass ein Café-Team von 17 Frauen dort Woche für Woche an zwei Nachmittagen mit selbstgebackenen Kuchen das Café bewirtschaften – samt legendärem Käsekuchen, der es sogar in die Festschrift geschafft hat –, sei „eine unglaubliche Leistung für die Dorfgemeinschaft”.
Einen besonderen Dank sprach Klaußner dem Mann aus, der das Vereinsherz zum Schlagen gebracht hat: „Lieber Helmut Friedrich, ich danke dir ganz herzlich für dein überragendes ehrenamtliches Engagement und das Herzblut, das du in die Dorferneuerung Röckenhof steckst. Wenn einer das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten verdient hat, dann du.“ Röckenhof zeige, „was möglich ist, wenn man miteinander statt nebeneinander lebt“, schloss die stellvertretende Landrätin – und gab den Gästen einen Satz mit auf den Weg: „Das Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.”
Doch nicht nur das herausragende Engagement Einzelner prägte diesen besonderen Abend. Auch diejenigen, die der Dorfgemeinschaft über viele Jahre hinweg die Treue gehalten und ihre Entwicklung mitgestaltet haben, wurden gewürdigt.
Besonders geehrt wurden die Gründungsmitglieder, die die Entwicklung der Dorfgemeinschaft von Anfang an begleitet und entscheidend mitgeprägt haben. Ein herzliches Dankeschön galt außerdem den Mitgliedern, die seit 25 Jahren dabei sind, sowie allen, die sich mit besonderem oder langjährigem Engagement für die Dorfgemeinschaft einsetzen.
Zum Abschluss dankte Jürgen Kerschbaum in seiner Rede Helmut Friedrich und Gudrun Friedrich herzlich für Ihren unermüdlichen Einsatz. Als Zeichen der Anerkennung überreichte ihnen der 2. Vorsitzende Robert Jager ein von den Mitgliedern gestiftetes Geschenk. Auch die Damen vom Hirtenhaus-Café ließen es sich nicht nehmen, ihre Wertschätzung mit einem Geschenk zum Ausdruck zu bringen.
Danach wurde – wie es sich für Röckenhof gehört – noch ausgiebig gefeiert.
Ein Festtag voller Gemeinschaft, Musik und Rennfieber
Den feierlichen Auftakt zum Festsonntag bildete ein Festgottesdienst in der Scheune, den Pfarrer Christoph Thiele und Pastoralreferentin Anna-Karina Weiß gemeinsam gestalteten. Für einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen sorgte die Chorgemeinschaft Röckenhof und Groß-/Kleingeschaidt, tatkräftig unterstützt von der Weißenoher Blaskapelle. Beim Weißwurstfrühschoppen kamen Jung und Alt in der Scheune zusammen, während die Weißenoher Blaskapelle mit zünftiger Musik für beste Laune sorgte.
90 Bobbycar-Rennfahrerinnen und Rennfahrer
Am Nachmittag stand dann das große Highlight für die kleinen und großen Rennfahrer auf dem Programm: das Bobbycar-Rennen. Die neu gestaltete Strecke hielt so manche neue Herausforderung bereit. Mit dem Startschuss begann ein spannender Wettkampf, bei dem rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in etwa 410 Renndurchläufen um Bestzeiten kämpften. Wer gerade nicht auf der Piste unterwegs war, konnte sich an der Scheune ein buntes Kindertattoo aussuchen. Bei der anschließenden Preisverleihung wurden die strahlenden Siegerinnen und Sieger gebührend geehrt.
Altersklasse 3–5 Jahre
Theo K.: 17,23 s (22,3 km/h)
Felix F.: 21,44 s (10,6 km/h)
Silas S.: 22,79 s (8,9 km/h)
Altersklasse 6–10 Jahre
Leo F.: 16,06 s (20,3 km/h)
Sarah Z.: 17,29 s (16,3 km/h)
Emilian S.: 18,60 s (11,8 km/h)
Altersklasse 11–16 Jahre
Katharina S.: 16,00 s (18,6 km/h)
Tristan M.: 16,17 s (13,8 km/h)
Felix R.: 16,28 s (20,6 km/h)
Altersklasse ab 17 Jahre
Florian R.: 14,94 s (21,0 km/h)
Reiner S.: 15,00 s (22,4 km/h)
Daniela S.: 15,38 s (24,5 km/h)
Auch das Wetter hielt noch eine kleine Herausforderung bereit: Die Heuballen konnten zum Glück noch rechtzeitig vor dem Regen weggeräumt werden. Mit der Reinigung der Strecke wurde bereits im Regen begonnen, am folgenden Tag war dann alles wieder sauber.
Ein Fest für Naschkatzen: Das Kuchenbuffet
Ein besonderer Anziehungspunkt war das Kuchenbuffet. Mit Liebe und Hingabe wurden Kuchen, köstliche Küchle und prachtvolle Torten gebacken, die nicht nur herrlich schmeckten, sondern auch ein echter Augenschmaus waren. Wer es lieber herzhaft mochte, kam am Grill auf seine Kosten: Dort sorgte Jürgen den ganzen Nachmittag über für knusprig gebratene Würstchen und versorgte hungrige Rennfahrer und Zuschauer bestens. Einen farbenfrohen Abschluss bildete der Luftballon-Weitflugwettbewerb, bei dem zahlreiche Ballons an der Scheune in den Himmel stiegen.
Ein großes Dankeschön richtet die Dorfgemeinschaft Röckenhof an alle Helferinnen und Helfer, die dieses Fest erst möglich gemacht haben, sowie an die Gemeinde Kalchreuth, den Kalchreuther Bäcker und Siggi Klaußner für deren Unterstützung sowie an die Firma BIG für die tollen Sachpreise.
Die Organisatoren freuen sich schon jetzt auf das Herbstfest und Bobbycar-Rennen im nächsten Jahr – und hoffen wieder auf so viel Begeisterung und gute Stimmung!
www.roeckenhof.de
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.