Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Tag der Freizeit
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber der Feiertag am 1. Mai entfernt sich – genauso wie die christlichen Feiertage – mehr und mehr von seinem ursprünglichen Sinn.
Bei kirchlichen Festtagen wie Ostern, Weihnachten oder Pfingsten wird ja gerne und ganz zurecht beklagt, dass der Anlass in den Hintergrund gerät. Man schlemmt, reist und zelebriert Freizeit, während immer weniger Menschen die arbeitsfreien Tage auch für Kirche und Glauben nutzen – was ja mal Grund für die Pause im Alltag war.
Am 1. Mai kamen zu den bundesweit zentralen Gewerkschafts-Kundgebungen in Nürnberg gerade mal rund 6.000 Teilnehmer. Vier Mal so viele Biker haben sich am gleichen Tag in der gleichen Stadt getroffen, um zur Saisoneröffnung auf Motorrädern spazieren zu fahren. Wo man hinkam, wurde gesellig gefeiert – meistens ohne viele Gedanken an den „Tag der Arbeit” zu verschwenden.
Dieser geht zurück auf eine Massendemonstration am 1. Mai 1856 in Australien und einen blutigen Generalstreik am 1. Mai 1886 in den USA. Die Arbeiterbewegung setzte einen Achtstundentag durch, statt wie vorher zehn oder 12 Stunden. In China soll es noch heute in manchen Bereichen ein (offiziell freiwilliges) 996-Arbeitssystem geben mit Arbeit von neun bis neun an sechs Wochentagen, also 72 Wochenstunden. Bei dieser Vorstellung ist das Gedenken an den 1. Mai schon einen Gedanken wert, finde ich.
Trotzdem war das Wochenende jetzt eine Wonne. Schon vor Christi Himmelfahrt vier Sonnentage am Stück, für viele arbeitsfrei und garniert mit tollen Festen! Alleine am 1. Mai: Dixie-Frühschoppen in Eschenau, Dorfplatzfest in Kalchreuth, Maifest in Stöckach, Kellerfest in Oberschöllenbach… das war ja in acht Stunden kaum zu schaffen! Nach so viel Entspannung sollte doch die Arbeitswoche gut gelingen.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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