Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
In die Wiege gelegt
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber ich habe nichts gegen Leute, die wo kein richtiges Deutsch sprechen, sonderbar aussehen, sich rätselhaft verhalten und immer nur das Gleiche essen. Es sind halt Franken – ich bin ja selber einer, wir können nicht aus unserer Haut.
Dabei wird vieles, was den Menschen ausmacht, gar nicht durch soziale Herkunft bestimmt, sondern durchs Erbgut. Der Mensch hat 25.000 Gene, gut sortiert in 46 Chromosomen, hab ich neulich im Radio auf Bayern 2 gehört.
Erstaunlicherweise hat jedoch die Krabbe 254 Chromosomen. Dieser nasse Kurzschwanzkrebs hat fünfmal mehr DNA-Bausteine als ich! Immerhin hat der Regenwurm nur 32 und die Maus 40 Chromosomen. Kartoffeln haben 48 und ein Farn sogar 512. Das bedeutet – hoffentlich – dass die Anzahl der Chromosomen wenig über die Intelligenz und die Fähigkeiten eines Organismus aussagt.
Andererseits: Ein Zehntel unseres Erbguts stimmt mit Wirbellosen überein. Also Wesen ohne Rückgrat. Mit Schnecken haben wir etwa 2.000 Gene gemeinsam. Mit der Fruchtfliege ist unsere DNA sogar fast zur Hälfte deckungsgleich. Bei Mensch und Schimpanse ist die genetische Information fast identisch, das Erbgut stimmt zu 98,7 Prozent überein. Die Spezies Homo sapiens ist in Afrika entstanden, mit schwarzer Hautfarbe, und hat sich ausgebreitet Richtung Norden. Das Gen für die dunkle Haut ist bei Hellhäutigen immer noch vorhanden, aber durch biochemische Prozesse „abgeschaltet”.
Wenn ich an die auf Grün schaltende Ampel denke – vielleicht kommen bei manchen Menschen Schnecken-Gene durch? Oder die der Fruchtfliege: Rumschwirren, bis es Vergorenes gibt. Oder, auf dem Sofa, die Kartoffelchromosomen? Ich fürchte, wir können nicht alles auf die DNA schieben. Gute Gene schützen nicht vor schlechten Angewohnheiten.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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