Matthias Egersdörfer begeistert im JUZ Eckental
Carmen oder Worte, die das Herz berühren
- Carmen hat beschlossen als Hikikomori zu leben und zieht sich vor der Außenwelt in ihr Zelt zurück. Matthias Egersdörfer hat zuerst geglaubt, dass sie einen schlimmen Schnupfen hat.
- Foto: Andreas Unbehaun
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Die Stühle und Bierbankreihen im Eckentaler JUZ waren bis auf den allerletzten Platz besetzt, die 80 Eintrittskarten für den Abend mit Matthias Egersdörfer schon lange zuvor verkauft. Der „Egers”, wie man ihn im JUZ liebevoll nennt, kam mit seinem Programm „Carmen oder Worte, die das Herz berühren”. Mit ihm kamen in die kleine Barracke an der Ortsgrenze von Eckenhaid und Eschenau Claudia Schulz als Carmen und Andy Maurice Mueller als der Nachbar René Eichhorn. Auf Eichhorn warten Matthias Egersdörfer und Carmen allerdings vergebens, denn dieser befindet sich gerade in Polen zu einer Konversionstherapie. Dort soll der homosexuelle Eichhorn zum Heterosexuellen „umerzogen” werden. Immer wieder meldet er sich per Video-Call und berichtet von dort. Carmen lebt inzwischen als Hikikomori, weitgehend abgeschottet von der Außenwelt, und zieht sich über weite Strecken in ein kleines Zelt auf der Bühne zurück. Egersdörfer gibt derweil den Egersdörfer, der es längst zum erfolgreichen Künstler gebracht hat. Als Spurensicherer Michael Schatz ist er regelmäßig im Franken-„Tatort“ zu sehen, auf großen Bühnen wird er gefeiert – und entsprechend herablassend bedauert er die beiden anderen wegen ihrer Erfolglosigkeit. Schwarzhumorig, durchgeknallt und am Ende ungewohnt versöhnlich: das JUZ-Publikum feierte Egersdörfer, Schulz und Mueller mit kräftigem Applaus.
Autor:Andreas Unbehaun aus Eckental |
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