25. GENERATIONENÜBERGREIFENDE LESE-/VORLESESTUNDE FÜR JUNG UND ALT von 5 bis 105
WELTKINDERTAG am 20. SEPTEMBER 2020: UNSERE WELT-UNSERE KINDER-UNSERE ZUKUNFT

"Sind so kleine Hände, kleine Finger dran. Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann..."- Kinderhände, gemalt von Noura, geflüchtet wegen des Kriegs in Syrien, betreut in der Kindermalstunde von Annegret Schildknecht
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  • "Sind so kleine Hände, kleine Finger dran. Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann..."- Kinderhände, gemalt von Noura, geflüchtet wegen des Kriegs in Syrien, betreut in der Kindermalstunde von Annegret Schildknecht
  • Foto: M.Schi.
  • hochgeladen von Annegret Schildknecht

Liebe Kinder, Eltern, Großeltern, Erzieher und alle, die ein Herz für Kinder haben,

heute, Sonntag, 20. September 2020, wird unter dem diesjährigen Motto „Kinderrechte schaffen Zukunft“ in Deutschland der Weltkindertag gefeiert. Aus diesem Anlass habe ich mich mit einem UNICEF-Bilderbuch aus dem Jahr 1989 beschäftigt, dem Geburtsjahr der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder, die zum Schutz der Kinder der Welt gedacht sind. Im Nachwort dieses Buches heißt es unter anderem: „… Bücher stillen keinen Hunger und bieten keinen Schutz, aber die Worte in den Büchern können die Herzen der Menschen erreichen und Liebe und Kräfte in ihnen wecken, die die Kinder der Welt schützen. Worte setzen Forderungen, Verzweiflung, Hoffnungen, Liebe und Erfüllung in Beziehung zueinander, über Zeiten und Generationen hinweg. …“
1989 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet. Seither wurde in den vergangenen 31 Jahren dieses Dokument von fast allen Staaten der Erde unterzeichnet. 1989 wird als das Geburtsjahr der Menschenrechte für die Kinder auf unserer Erde angesehen. Leider sieht aber die Realität vielfach immer noch mehr oder weniger anders aus als es in den vereinbarten Artikeln festgelegt wurde. Da gibt es auch für die jetzige Generation immer noch viel zu tun und zu verbessern.

Der 14. Dalai Lama, ranghöchster tibetischer Buddhist, geb. 1935, hat 1989 anlässlich seiner Rede bei der Verleihung des Friedensnobelpreises an ihn gesagt: „… Die Probleme, denen wir heute begegnen, die Zerstörung der Natur, Armut, Hunger und so weiter, sind vom Menschen selbst geschaffene Probleme, die durch menschliche Bemühungen, durch Verständnis und ein Gefühl für Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit gelöst werden können. Wir müssen weltweit Verantwortung füreinander und für den Planeten, den wir bewohnen, übernehmen und versuchen, Liebe und Mitleid auch für unsere Feinde zu empfinden. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch, mit oder ohne Religion, Herzensgüte und einen Sinn für universelle Verantwortung entwickeln kann. …“ Diese Sätze haben nach wie vor ihre Gültigkeit.

Nachfolgend führe ich in verkürzter Form einige Grundsätze der Kinderrechtskonvention auf und stelle einige ausgesuchte Zitate dazu von Kindern, Dichtern und Denkern, Menschenrechtlern, Friedensnobelpreisträgern und aus der Bibel sowie im Anhang eine Auswahl an Fotos, die mein Mann hier und in verschiedenen Ländern der Welt gemacht hat.

Grundsatz 1: ALLE KINDER haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden. Kinder haben das Recht, so gesund wie möglich zu leben.
Bertolt Brecht, deutscher Dichter, 1898-1956: Das Kind ist das Teuerste, was eine Nation hat.
Meine Stimme unter vielen: „… Ein Herz für Kinder - wie auch für Senioren - nicht nur haben, sondern auch zeigen! Das ist mein Motto ...“

Grundsatz 2: KINDER haben ein Recht auf Schutz und Fürsorge durch ihre Eltern, um sich in Freiheit und Würde körperlich, geistig, moralisch, seelisch und sozial zu entwickeln.
Katia, 11 Jahre, Kolumbien: „… Ich möchte, dass alle Menschen hier in Bogotá Arbeit haben, damit kein Kind betteln gehen muss. Ich möchte, dass alle Kinder zur Schule gehen können, dass die Straßen sauber sind, dass keiner barfuß und mit zerrissenen Kleidern herumlaufen und auf der Straße schlafen muss. …“
Jorge Bucay, argentinischer Autor, Mediziner, Psychiater/Psychotherapeut, geb. 1949: Zitat aus einem Gedicht „… Ich will, dass du für mich sorgst, ohne mich zu erdrücken….“

Grundsatz 3: KINDER haben ein Recht auf einen Namen, eine Geburtsurkunde und eine Staatsangehörigkeit von Geburt an.
Johann Gottfried Herder, deutscher Dichter und Theologe, 1744-1803: „… Der Begriff Menschenrechte kann ohne Menschenpflichten nicht genannt werden, denn beide beziehen sich aufeinander.“

Grundsatz 4: KINDER haben das Recht auf soziale Sicherheit, ausreichende Ernährung, Wohnung, Erholung und ärztliche Betreuung.
Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749-1832: „… Sag nicht, dass du geben willst, sondern gib!...“

Grundsatz 5: KINDER, die körperlich oder geistig behindert sind, haben ein besonderes Recht auf Fürsorge und auf ein aktives und möglichst selbständiges Leben.
Bibeltext: Lasst uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.

Grundsatz 6: KINDER bedürfen zur vollen und harmonischen Entwicklung der Liebe und des Verständnisses. Sie sollen in der Obhut und unter der Verantwortung ihrer Eltern und in moralischer und materieller Sicherheit aufwachsen. Sind Eltern dazu nicht aus eigener Kraft in der Lage, muss der Staat den Eltern Unterstützung bieten.
Zitat aus „Mahabharata“, hinduistisches Gedicht mit 100.000 Versen, möglicherweise entstanden zwischen 440 v.Christus bis 330 n.Christus: „… Der Mutter und dem Vater kommt kein Schutz gleich, der Mutter und dem Vater kommt keine Liebe gleich. …“
Aus einem Kinderbrief an Gott: „… Ich danke dir, dass ich eine Familie habe, die mich liebt, die auf mich aufpasst, mich tröstet oder mir hilft. Danke, dass wir gesund sind und dass meine Eltern Arbeit haben. Danke, dass ich mit meiner Mama und meinem Papa leben darf und dass es Oma und Opa gibt. …“

Grundsatz 7: KINDER haben nicht nur ein Recht auf Bildung, sondern auch die Pflicht zum Schulbesuch. Sie haben auch ein Recht auf Spiel und Erholung.
Moniba, 12 Jahre, Indien: „Mein Wunsch wäre, so viel Geld zu haben, dass ich die Straße zur Schule asphaltieren und rechts und links mit Bäumen und Blumen bepflanzen könnte. Und ich würde die Schule wetterfest machen, damit die Klassenzimmer zur Regenzeit nicht mehr voll von Schlamm sind. Und ich wünsche mir Tische und Stühle im Klassenzimmer, damit wir beim Schreiben und Malen nicht auf dem Boden sitzen müssen.“
Malala, Pakistan, geb. 1997; sie setzt sich für das Recht auf Bildung für alle Kinder ein und erhielt 2014 im aussergewöhnlichen Alter von 17 Jahren den Friedensnobelpreis: „…Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.“

Grundsatz 8: KINDER sind in allen Notlagen bei den ersten, die Schutz und Hilfe erhalten. KINDER brauchen einen besonderen Schutz im Krieg und auf der Flucht.
Bibeltext: Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn es in deiner Macht steht.
Aus einem Kinderbrief an Gott: „Herr, mach bitte, dass die Menschen überleben, keine Angst haben müssen, vor nichts und niemandem, und dass alle fröhlich sind.“

Grundsatz 9: KINDER müssen geschützt werden vor Vernachlässigung, Grausamkeit und Ausbeutung. Kinderarbeit ist verboten.
Zitat aus dem Lied "Kinder" von Bettina Wegner, geb. 1947, deutsche Liedermacherin und Lyrikerin: "... Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei. Darf man niemals quälen, geh'n kaputt dabei...."
Aus einem Kinderbrief an Gott: „Lieber Gott, lass all die schrecklichen Dinge aufhören. Bitte lass es allen Menschen auf der ganzen Welt gut gehen. Ich finde es schrecklich, dass es Kinder gibt, die nicht zur Schule gehen dürfen und arbeiten müssen, damit die Familie was zu essen kaufen kann.“

Grundsatz 10: KINDER werden vor Handlungen bewahrt, die zur Herabsetzung anderer Menschen führen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion. KINDER werden erzogen in einem Geist des Verstehens und des Friedens.
Martin Luther King, US-amerikanischer Pastor und Bürgerrechtler, 1929-1968, Zitat aus seiner berühmten und bewegenden Rede von 1963 „I have a dream“: „… Ich habe einen Traum, dass eines Tages meine vier kleinen Kinder nicht nach der Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden. …“
Martin Luther King, Zitat aus seiner Rede bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 1964: „… Früher oder später werden alle Völker der Welt miteinander in Frieden leben müssen. Um dies zu erreichen, muss die Menschheit für alle Konflikte eine Methode entwickeln, die auf Rachsucht, Aggression und Vergeltung verzichtet. Die Basis für diese Methode ist die Liebe. …“

Zum Abschluss zitiere ich noch einige Zeilen aus einem Gedicht, das mich immer wieder fröhlich und zuversichtlich in die Welt und in die Zukunft schauen lässt, in dem Vertrauen darauf, dass niemand allein ist, dass jeder wenigstens einen Freund hat, auch wenn man ihn manchmal suchen muss:
Ein Freund ist jemand, der dich gern hat
(Joan Walsh Anglund, geb. 1926, amerikanische Dichterin/Kinderbuchautorin)
Ein Freund ist jemand der dich gern hat. Es kann ein Junge sein.
Es kann ein Mädchen sein.
Oder eine Katze... Oder ein Hund... Oder gar eine weiße Maus.
Ein Baum kann auch dein Freund sein. Er hat dich gern, weil er dir Äpfel gibt,
oder Birnen oder auch einen Ast zum Schaukeln.
Und manchmal, wenn du denkst, du hast keine Freunde...
Dann musst du innehalten und dich besinnen,
ob dich nicht jemand angelächelt hat auf seine Art.
Freunde musst du eben manchmal suchen.
Manche haben viele Freunde. Manche haben ein paar Freunde.
Aber jeder, jeder in der ganzen weiten Welt hat bestimmt einen Freund. …..
Hast du deinen Freund gefunden?

Liebe Kinder, Eltern, Großeltern, Erzieher und alle, die ein Herz für Kinder haben und es auch zeigen,
Kinder sind, bezogen auf uns heutige Erwachsene, unsere Vergangenheit und bezogen auf die heutigen Kinder unsere Gegenwart und auch unsere Zukunft, für die Rechte, aber auch Pflichten unabdingbar sind, unabhängig vom Lebensalter.
Gemeinsam sind wir stark, das kleine ICH und das große ICH.
Afrikanisches Sprichwort: „Wenn an vielen kleinen Orten viele kleine Menschen viele kleine Dinge tun, wird sich unsere Erde zum Besseren verändern.“
Wir ALLE gehören zusammen
wie die Luft und der Atem,
wie der Himmel und die Erde und Sonne, Mond und Sterne,
wie Brot und Butter, wie Zimt und Zucker,
wie Pfannkuchen und Apfelmus.

Einen schönen Weltkindertag mit viel Spaß und Freude im Miteinander von Jung und Alt nach dem Motto: ALLE MITEINANDER - ALLE FÜREINANDER -  ALLLE MITTENDRIN!
wünscht
Ihre/Eure Annegret Schildknecht

Hinweis:
Alle Beiträge zu meinen digitalen Lese- und Vorlesestunden für Jung und Alt finden Sie  hier
(bitte anklicken) sowie unter: https://www.wochenklick.de/tag/vorlesen
Hinweis: Die Beiträge für Jung und Alt kommen im Kindergarten durch die Erzieherinnen und im Seniorenzentrum Martha-Maria durch die Sozialbetreuung zum Einsatz.
Hinweis: Das Copyright für Fotos mit der Angabe "M.Schi." liegt bei:
Dr. Manfred Schildknecht

Autor:

Annegret Schildknecht aus Eckental

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