Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Meinungsvielfalt
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber auch ich will, dass alles besser wird. Daher bekomme ich häufig Vorschläge für die Unterstützung von so genannten Online-Petitionen.
Change.org ist eine US-amerikanische „Public Benefit Corporation”, die „den Ehrgeiz und den Wachstumskurs eines Technologieunternehmens mit der missionsorientierten Governance einer gemeinnützigen Organisation” kombiniert. Dagegen ist nichts zu sagen, ich gönne den 188 gelisteten Mitarbeitern ein gutes Auskommen. Die Plattform bietet ja vielen vernünftigen Anliegen eine Öffentlichkeit. Manche Kampagnen scheinen mir jedoch – mit Verlaub – ein wenig blauäugig.
Eine Forderung nach dem Verbot von benzinbetriebenen Laubbläsern greift wohl zu sehr in die Freiheitsrechte von Laubbläserfans ein. Die Forderung nach Donald Trumps Rücktritt ist sauber begründet, läuft aber ins Leere. Ein anderer fordert „Erlauben Sie das Zeigen der Deutschlandflagge” – aber von wem, denn das ist doch in keinster Weise verboten? „KiKa muss im Fernsehen bleiben” will verhindern, dass der Sender künftig nur noch online abrufbar ist –da wäre ich sogar dabei.
Dass man etwa aktuell gegen die Abschaffung des bayerischen Kinderstartgeldes sein kann, vor allem als junge Eltern, leuchtet ein. Aber wenn gegen jede Regierungsentscheidung 10 Petitionen gestartet werden, stellt sich irgendwann die Frage, was die Unterschriften dann noch wert sind.
Apropos Wert: Manche der Kampagnen bitten einfach um Spendengelder. Das ist nicht unredlich, aber nicht wirklich gemeinnützig. Und in Kommentarzeilen wirbt Lisa aus Berlin für ein Unternehmen, das Petitionsförderung anbietet mit „Petition Marketing Packages” zu Tarifen bis zu 1.160 Euro.
Ich fordere an dieser Stelle, dass es im November nicht auf einen Schlag so saukalt wird.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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