Parkende Autos sorgen für Platzprobleme in Eckental

Viel Verkehr: Nicht nur rund um die St. Anna-Kirche geht es eng zu, wenn Autos auf der Straße geparkt werden.
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Der Platz, den parkende Autos im öffentlichen Raum beanspruchen, beschäftigt nicht nur die Städte und die Gemeinde Kalchreuth als stark frequentiertes Ausflugsziel (siehe auch Seite 14). Auch in Eckental machen Bürger und Gemeinderäte auf offene Fragen aufmerksam.

Postfahrzeuge in der Schulstraße parken gemäß Absprache

Ein wochenblatt-Leser fragt in einer Zuschrift, warum in der Schulstraße nahe der Mittelschule etwa 12 Parkplätze für die Öffentlichkeit gesperrt und für Postfahrzeuge markiert sind. Ob es angebracht und berechtigt sei, einem Unternehmen exklusiv öffentlich gewidmete und aus Steuergeldern finanzierte Parkplätze zur Verfügung zu stellen, an denen möglicherweise auch andere Gewerbetreibende Interesse hätten, und wofür ein eventuelles Entgelt verwendet wird.

Auf Nachfrage der Redaktion hat Bürgermeisterin Ilse Dölle erläutert, dass der Post durchaus eine Reihe von exklusiven Parkplätzen zusteht. Im Rahmen der Anmietung der Immobilie „Im Zentrum 2“, die jahrzehntelang auch Postfiliale war und nach wie vor als Verteilzentrum mit Abholstation genutzt wird, wurden der Post auch Parkplätze zugesichert. Diese befanden sich lange Zeit entlang der Straße, gegenüber von Apotheke und Zahnarztpraxis. Um hier mehr öffentlichen Parkraum zu ermöglichen, wurde zwischen Gemeinde und Post einvernehmlich vereinbart, dass die Post statt dessen Stellplätze einiger Entfernung in der Schulstraße nutzt – ein Entgegenkommen des Unternehmens im Sinne aller Beteiligter, so die Bürgermeisterin. Und auch keine Dauerlösung, weil das Verteilzentrum im Sommer an einen neuen Standort neben dem gemeinsamen Bauhof von Igensdorf und Weißenohe verlegt wird.

(Nicht nur) Forther Verkehrsprobleme

Auf Verkehrsprobleme speziell in Forth, die sich ähnlich aber ausdrücklich auch in anderen Ortsteilen zeigen, wollen die Forther Marktgemeinderäte Martin Hofmann, Reinhard Zeiß (beide CSU) und Sebastian Singer (JU) in einem Schreiben an das wochenblatt und an die Bürgermeisterin aufmerksam machen. Sie schlagen nicht nur kommunalpolitische Maßnahmen vor, sondern appellieren „völlig wertneutral“ an das Verantwortungsbewusstsein und das Verständnis aller als Grundstückseigentümer, Anwohner und Verkehrsteilnehmer betroffenen.

Konkret nennen sie den Bereich um die evangelische Kirche St. Anna, wo verschiedenartige Parknutzung den Verkehr unübersichtlich macht, oder die Martin-Luther- Straße, wo Dauerparker die Parkplatzknappheit verstärken. In der Konrad-Adenauer-Straße fehlen ausreichend Stellplätze für den regen Patientenverkehr der Arztpraxen. Wenn Parkplatzsuchende, denen dies möglich ist, öffentliche Flächen in wenigen Metern Entfernung nutzen und ein paar Schritte zu Fuß gehen würden, könnte dies die Situation entlasten.

In der Jahnstraße habe wegen der privaten Nutzung öffentlicher Verkehrsräume als Parkplatz vor einiger Zeit sogar ein Feuerwehrfahrzeug im Einsatz zurückstoßen müssen. Dass eine in Privatbesitz befindliche Fläche, die bisher wie ein öffentlicher Parkplatz genutzt wurde, inzwischen umzäunt ist hat das Problem verschärft. Dabei sei die Maßnahme absolut nachzuvollziehen, weil hier abgestellte Fahrzeuge ohne Zulassung für die Eigentümer immer wieder Klärungsbedarf mit Polizei und Behörden verursacht hätten.

Verkehrsrechtliche Maßnahmen wie Einbahnstraßen oder Halteverbote sollten nur die letzten Maßnahmen sein. Statt dessen wird vorgeschlagen, Kurzparkzonen auszuweisen, die kommunale Verkehrsüberwachung zu verstärken und weitere öffentliche Parkflächen zu schaffen, etwa an der Turnhalle. Vor allem aber müsse man die baurechtliche Verpflichtung, Stellplätze auf Privatgrund zu schaffen, durchsetzen – und darauf drängen, dass diese Stellplätze auch wie vorgesehen für Fahrzeuge genutzt werden.

Ein Fall für professionelle Verkehrsplaner

Die genannten Probleme mit der Stellplatz-Knappheit sind der Bürgermeisterin Ilse Dölle bekannt, erläutert sie. Allerdings habe die Verwaltung in vielen Fällen leider keine Handhabe, um einfache Lösungen zu bewirken. Naheliegenden schnellen Ideen stehen auf den zweiten Blick oft gegensätzliche Anforderungen gegenüber.

Allerdings ist die Verwaltung keinesfalls untätig, so die Bürgermeisterin: An der St. Anna-Kirche sind erste Maßnahmen bereits in Arbeit und in der Konrad-Adenauer-Straße ist man im Gespräch mit den Arztpraxen. Die kommunale Verkehrsüberwachung ist bereits eingeführt, für den fließenden Verkehr mit Geschwindigkeitsmessungen in ganz Eckental, für den ruhenden Verkehr mit Parkkontrollen bisher schwerpunktmäßig in Eschenau. Mehr Präsenz in Forth sei aber bereits vorgesehen.

Die Verwaltung arbeite auch sehr gut mit der Polizei zusammen, die der Verwaltung hilfreiche Hinweise gibt. Zusätzlich will die Bürgermeisterin die Expertise ausgewiesener Fachleute nutzen: Aktuell habe man professionelle Verkehrsplaner angefragt. Deren Beauftragung wird dann gemeinsam im Gemeinderat besprochen.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Unabhängig davon unterstützt Ilse Dölle den Aufruf, verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll zu handeln, denn dann könnte man sich viele Kontrollen ersparen. Man sollte die privaten Stellflächen nutzen und damit die Straßen entlasten, mit Rücksicht auf andere parken und bei engen Verhältnissen auch einmal in Kauf nehmen, dass man etwas rangieren muss.

Die Bürgermeisterin erweitert den Appell aber auch um die Sauberkeit im öffentlichen Raum, der nicht nur am Eschenauer „Kreisel“ immer rücksichtsloser „vermüllt“ werde. Wobei sich ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger an die Regeln hält, betont sie mit der Hoffnung, dass das gute Beispiel Schule macht.

Viel Verkehr: Nicht nur rund um die St. Anna-Kirche geht es eng zu, wenn Autos auf der Straße geparkt werden.
Weil sich die Polizei bei illegal abgestellten Fahrzeugen ohne Zulassung immer zunächst an den Grundstückseigentümer wendet, wurde diese Fläche eingezäunt und fällt als Parkmöglichkeit aus.
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wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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