Erlebnisbericht von Udo Dölle
Wie der Felsen auf den Eckenberg kam
- Vor wenigen Tagen am Felsen aus Dolomitstein, der per LKW auf den Eckenberg kam: Udo Dölle wird im Februar 90 Jahre jung. Als landwirtschaftlicher Meister war er beruflich jahrelang Bauhofleiter und Personalratsvorsitzender des Marktes Eckental sowie ehrenamtlich unter anderem im Gemeinderat als Ortssprecher für Oedhof, Benzendorf und Illhof sowie als Kreisrat im Kreistag ERH.
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Es war um das Jahr 1975, als mein Chef, der Bauamtsleiter des Marktes Eckental und frühere Bürgermeister von Eschenau, Herr Georg Beck, meinte, dass sich ein Felsen auf dem Eckenberg für die ganze Landschaft sehr schön machen würde. Er erzählte mir, dass er am vergangenen Wochenende in der Fränkischen Schweiz zwischen Affalterthal und Egloffstein spazieren war und dort einen großen Felsen entdeckt hatte, der gut auf den Eckenberg passen würde. Er sagte zu mir: „Wenn du den Felsen von dort oben zu uns auf den Eckenberg bringen lassen könntest, spendiere ich 20 Kästen Bier.”
Das war Anreiz genug für mich, um mich am Wochenende darauf auf die Suche nach dem Felsen zu machen. Nach seiner mehr oder weniger vagen Wegbeschreibung habe ich ihn im Wald in der Nähe von Affalterthal entdeckt. Zu Hilfe kam mir, dass meine Großmutter aus Affalterthal und mein Großvater aus Egloffstein waren. Während des Zweiten Weltkrieges verbrachte ich als kleiner Junge oft längere Zeit in Affalterthal und kannte mich deshalb da droben ganz gut aus.
Unterstützung von vielen Seiten
- Nach getaner Arbeit folgte eine kleine Feier: Franz Zipko, Horst Sperber, Udo Dölle mit Fahne, Hans Schleifer mit Trompete sowie eine der beiden Spaziergängerinnen – die andere machte das Foto. Nicht im Bild ist Otto Müller, der gerade zuhause Wurstdosen für die anstehende Brotzeit holte.
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Aber wieder zurück zu unserem Felsen: Als ich ihn entdeckte, fiel mir auf, dass dort in einiger Entfernung die Firma Mennecke aus Nürnberg mit Wasserleitungsarbeiten beschäftigt war. Da wir beim Zweckverband zur Wasserversorgung der Schwabachgruppe auch mit dieser Firma zusammenarbeiteten, fragte ich den leitenden Tiefbauingenieur, Herrn Wolf, ob es möglich wäre, einen Findling in der Nähe seiner Baustelle in der Fränkischen mit seinem großen Hydraulikbagger auf einen Lastwagen zu heben. Er bekommt von mir fünf Kästen Bier für seine Bauarbeiter. Er stimmte sofort zu.
Danach ging ich nach Eckenhaid zum Bauunternehmen Ziegler und fragte Herrn Ziegler, ob er mir nach Feierabend seinen großen Dreiachser-Lkw samt Fahrer leihen würde, um einen Findling in der Nähe von Affalterthal auf den Eckenberg zu transportieren. Als Gegenleistung bekommt er von mir für seine Arbeiter fünf Kästen Bier. Auch er war einverstanden.
Nach einigen Tagen fuhren der Lkw-Fahrer Franz Zipko aus Eckenhaid und ich abends zur Baustelle in der Fränkischen. Dort lief alles wie ausgemacht. Als der Felsen auf dem Lkw war, gab ich dem Baggerfahrer die fünf Kästen Bier, die wir mit dem Lkw mitgebracht hatten.
Auf dem Eckenberg angekommen, warteten schon zwei Mitarbeiter vom gemeindlichen Bauhof auf uns, um, wenn nötig, mit der Schaufel eine kleine Mulde auszuheben. Der Franz ließ den Felsen langsam vom Lkw rutschen, und dort, wo er hinfiel, liegt er heute noch.
Als wir alle den schweren Brocken begutachtet hatten, kam einer auf die Idee, dass das eigentlich gefeiert werden müsste. Daraufhin fuhren die Eckenhaider Bauarbeiter heim, um Proviant zu holen: Der Müller Otto holte Wurstdosen, der Schleifers Hans einen Laib Brot und etwas Besteck. Bier hatten wir ja in Hülle und Fülle. Es gab eine richtige fränkische Brotzeit. Da kamen zwei Forther Spaziergängerinnen vorbei und ließen sich nicht zweimal bitten, mit uns zu essen und zu trinken. Eine von ihnen machte dann das Foto.
Nach getaner Arbeit bekam der Franz Zipko noch seine versprochenen fünf Kästen Bier von mir für seine Kollegen. Der Felsen liegt nun schon seit einigen Jahrzehnten auf dem Eckenberg und schaut sich die schöne Gegend um sich herum an – vielleicht noch weitere Jahrzehnte.
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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