Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Den Hitzetrends trotzen
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber sogar bei mir daheim ist es in der Hitzehölle mal warm geworden. Auch wenn bei uns im wochenblatt-Land zum Glück kühlere Lüftchen wehen als in der Stadt. Lange war es ja so, dass sich manche Städter über die Landbewohner erhaben fühlten. Mit matschigen Hofeinfahrten, Tümpeln und Gehölzen voller Getier sowie Bergen von Herbstlaub wollte man nichts zu tun haben. Jetzt, wo es warm wird in steinernen Häuserschluchten, hätte man es lieber so wie im Wald.
Der heiße Juni heizte also auch mein Heim auf. Standardmaßnahmen wie tagsüber alles dichtmachen und nachts alles durchlüften stießen in den windstillen Tropennächten an ihre Grenzen.
Also ab in den Handel, um einen Ventilator zu erwerben. Allerdings waren inzwischen, wie handgemalte Schilder weithin sichtbar verkündeten, sämtliche Klimageräte und Ventilatoren ausverkauft. Die Suche führte dann übers Gegenteil zum Ziel: Ein Elektroheizgerät für Gewächshäuser stand unbeachtet im Regal. Es war ja kein Kühl-, sondern ein Heizwerkzeug. Weil sich jedoch Gebläse und Heizspirale separat schalten lassen, mit echten Schaltern statt Display-Gefummel, kann es kühlenden Luftzug durchs Haus blasen. Oder eher könnte.
Denn seit Feng im Gang steht, ist es nachts wieder kühl. Ich nenne ihn Feng, weil „Made in China”, wie fast alles im Haushalt, was Kabel hat. So wie ein mitgeführter Regenschirm dafür sorgt, dass es nicht regnet, so steht Feng im Eck wie eine Mini-Schneekanone, während es auch ohne sein Zutun deutlich abkühlt.
Dem Trend zu trotzen und antizyklisch kaufen, wie das Heizgerät im Hochsommer, hat sich bewährt. Jetzt suche ich nach Schneeschaufeln, mit denen kann man im Juli gut Hagelkörner räumen. Und Auftausalz, wer weiß, was kommt. Badeschlappen und Planschbecken gibt’s dann im Dezember.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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