Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Fahren oder Nichtfahren
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber „Die Zukunft der Bahn in Bayern ist elektrisch!” Das verkündet zumindest der Bayerische Verkehrsminister: „In Nordbayern wollen wir den Dieselbetrieb bis 2040 beenden und alle Linien auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge umstellen.” Der Freistaat investiert 60 Millionen Euro in diese Planungen. Allerdings: Es geht um Strecken von Oberkotzau bis Furth im Wald – doch kein Wort von unserer Gräfenbergbahn. Die macht uns aber ganz andere Sorgen – es fehlt an stabilen Gleisen und einem funktionierenden Stellwerk. Letzten Endes ist es doch so: Wenn eine Bahn nicht fährt, dann ist es mir egal, ob sie mit Diesel- oder mit Elektroantrieb nicht fährt.
Ein Rätsel ist für mich auch Gejubel um das autonome Fahren im Auto. Was wir brauchen im Individualverkehr, ist doch ein bezahlbares, umwelt- und klimaschonendes sowie praktisches Fortbewegungsmittel. Ob das Fahrzeug dann auch noch für mich vorne rausschaut und steuert, halte ich für zweitrangig. Aber in die Forschung zur Automatisierung werden Unsummen investiert, ohne die drei anderen Kriterien gelöst zu haben. Eine glatte Themaverfehlung.
Bestimmt arbeiten hochdotierte Fachleute schon mit Hochdruck und Fördermitteln an Hightech-Lösungen, die alles verbinden: Elektrisch betriebene und KI-gesteuerte Fahrzeuge, die ganz viel können – aber nicht fahren. Die Schienenfahrzeuge bleiben mangels Gleisen stehen, wo sie sind, die Autos kann niemand mehr bezahlen oder gar wieder in Gang setzen, wenn eine Fehlermeldung das System irritiert. Die hochmodernen Nichtfahrzeuge werden das Unfallrisiko sowie den Schadstoffausstoß statistisch sensationell reduzieren. Dann wären auch die altmodisch-analogen Widrigkeiten wie Schnee oder gefrierender Regen endlich überwunden.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.