Forstbetrieb Nürnberg reagiert
Immer mehr Wildschweine

Immer mehr Wildschweine bevölkern den Reichswald. | Foto: Paul Henri

Der Forstbetrieb Nürnberg beobachtet derzeit eine deutlich erhöhte Schwarzwildpopulation im Reichswald.Ursache hierfür ist vor allem das außergewöhnlich starke Mastjahr von Buche und Eiche im vergangenen Jahr. Das reichhaltige Nahrungsangebot führte zu einer hohen Reproduktionsrate und damit zu einem spürbaren Anstieg der Wildschweinbestände. Die große Zahl an Frischlingen und Jungtieren macht sich nun im laufenden Jahr bemerkbar.

„Wildschweine können günstige Umweltbedingungen deutlich schneller nutzen als andere heimische Schalenwildarten. Das starke Mastjahr mit großen Mengen an Bucheckern und Eicheln hat zu einer außergewöhnlich hohen Reproduktion geführt. Zusammen mit milden Wintern und einem guten Nahrungsangebot in Wald und Feldflur sind die Schwarzwildbestände derzeit auf einem hohen Niveau. Entsprechend werden Wildschweine auch häufiger im Umfeld von Siedlungen wahrgenommen“ sagt Johannes Wurm, Leiter des Forstbetriebs Nürnberg.

Mehr Wildschweine an den Siedlungsrändern

In den vergangenen Monaten wurden vermehrt Wildschweinaktivitäten in Wohngebieten, Kleingartenanlagen und an den Randbereichen von Siedlungen festgestellt. Neben den hohen Beständen trägt auch die anhaltende Trockenheit dazu bei, dass die Tiere verstärkt alternative Nahrungsquellen aufsuchen. Viele natürliche Äsungsflächen im Wald bieten derzeit nur ein eingeschränktes Nahrungsangebot.

Besonders attraktiv sind deshalb Gärten, Grünanlagen und andere gepflegte Flächen, auf denen durch Bewässerung und Gartenpflege weiterhin günstige Nahrungsbedingungen herrschen. Zudem führen die störungsarme Situation in Siedlungsbereichen sowie die eingeschränkten jagdlichen Möglichkeiten in bebauten Gebieten dazu, dass einzelne Rotten diese Bereiche regelmäßig aufsuchen.

Kostenfreie Jagderlaubnisse für Bejagung

Der Forstbetrieb Nürnberg begegnet dieser Entwicklung mit einer intensiven und gezielten Bejagung im gesamten Reichswald. Ziel ist es, Schäden in der Land- und Forstwirtschaft sowie Konflikte im Umfeld von Wohngebieten zu minimieren.

Gleichzeitig dient die konsequente Bejagung der Prävention der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Hierfür werden moderne Nachtziel- und Nachtsichttechnik genutzt, um eine effektive und vor allem sichere Jagdausübung auch während der Hauptaktivitätszeiten des Schwarzwildes zu ermöglichen. Ergänzend führt der Forstbetrieb – wo möglich – große Bewegungsjagden mit einem besonderen Fokus auf Schwarzwild durch.

Neben einer Förderung der Schwarzwildbejagung durch Aufwandsentschädigungen seitens der Bayerischen Staatsregierung unterstützen auch die Bayerischen Staatsforsten eine forcierte Bejagung des Schwarzwilds über weitergehende Maßnahmen. So werden kostenfreie Jagderlaubnisse für die Wildschweinbejagung ausgegeben, die Kosten für Trichinenuntersuchungen übernommen und sogar das erlegte Schwarzwild kostenfrei an die Erlegerinnen und Erleger abgegeben.

Den jagdlichen Möglichkeiten sind jedoch Grenzen gesetzt. Wohngebiete, Gärten und viele andere Flächen innerhalb der Bebauung sind sogenannte befriedete Bezirke. Dort ist die Jagdausübung aus Gründen der öffentlichen Sicherheit grundsätzlich ausgeschlossen oder nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig. Eine unmittelbare Regulierung von Schwarzwildbeständen innerhalb der Bebauung ist daher praktisch nicht möglich.

Vorsicht bei Wildschwein-Begegnungen

Der Forstbetrieb Nürnberg bittet Bürgerinnen und Bürger um einen besonnenen Umgang mit Wildschweinen. Die Tiere sind grundsätzlich scheu und vermeiden den Kontakt mit Menschen. Wer Wildschweinen begegnet, sollte ausreichend Abstand halten und die Tiere keinesfalls bedrängen oder in die Enge treiben. BesondereVorsicht ist geboten, wenn Bachen Frischlinge führen.

Hunde sollten insbesondere in der Nähe von Schwarzwild stets unter Kontrolle gehalten und angeleint werden.Vom Füttern oder gezielten Anlocken der Tiere ist unbedingt abzusehen. Wiederkehrende Schäden in Gärten lassen sich langfristig am wirksamsten durch stabile, wildschweinsichere Einfriedungen verhindern. Da jagdliche Maßnahmen innerhalb der Bebauung nur im absoluten Ausnahmefall möglich sind, kommt vorbeugenden Schutzmaßnahmen eine besondere Bedeutung zu.

Der Forstbetrieb Nürnberg beobachtet die Entwicklung weiterhin aufmerksam und wird die notwendigen jagdlichen Maßnahmen zur Regulierung der Schwarzwildbestände konsequent fortführen.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

98 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.