Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Im Wald, da ist was los
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Das uralte Sprichwort ist topaktuell, dachte ich mir, als ich von einer denkwürdigen Begegnung im Forst hörte.
Mitte April streifte ein wochenblatt-Leser durchs Gehölz, als ihm plötzlich ein Mann in grüner Montur folgte. In aggressivem Ton rief der offensichtliche Waidmann, dass er den anderen schon auf einer Wildkamera gesehen habe und dass es eine Unverschämtheit sei, quer durch den Wald zu latschen. Er müsse Rehe jagen und hier sei kein Weg. Die Antwort, er möge bloß aufpassen, dass er ihn beim Schießen nicht mit einem Reh verwechsle, wurde quittiert mit der Aussage, um ihn sei es wohl nicht schade. Der Spaziergänger fragt sich nun, ob Aufnahmen mit der Wildkamera zulässig sind und ob ein Jagdschein nicht auch eine charakterliche Eignung voraussetzt. Er will die Sache aber auf sich beruhen lassen.
Nun ist es durchaus so, dass die Bayerische Verfassung das Betreten von Wald jedermann gestattet. Waldbesitzer haben Spaziergänger und andere Erholungssuchende zu dulden, ausgenommen sind nur begründete Verbote in bestimmten Bereichen. Laut Bayerischem Naturschutzgesetz ist dieses Betretungsrecht auch nicht auf Wege beschränkt – außer etwa beim Reiten und Radfahren.
Andererseits gilt die Verpflichtung, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen. Dass man sich im Wald auf den dafür vorgesehenen Wegen halten soll, ist aber eher eine Empfehlung – etwa der Deutschen Polizeigewerkschaft.
Ich halte mich da raus. Die Jägerinnen und Jäger, die ich persönlich kenne, sind nette Leute, die andere eher nicht barsch anherrschen. Der beste Witz der Welt soll übrigens ein Jägerwitz sein, leider ist er zu lang für diese Zeilen. Daher hier der kürzeste: Gehen zwei Jäger am Wirtshaus vorbei.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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