Günter Stössels legendäres Konzert 1986
Als das JUZ zum Tonstudio wurde
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Der Nürnberger Mundart-Liedermacher Günter Stössel gab am 1. Februar 1986 ein denkwürdiges Konzert in der Provinz. Genau genommen kam er gemeinsam mit dem damals noch weitgehend unbekannten Gitarristen Klaus Brandl in das kleine Eckentaler Jugendzentrum, das sich zu jener Zeit gerade zu einem Kultur- und Begegnungsort entwickelte. Im Schlepptau brachten die beiden Musiker jede Menge Technik und Personal mit.
- „Kardangleng und Ausbuffdobf” ist nur einer der Titel auf dem Album, das Günter Stössel 1986 im JUZ aufnahm.
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Das erste Konzert, das Stössel ein Jahr zuvor an jener Stelle gab, blieb ihm in derart guter Erinnerung, dass er beschloss, dort sein neues Live-Album einzuspielen. Und so kam es, dass in der kleinen Barracke in der Schnaittacher Straße an jenem Abend ein bisschen Musikgeschichte geschrieben wurde.
- Günter Stössel und Klaus Brandl vor einem vollbesetzten JUZ.
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Im großen Raum, wo das Konzert stattfand, wurden viele Mikrofone platziert, um Musiker und Publikum optimal aufnehmen zu können. Im Schuppen, der als Bierlager diente, hatte sich Jonas Porst vom Tonstudio Hiltpoltstein mit einem riesigen Mischpult eingerichtet. In der herrschenden Enge wurde die Tonband-Maschine kurzerhand auf den Bierkästen platziert.
- Jonas Porst hatte die gesamte Aufnahmetechnik samt riesigem Mischpult und schwerem Tonbandgerät kurzerhand im Getränkeschuppen aufgebaut.
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Im Juli 1986 erschien das Album „Lebend im Konzert”. Das begeisterte Konzertpublikum ist auf der Aufnahme gut und erkennbar zu hören. Zwischen „Kardang’lenk und Ausbuffdupf”, dem „Weißen Strand von Catabambo” und dem „Globetrottel Rag” – um nur einige der Titel zu nennen – streute Günter Stössel seine lustigen Geschichten und verursachte damit beim Publikum wahre Lachsalven.
- Mit seinem „Gschmarri” unterhielt Günter Stössel das Publikum zwischen den einzelnen Songs.
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Günter Stössel – zwischen Bardentreffen
und Asterix
Der Schriftsteller, Mundartdichter, Kabarettist und Liedermacher Günter Stössel war ein echtes Nürnberger Original. Zunächst war er als Ingenieur bei der Kraftwerk Union in Erlangen tätig. Seit Mitte der Siebziger Jahre trat er als Liedermacher mit Blues-, Folk- und Ragtime-Stücken auf, die er mit fränkischen Mundarttexten versah. Auf dem Bardentreffen war er zu jener Zeit Stammgast. Anfang der Neunziger Jahre hing er seinen Brotberuf an den Nagel und widmete sich voll und ganz seiner Kunst. Unvergessen sind seine Bücher der Reihe „Nämberch English Spoken”. Darin findet man so legendäre Nämberch-English Sätze wie „Adds since squeze nash worn” oder „Zoo a blade sin – des buggy fie net”. Im Rahmen der Asterix-Mundartreihe hat Günter Stössel zwei Bände ins Fränkische übertragen. 2023 starb Stössel im Alter von 78 Jahren.
- Ohrwurm: Es gilt als überliefert, dass damals anwesende Konzertgäste den Song „Am weißen Strand von Catabambo” seit 40 Jahren nicht mehr aus dem Kopf bekommen haben.
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Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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