Walking Football beim SC Eckenhaid
Neue, körperschonende Fußball-Variante

Etwas undynamischer aber trotzdem anstrengend: Beim SC Eckenhaid gibt es jetzt eine Walking-Football-Mannschaft.
  • Etwas undynamischer aber trotzdem anstrengend: Beim SC Eckenhaid gibt es jetzt eine Walking-Football-Mannschaft.
  • Foto: J. Müller
  • hochgeladen von wochenblatt - Redaktion

Auf den ersten Blick sieht auf dem Sportgelände des SC Eckenhaid alles aus wie immer: Das Flutlicht ist an, zahlreiche Männer in Trainingsklamotten und Fußballschuhen machen sich auf dem Platz warm. An diesem Abend wird hier aber kein normales Training stattfinden. Trainiert wird "Walking Football", also Geh-Fußball, eine schonendere Variante des klassischen Fußballs. Diese Art des Fußballs kommt aus Großbritannien und wird dort seit 2011 gespielt. Daher auch der Name "Football" - denn in Großbritannien ist das die richtige Bezeichnung für Fußball. Anders als in den USA, dort ist es "Soccer", denn mit Football wird hier eine andere Sportart bezeichnet.

Walking Football zielt darauf ab, dass Personen, die es noch in den Füßen juckt, deren Knochen, ramponierte Knorpel oder fehlender Meniskus aber den geregelten AH-Spielbetrieb nicht mehr zulassen, eine mildere Variante der beliebten Sportart spielen können.

Das sind die Regeln

Gespielt wird sechs gegen sechs, die Tore sind verkleinert und etwa 1 Meter hoch und 3 Meter breit. Das Feld ist etwa 40 x 20 Meter groß, was der Größe eines Handballfeldes entspricht. Ein Spiel dauert in der Regel 2x 30 Minuten oder es wird eine individuelle Spieldauer vereinbart. Die wichtigste Regel: Es darf nicht gerannt werden. Beim Gehen muss immer mindestens ein Fuß den Boden berühren. Außerdem dürfen Bälle nicht höher als Hüfthöhe gespielt werden. Einen festen Torwart gibt es nicht, somit darf auch niemand mit der Hand den Ball aus dem Tor fernhalten. Einwürfe gibt es keine, sondern nur den "Einkick". Außerdem ist das "Grätschen" generell verboten, im Allgemeinen zielt diese mildere Fußball-Variante darauf ab, kontaktloser und schonender zu sein, als beim normalen Fußball. Offizielle Regeln des BFV oder DFB gibt es bisher noch nicht. Der FC Schalke, der einer der ersten Clubs war, der diese Sportart betrieb, hat einige Regeln zu Papier gebracht, an denen sich andere Mannschaften nun orientieren.

Dass man die neue Sportart überhaupt in Eckenhaid spielen kann verdanken die "Alten Herren" Stefan Knapp. Weil er selbst nicht mehr in der normalen AH mitspielen konnte, aber nicht ganz auf Fußball verzichten wollte, hat er nach einer Alternative gesucht und ist schließlich auf "Walking Football" gestoßen und hat kurzerhand eine Mannschaft in Eckenhaid ins Leben gerufen. Der Kader umfasst aktuell 16 Spieler.

Ins Schwitzen kommt man trotzdem

"Ich find's gut, dass wir so den älteren die Möglichkeit geben, wieder Fußball zu spielen", sagt Knapp. Viele der Spieler wollten eigentlich mit dem Sport aufhören, sind jetzt aber in die Mannschaft zurückgekehrt. Im Training fällt jedoch auf, dass die Umstellung vom normalen Fußball zum "Walking Football" gar nicht so leicht fällt. Immer wieder sieht man einen Spieler rennen. Die Umstellung erfordert Selbstdisziplin. "Du kannst keinen gebrauchen, der viel rennt", erklärt Knapp. Jegliche Regelverstöße werden mit Freistößen geahndet. Obwohl nicht gerannt werden darf, findet Knapp diese Variante dennoch alles andere als langweilig und ins Schwitzen komme man trotzdem. Es komme hier vor allem auf Technik, schnelles Kombinations-Spiel und Taktik an, erklärt er.

Bislang ist die Fußball-Variante noch nicht sehr verbreitet. In unserer Gegend hat lediglich der 1. FC Nürnberg eine Mannschaft. "Die waren total begeistert, dass wir das auch machen", erzählt Knapp. Am 5. Oktober hat auch bereits ein Freundschaftsspiel der beiden Mannschaften stattgefunden, das der SC Eckenhaid klar mit 12 zu 2 gewonnen hat. Von den Vereinen im wochenblatt-Land würde sich Knapp wünschen, offen für die neue Sportart zu sein – vielleicht gründet der ein oder andere Verein ja sogar selbst eine Walking-Football-Mannschaft.

Autor:

Jennifer Müller aus Eckental

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