Brandbrief der Landräte zur Gräfenbergbahn
„Nicht länger hinnehmbar“
- Die Schiene macht Probleme: Für ein neues Elektronisches Stellwerk fehlen die Mittel. Vor vier Jahren wurde die Bahnbrücke über die Kohlengasse in Heroldsberg für 2,8 Mio. Euro erneuert.
- Foto: Uwe Rahner
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Den „dringenden Handlungsdruck bei der Gräfenbergbahn“ machen Nürnbergs OB Marcus König, die Landräte Alexander Tritthart (ERH) und Hanngörg Zimmermann (Kreis Forchheim) sowie Andreas Mäder (Geschäftsführer Verkehrsverbund Großraum Nürnberg VGN) in einem gemeinsamen Schreiben an Dr. Philipp Nagl, den Vorstandsvorsitzender DB InfraGO AG deutlich.
Das Schreiben ging auch an das Bundesverkehrsministerium, an das bayerische Verkehrs- und das Kultusministerium sowie an sämtliche Bundes- und Landtagsabgeordnete der Region. Konkret geht es um die aktuelle Betriebsqualität und Finanzierung des dringend notwendigen Stellwerk-Neubaus.
Wichtige Bahnverbindung für die gesamte Region
Eindringlich beschreiben die Unterzeichner die Gräfenbergbahn von Nürnberg Nordost bis Gräfenberg als sehr wichtige Bahnstrecke für Pendler und Schüler, aber auch für touristischen Verkehr zwischen Nürnberg und der Fränkischen Schweiz. Als „Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in diesem Raum“ ist die Bahn fester Bestandteil der kommunalen Nahverkehrskonzepte.
Die Qualität auf dieser Strecke lasse sich jedoch mittlerweile nur noch als katastrophal bezeichnen – ein Umstand, der wochenblatt-Lesern hinlänglich bekannt ist. Die schlechte Betriebsqualität beeinträchtigt mittlerweile einen geregelten Schulbetrieb in weiterführenden Schulen, Berufstätige erreichen ihre Arbeitsstätten zu spät oder gar nicht.
Eine grundlegende Sanierung der Infrastruktur sei unausweichlich, die erhaltenden Maßnahmen in den letzten 20 Jahren reichten nicht aus, heißt es in dem Schreiben Die in einem „Fünf-Stufen-Plan“ vor fast zehn Jahren vorgestellten Zeitpläne würden nicht eingehalten, es fehle die Zusage, die nächsten Stufen anzugehen.
Eine nachhaltige Lösung sei laut DB InfraGO nur mit einem neuen Stellwerk möglich. Finanzielle Mittel für dessen erste Planungsphasen seien bereitgestellt worden, ein Projektteam arbeite bereits daran – jedoch seien bisher noch keine Finanzmittel für den Bau eines neuen Stellwerks absehbar.
Katastrophale Betriebsqualität nicht mehr zu vermitteln
Der Bevölkerung sei nicht mehr zu vermitteln, warum solch eine katastrophale Betriebsqualität nicht zeitnah durch geeignete Maßnahmen verbessert werden kann. Vielmehr sehe man die Gefahr einer weiteren Verschlechterung durch veraltete Technik.Der zuletzt genannte Zeitplan für den Abschluss der Genehmigungsplanung bis 2029 und damit die frühestmögliche Inbetriebnahme 2030 sei nicht ambitioniert genug, zudem sei für die Umsetzung bisher keine Finanzierung in Sicht. Man bitte inständig, Lösungen für eine nachhaltige Qualitätsverbesserung aufzuzeigen und auch energisch zu verfolgen.
Tritthart: Nicht mehr länger warten!
Auf Nachfrage der wochenblatt-Redaktion unterstreicht Landrat Alexander Tritthart diese Bitte – und formuliert sie eher als eine Forderung: „Die aktuelle Situation auf der Gräfenbergbahn ist nicht länger hinnehmbar. Mit unserem gemeinsamen Brandbrief haben wir deshalb gegenüber der Deutschen Bahn deutlich gemacht: Es braucht jetzt konkrete Lösungen, eine gesicherte Finanzierung für das neue Stellwerk und einen ambitionierteren Zeitplan. Die Menschen in unserer Region können nicht mehr länger auf eine verlässliche Bahn warten.“
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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