Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Seelische Erhebung
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber gleich die ersten Meldungen des neuen Jahres brachten mich schon wieder aus dem Tritt: Der Tag der Deutschen Einheit und der zweite Weihnachtsfeiertag fallen 2026 auf einen Samstag. Somit sind sie zwar arbeitsfrei – aber eben nicht zusätzlich zu den freien Wochenenden. In Thüringen trifft es die Menschen noch schlimmer: Der Reformationstag fällt auch auf einen Samstag und der Weltkindertag am 20. September – dort auch ein gesetzlicher Feiertag – auf einen Sonntag.
Weil Beschäftigte in Deutschland 2026 durchschnittlich 2,4 Arbeitstage mehr haben als 2025, fordern manche einen Ausgleich mit „Ersatzfeiertagen” unter der Woche, so wie bei den Briten.
Meine persönliche Meinung dazu tut nichts zur Sache, aber solche Ansinnen werfen weitere Fragen auf. Kann man an einem Samstag nicht so feierlich Weihnachten feiern wie an einem Mittwoch? Wenn in einem Jahr überdurchschnittlich viele Feiertage auf Arbeitstage fallen – wird dann im Gegenzug nachgearbeitet? Und was sagen zum Beispiel Pflegekräfte, ärztliches Klinikpersonal und Polizisten zur Arbeit an gesetzlichen Feiertagen?
Diese sollen wie der Sonntag der seelischen Erhebung der Arbeitnehmer dienen. Wenn‘s heuer am 1. Mai in Strömen regnet – ersetzt mir dann irgendwer meine seelische Erhebung? Ein lieber Freund erzählte mir nach seinen Weihnachtsfeiertagen von der Streiterei mit der entfernteren Familie. Erholt oder gar seelisch erhoben hat er nicht gewirkt, im Gegenteil. Aber er ist selbstständiger Handwerker – er wird sich wohl keinen Ersatzfeiertag gönnen können.
Heiligdreikönig fiel zum letzten Mal 2019 auf einen Sonntag und erst wieder 2030. Ich muss mich mal erkundigen, wie sich sowas aufs Gewinnen beim Dreikönigs-Schafkopfturnier auswirkt.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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