Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Wenn ich’s nicht vergesse
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber bis gerade eben war ich mir noch sicher zu wissen, was ich heute schreiben will. Ich hatte mir was zurechtgelegt. Aber was?
Aha!, rufen Sie jetzt, da hat einer die ersten Symptome von Demenz. Doch diese ist ein ernstes Krankheitsbild – das gelegentliche Vergessen im Alltag dagegen erfüllt sogar eine Schutzfunktion. Es schützt uns vor einer Informationsüberlastung. Das ist umso wichtiger, je mehr Informationen auf uns einprasseln.
Alleine die Push-Nachrichten aus dem Handy lenken ständig ab von dem, was gerade zu denken wäre. Oder E-Mails – die kommen sogar vom E-Auto, hab ich gehört. Startet man den Ladevorgang, kommt eine Mail, dass der Ladevorgang gestartet wurde. Zieht man den Stecker, kommt eine Mail, dass der Stecker gezogen wurde. Kann man bestimmt abschalten – wenn mal mal dran denkt.
Sogar der Nikolaus vergisst mal was. Vor einem halben Jahr erlebte ich einen Ehrenamtlichen, der vor lauter Verzückung über das Christkind vergessen hatte, den Sack mit den guten Gaben mitzubringen.
Ein Bekannter hat sich neulich gegen FSME impfen lassen. Den Termin hat er nicht vergessen – aber den Impfpass. Wenn er es sich recht überlege, erzählt er, habe er sein ganzes Erwachsenenleben lang schon immer den Impfpass vergessen. Früher gab es dann manchmal Ersatz-Kärtchen oder einen neuen Ausweis, dadurch hat er ein ganzes Sammelsurium von Impfbüchlein. Heute reicht er den Impfpass dann halt nach – wenn man es nicht vergisst.
Ich selber habe im Impfbuch einen Eintrag von einem Dr. Alzheimer. Der war aber nur ein entfernter Verwandter des berühmten unterfränkischen Dr. Alois Alzheimer, nach dem die schlimme progrediente Demenz benannt ist. Eine Information, die Sie jetzt getrost wieder vergessen können.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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