Leserbriefe
Reaktionen auf den Leserbrief "Eckentaler Hausarzt ein Verschwörungstheoretiker?"

Zuschriften zum Leserbrief mit der Frage „Eckentaler Hausarzt ein Verschwörungstheoretiker?“ in der Ausgabe 45, Seite 12.

Wo bleibt die Menschlichkeit?

Mit Erschrecken haben wir im Leserbrief „Eckentaler Hausarzt ein Verschwörungstheoretiker?“ Woche 45, feststellen müssen, dass die Rufschädigung eines Arztes hier öffentlich abgedruckt wird! Wo ist in dieser verrückten Zeit die Menschlichkeit geblieben?

Gott sei Dank gibt es verschiedene Ärzte, die alle auch Menschen mit verschiedenen Meinungen sind, so dass sich jeder seinen zu ihm passenden Hausarzt suchen kann. Wir sind uns sicher, dass beschriebener Arzt sehr viele zufriedene Patienten hat. Der Verfasser des Leserbriefes hätte wenigstens den Mut haben sollen zu seinem Artikel zu stehen. Andere Menschen öffentlich und anonym zu diskreditieren ist sicherlich nicht förderlich für ein positives Miteinander.

C. Bölling und B. Eisemann

Leserbrief als Fassade?

Da schreibt also eine Person, dass sie ihren Hausarzt im Grunde sehr sympathisch finde, lässt sich jedoch sogleich unter der Prämisse des aufeinander „Obachtgebens“ nicht etwa über fachliche Fähigkeiten, sondern über dessen private Ansichten aus. Sind wir nun auch im ländlichen Bereich, wo man bisher noch am meisten „Religion im Bauch“ hat, so weit, dass wir, selbstverständlich anonym, hinter der Fassade eines Leserbriefes anprangern und - man gestatte mir auch diese Kritik - selbigen abdrucken? Den Arzt selbst vermag ich gar nicht zu beurteilen. Den Verfasser des Leserbriefes jedoch schon, sogar namentlich unbekannterweise.

Julian Lieb

Bestürzung über Leserbrief

Die Tatsache, dass das wochenblatt den anonymisierten Leserbrief zu den Meinungsäußerungen eines Arztes veröffentlicht hat, bestürzt uns sehr. Der besagte Arzt ist uns bekannt. Wir sind überzeugt von seiner ärztlichen Kompetenz und Rechtschaffenheit. Was er privat über die Pandemiesituation denkt oder äußert, steht auf einem anderen Blatt. Da muss man nicht seiner Meinung sein oder kann diese auch durchaus ablehnen.

Aber ihn anonym an den Pranger zu stellen oder ihm sogar strafrechtlich relevante Vorwürfe zu machen? Das ist ein Unding! Für uns ist das Denunziation auf übelste Weise, da (absichtlich?) von der Autorin/ dem Autor mit großer Reichweite gestreut. Und es ist der Start der Vernichtung seiner materiellen Existenz in unserer Region. Die Kabarettistin Monika Gruber hat kürzlich ein Interview beendet mit den Worten „seit Corona san die Depperten no depperter und die Hysterischen no hysterischer worn!“

Sicherlich gibt es Situationen, wo Leser/innen einen anonymen Kommentar beispielsweise zu politischen Entscheidungen abgeben wollen. Aber ein Frontalangriff wegen persönlicher Meinungsäußerungen – nein!

Sonja und Helmut Hüttenrauch

Volles Vertrauen in den Arzt

Lieber anonymer wochenblatt- Leser, ich frage mich, welchen Zweck Sie mit Ihrem Leserbrief verfolgen. Sie sagen zwar, Ihre eigentliche Intension sei es, ein umfassendes Meinungsbild von seinen übrigen Patienten zu erfahren. Für mich macht es allerdings eher den Eindruck, als ob es darum gehen würde, einen Menschen an den Pranger zu stellen, der anderer Meinung ist als man selbst. Leider sehe ich, dass diese Art der gesellschaftlichen Entwicklung derzeit ziemlich Fahrt auf nimmt. Das macht mich ziemlich traurig.

Sie schreiben selbst, dass Ihnen der Mensch dahinter sympathisch ist oder bisher immer war. Zollt es einem dann nicht der Respekt, das persönliche Gespräch zu suchen anstatt hinter dem Rücken mit dem Finger auf ihn zu zeigen? Weltanschauungen stimmen natürlich nicht immer überein. Daraus aber ein Urteil über die Fachlichkeit eines Menschen abzuleiten, finde ich schon etwas abstrus. Für mich ist es ausschlaggebend, dass man auf eine ganzheitliche Sichtweise setzt und jederzeit auf ein authentisches, offenes Ohr und einen auch um die Ecke denkenden Verstand trifft, der einem mehr als nur einen Weg zur Gesundheit erschließt. Um abschließend Ihre Frage noch zu beantworten: in der Regel führe ich mit meinem Hausarzt keine großartigen Weltanschauungsgespräche und achte auch nicht darauf, womit er oder andere Menschen ihre Autos schmücken.

Ich hatte in den letzten Jahren, in denen ich Patient der besagten Praxis bin, keine Sekunde das Gefühl, dass mir irgendeine Weltanschauung aufgezwungen oder eingebläut wird. Auch hat nie jemand versucht, mich in irgendeine Art und Weise zu beeinflussen. Ich habe mich immer als ich selbst wahrgenommen gefühlt, meine Ansicht und Meinung als ernst genommen empfunden und habe volles Vertrauen in den Arzt. Natürlich steht es jedem frei, seine Meinung kund zu tun, genauso wie seinen Arzt zu wechseln. Für mich wäre dabei allerdings der persönliche Weg, von Angesicht zu Angesicht, der angemessenere, anstatt dem öffentlichen Diskurs. Das würde ich mir vermehrt für unsere Gesellschaft trotz medialem Zeitalter wünschen.

Auch wenn ich bezweifle, dass diese Plattform es zulässt, repräsentativ ein Meinungsbild aller Patienten zu eruieren, wollte ich Sie dennoch an meiner Meinung teilhaben lassen - wenn auch online und im öffentlichen Diskurs. Ich hoffe, Ihnen damit weiter geholfen zu haben. Alles Gute und bleiben Sie gesund!

Ramona Beurer, Eckental

Direkte Ansprache wäre besser

Ich finde es schade, Leserbriefe zu verfassen, ohne mit seinem Namen dafür einstehen zu wollen. Wenn irgendein persönliches Problem zwischen Patient und Arzt aufgetreten ist, so wäre wohl die direkte Ansprache der richtige Weg das Problem zu benennen und zu lösen. Einen anonymen Leserbrief zu verfassen und verunglimpfende Anschuldigungen zu äußern, scheint heute als normal zu gelten.

Das hat aber nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun und geht über schlechten Stil weit hinaus. Wenn jemand eine andere Vorstellung, oder Meinung hat, so darf er sie meines Erachtens auch haben und äußern, solange niemand davon Schaden trägt. Es sollte aber zu unserem demokratischen Verständnis gehören eine andere Meinung auch dann stehen zu lassen und auszuhalten, auch wenn sie nicht mit der eigenen übereinstimmt.

Ich bin seit Jahren Patient in der Praxis des beschriebenen Arztes. Er ist mein Hausarzt. In weltanschaulichen Punkten stimme ich auch nicht mit ihm überein. Er hat mir jedoch nie seine Ansichten aufgedrängt. Außerdem schätze ich es sehr, das er nicht nur die medizinischen Standards anwendet, sondern auch alternativmedizinische Ansätze verfolgt. Daher bin ich sehr froh ihn als meinen Hausarzt zu haben. Er hat sich immer Zeit genommen und mich stets ausgezeichnet behandelt. Er hat nach wie vor mein vollstes Vertrauen.

Für sehr bedenklich halte ich jedoch auch, das die Redaktion des wochenblattes diesen Artikel veröffentlicht und auch noch anonym herausgegeben hat. Hier kann sich die Redaktion nicht hinter journalistischer Vertraulichkeit verstecken. Das ist sicher kein guter Weg für ein menschliches Miteinander. Bleiben Sie gesund.

Norbert Fink, Eckental

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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