Leserbrief
Neubau einer Wohnanlage in Eschenau
- hochgeladen von wochenblatt - Redaktion
Das wochenblatt berichtete über Pläne für den Neubau einer Wohnanlage mit Tiefgarage, 18 Wohneinheiten und zwei Geschäften in der Eschenauer Hauptstraße 53.
Das Gebäude, das einmal Sanitätsrat Dr. Otto Leich gehörte, soll erhalten bleiben und unter Ensembleschutz gestellt werden – dafür sprachen sich die Gemeinderäte des Bau- und Umweltausschusses am 20.02.2024 nach einer ersten Bauvoranfrage aus. Leider ist in der Folgezeit diesbezüglich offenbar nichts geschehen. Bei einer zweiten Bauvoranfrage am 25.09.2025 sowie bei einer dritten am 11.11.2025 wurde diese Entscheidung nochmals bekräftigt. Es ist nun zu befürchten, dass dieses Bauvorhaben – obwohl im Bau- und Umweltausschuss bereits dreimal fraktionsübergreifend einstimmig (!) abgelehnt – seitens des Landratsamtes dennoch genehmigungsfähig ist.
Das bestehende Gebäude ist in einem ordentlichen und erhaltenswerten Zustand und gleichzeitig ein wertvolles Stück Geschichte unserer Gemeinde.
Unklar bleibt, wo die Besucher der beiden geplanten Geschäfte parken sollen, bei einer jetzt schon kritischen Parkplatzsituation in diesem Bereich. Stellplätze, wie sie normalerweise jedes Geschäft vorweisen muss, sind seltsamerweise nicht geplant und die Tiefgarage, deren Zufahrt vom Busbahnhof aus erfolgen soll, wird wohl kaum jemand für einen Einkauf nutzen. Auch die Anwohner der geplanten 18 Wohneinheiten werden sicherlich nicht alle mit ihren Fahrzeugen die Tiefgarage belegen.
Die angedachte Zufahrt zur Tiefgarage weist eine sehr geringe Breite auf und wurde bei früheren Anfragen der Vorbesitzerin vom Landratsamt als solche abgelehnt, dies scheint nun kein Problem mehr darzustellen.
Hinzu kommt, dass die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage an dieser Stelle, angesichts des zu erwarteten Verkehrsaufkommens, zur ernstzunehmenden Gefahr für Fußgänger wird. Darunter sind viele Schüler, welche dort vorbeilaufen und auf ihre Busse oder-die Bahn warten (im Sommer auch häufig am Gehsteig sitzend).
Abgesehen von diesen Argumenten passt der geplante Häuserblock auch optisch in keiner Weise in das vorhandene Ortsbild.
Es bleibt zu hoffen, dass sich das Landratsamt eines Besseren besinnt, dieser „Bauklotz” trotz bisherigen Befürchtungen keine Baugenehmigung erhält und das schöne Sandsteinhaus, das an den ehrwürdigen Dr. Otto Leich erinnert, in seiner jetzigen Form erhalten bleibt. Im Norden von Eschenau wurde eine Straße nach ihm benannt und hier soll eines der schönsten Sandsteingebäude in unserer Gemeinde samt Scheune, alter, großer Linde und kleiner Kapelle im Garten abgerissen werden.
Es ist traurig, dass anscheinend immer noch vieles mit zweierlei Maß gemessen wird. Obwohl unser Gemeinderat mehrmals dagegen gestimmt hat, also Menschen die hier leben, das Ortsgeschehen kennen und für uns ihre Stimme erheben, kann sich wohl das Landratsamt darüber hinwegsetzen und Entscheidungen nach eigenem Ermessen treffen. Was mit den Anwohnern ist, dem Ortsbild, der Geschichte – ist wohl ganz egal.
Sollte ein Ensembleschutz für dieses Gebäude möglich sein, dann sollte man tätig werden, damit der Abriss und ein Neubau in dieser Form verhindert werden kann.
Anita Löhner,
Isabel Schönhöfer,
Hans Peter Engelhardt,
Fr. Kusch
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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