Leserbrief zur Ampelsituation in Forth
Das Ampel-Gehampel
Seit einiger Zeit wird in Forth über die Einführung von Tempo 30 auf der „Forther Hauptstraße“ diskutiert. Bisher scheiterte dies am erkennbaren Willen der Gemeinde. In den Kommentaren eines Instragram-Posts äußerte sich einer unserer Bürgermeisterkandidaten sogar ganz absurd und behauptete, man müsse erst die Umgehungsstraße bauen, bevor man die Zone 30 im Ort angehen könne. Dabei hat sich die Rechtslage unlängst verändert, sodass Tempo 30 auch auf Bundesstraßenebene ohne größere Hürden möglich wäre.
Seit dem schneebedingten Stromausfall ist die Fußgängerampel an der Hauptstraße defekt. Plötzlich war es überhaupt kein Problem, einen Abschnitt um die defekte Ampel zur Tempo-30-Zone zu erklären. Wie soll das ein Bürger verstehen? Geht es doch? Ist es an die Situation gekoppelt?
Der tägliche Weg für Kinder, Senioren und Fußgänger des südlichen Ortsteiles ist durch das Fehlen einer sicheren Bahnüberquerung und Engstellen in der Kurt-Schumacher-Straße ohnehin problematisch. Die Gemeinde genehmigt zwar Siedlungen und Seniorenheime, sieht sich aber scheinbar nicht dafür zuständig, einen sicheren Weg in den Ortskern zu Bäcker, Eisdiele, Schreibwarenladen, Kindergärten und Schulen zu ermöglichen. Hier wurde eindeutig etwas nicht zu Ende gedacht!
Einer älteren, seit Jahren engagierten Schülerlotsin, die bei jedem Wetter frühmorgens zu ihrem Dienst antritt, fuhr ein Auto neulich fast über die Füße. Wäre hier wirklich etwas passiert, hätte das ernstere Verletzungen zur Folge gehabt. Vermutlich muss aber erst jemand zu Schaden kommen, bevor die Verantwortlichen die Brisanz der Situation erkennen.
Wie kann es sein, dass die Reparatur einer so essentiell wichtigen Ampel so lange dauert? Informationen zufolge gibt es hier wohl Uneinigkeit bezüglich der Zuständigkeit. Und der Auftrag zur Reparatur muss wohl erst ausgeschrieben werden. Wäre es nicht so ernst, würde ich hier einen Schildbürgerstreich oder verfrühten Aprilscherz vermuten. Scheitert eine zeitnahe Reparatur etwa an der deutschen Bürokratie?
Wenn es irgendjemandem in der Zuständigkeitskette mit der Sicherheit unserer Mitbürger ernst wäre, hätte man hier schon längst eine Leihampel aufstellen können. Bei Baustellen ist dies doch auch möglich! Oder hätte hier etwa das Genehmigungsverfahren länger gedauert als die Ausschreibung zur Reparatur? Hier ist Gefahr im Verzug! Die Tempo-30-Schilder wird leider von den wenigsten Verkehrsteilnehmern beachtet. Im Gegenteil – hält man sich an die vorgegebenen 30 km/h, gibt es immer wieder Drängler, die sehr dicht auffahren und schließlich riskant überholen.
Wäre es nicht dringend nötig, einen ernsthaften Versuch zu starten, die Hauptstraße auf Tempo 30 zu begrenzen oder wenigstens vorübergehend eine Leihampel aufzustellen?
Wer auch immer die Bürgermeister-Stichwahl gewinnen wird – die zeitnahe Lösung dieses Problems wäre ein Beweis, dass man sich seiner Wahl würdig zeigt! Der Dank vieler Bürger wäre hierfür nachhaltiger als für kostenlose Bratwürstchen oder 1€-Döner!
Autor:Christian Schad aus Eckental |
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