Leserbrief
Lebensqualität in Eckental – Wenn Landluft zur Belastung wird
- hochgeladen von wochenblatt - Redaktion
Als Bürgerin, die seit 21 Jahren in Eckental lebt und davor ebenfalls stets im ländlichen Raum verwurzelt war, schätze ich das Miteinander von Ort und Landwirtschaft sehr. Ich kenne den normalen Rhythmus der Natur. Doch was wir in den letzten Jahren erleben, hat eine neue, besorgniserregende Dimension erreicht.
Die Häufigkeit und die Intensität der Gülleausbringung haben ein Ausmaß angenommen, das die Lebensqualität in unserer Gemeinde erheblich einschränkt. Spaziergänge dienen nicht mehr der Erholung, sondern werden zum Ärgernis. Wäsche kann im Freien nicht mehr getrocknet werden, und das Lüften der Wohnräume wird unmöglich, da die Luft über Tage hinweg massiv belastet bleibt. Besonders auffällig ist, dass die Gülle oft bei strahlendem Sonnenschein ausgebracht wird, was dazu führt, dass sie eher verdunstet als im Boden zu versickern – zum Nachteil der Anwohner und der Umwelt.
Mir geht es nicht darum, unsere Landwirte anzugreifen oder deren Arbeit zu diskreditieren. Es geht um ein verträgliches Maß. In vielen Gesprächen mit Nachbarn und Bekannten habe ich erfahren, dass ich mit dieser Wahrnehmung keineswegs allein bin; die Planung einer Bürgerinitiative zeigt, wie groß der Leidensdruck mittlerweile ist. Neben dem Geruch treibt uns die Sorge um die Biodiversität und den Artenschutz um. Unsere Wiesen sind durch die intensive Düngung bereits sichtlich angegriffen. Wenn wir Eckental als lebenswerten Wohnort erhalten wollen, müssen wir einen Weg finden, der die Landwirtschaft ermöglicht, ohne die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürger sowie unsere Natur dauerhaft zu schädigen.
Kristin Ann Eilers
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.