„erneut katastrophal”
Die Betriebssituation auf der Gräfenbergbahn
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In den vergangenen Tagen kam es auf der Gräfenbergbahn erneut zu massiven Betriebsstörungen – darauf weist die Initiative der Petition „Lebensader statt Pannenbahn” hin und sieht sich in der Forderung nach grundlegender Sanierung bestätigt.
Die Liste der Ausfälle und Verspätungen ist fast lückenlos: Reparatur an einem Signal am 25. Juni, Reparatur an der Strecke am 26. Juni, defektes Stellwerk wenige Stunden später, Reparatur an der Strecke am 27. Juni, nach der Sperrung wegen eines Großbrandes in Gleisnähe in Forth folgten am 28. Juni eine Reparatur am Stellwerk Heroldsberg, Langsamfahrstellen und Reparaturen an der Strecke am 29. Juni sowie eine technische Störung am Zug am 7. Juli. Doch auch ohne konkrete Pannen fährt die Bahn nicht wie geplant.
Durch eine Reihe von Langsamfahrstellen verlängern sich die Fahrzeiten erheblich. Dies führt dazu, dass der Fahrplan regelmäßig komplett durcheinandergerät, weil die Züge aufeinander warten müssen. Verspätungen von über 20 Minuten und Zugausfälle sind die Regel und keine Ausnahme. Immer wieder kommen Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte viel zu spät zur Schule oder an ihren Arbeitsort. Durch die zusätzliche Fahrzeugstörung am 7. Juli kam es zu Zugausfällen und Verspätungen von fast zwei Stunden.
Unmut bei Fahrgästen, Unternehmen und Schulen
Dementsprechend wächst der Unmut, wie die Initiatoren der Petition mit einer ganzen Reihe von Äußerungen belegen. „Als sich das Unternehmen Schwan Stabilo seinerzeit für den neuen Standort in Heroldsberg entschieden hat, war die Anbindung an die Gräfenbergbahn ein ganz wichtiges Kriterium,” stellt Robert Scheuerlein, Betriebsrat bei Schwan Stabilo fest. „Es ist völlig inakzeptabel, dass diese Anbindung angesichts permanenter Ausfälle und Verspätungen kaum noch nutzbar ist.“
Burkard Eichelsbacher, Direktor des Gymnasiums Eckental, beschreibt, dass „seit der Hitzewelle wieder sehr häufige, auch kurzfristige Störungen beim Betrieb die Organisation von inner- und außerschulischen Terminen erschweren”. Bei Klassen- und Theaterfahrten müssen regelmäßig frühere Züge gewählt werden, um „trotz der erwartbaren Verspätung hoffentlich noch rechtzeitig” das Ziel zu erreichen. „Heute sind einige Schülerinnen und Schüler aus der 6. Klasse zu Fuß sieben Kilometer von Heroldsberg in die Schule nach Eschenau gelaufen, dann natürlich mit noch mehr Verspätung,” berichtet er. Die mangelnde Zuverlässigkeit der Gräfenbergbahn mit ständigen Ausfällen und Verspätungen ist wegen der fehlenden Planbarkeit für die Schulen verheerend.
Unterstützung aus allen Kommunen entlang der Bahn
Die Initiative der Petition „Attraktive Gräfenbergbahn: Lebensader für die Region statt Pannenbahn” sieht dadurch ihre Forderungen bestätigt. „Wir fordern vorrangig die grundlegende Sanierung der Strecke und die Beseitigung der akuten Mängel,” so der Gräfenberger Altbürgermeister Hans-Jürgen Nekolla, einer der Erstunterzeichner der Petition. „Die gegenwärtige Situation zeigt, dass diese Forderungen neben mittelfristigen Verbesserungen wie der Elektrifizierung mehr als überfällig sind,” betont Andreas Nausner, Gemeinderat in Heroldsberg. Statt immer wieder nur notdürftig an den Symptomen herumzudoktern sei es erforderlich, die Gleisanlagen von Grund auf zu sanieren und das Stellwerk zu erneuern.
„Auch die Forderung nach einer regionalen Betriebsführung ist angesichts der immer wieder verschleppten Sanierung absolut nachvollziehbar. Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass bei einem großen Konzern wie der DB die Gräfenbergbahn gegenüber den großen Hauptstrecken immer wieder den Kürzeren zieht, wenn es um die Verteilung von finanziellen Mitteln und Ressourcen für die Sanierung geht”, ergänzt Dr. Monika Tremel, Kreisrätin und Fraktionsvorsitzende, aus Kalchreuth. Die Petition fordert eine regionale Trägerschaft, wobei die finanziellen Mittel wie bisher aus Bundes- und Landesmitteln kommen müssen. Durch die regionale Verantwortung können diese gezielter eingesetzt werden. Vorbild sind dabei unter anderem regionalisierte Strecken in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.
Zu prüfen ist aus Sicht der Petition ein Stadt-Umland-Bahnbetrieb nach dem Vorbild von Regionen wie Karlsruhe, Kassel oder Chemnitz.
Petition kann weiterhin unterzeichnet werden
Die Petition hat bereits rund 5.600 Unterschriften erreicht. Der Zeitraum wurde wegen des nach wie vor starken Interesses bis in den Herbst 2026 verlängert, die Petition kann weiterhin unterschrieben werden. Nach der Sommerpause soll die Übergabe der Unterschriften an die Verantwortlichen erfolgen.
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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