Ein Veteran der Verkehrsgeschichte
"Seekuh"-Triebwagen wird in Ebermannstadt aufgearbeitet

Anlässlich einer Sonderfahrt begegnet der Triebwagen in Forchheim einem großen Bruder, dem ICE von Berlin nach München.
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  • Foto: Günther Klebes
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Viele der älteren Leser erinnern sich bestimmt noch an die Triebwagen die neben den Dampfzügen auf den Bahnstrecken von Erlangen nach Herzogenaurach und Eschenau, genannt „Fuchtl“ und „Seekuh“, fuhren.

Diese historische Dieseltriebwagen, von Busch in Bautzen 1937 gebaut, stellen die letzte Vorkriegsentwicklung eines zweiachsigen Dieseltriebwagens für die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft dar. Ein Triebwagen überlebte und fuhr zuletzt in Ebermannstadt. Als VT 70 919 kam er 1955 ins Nürnberger Bahnbetriebswerk und fuhr dann bis 1956 nach Herzogenaurach und auch Eschenau. Später fand man Fahrkarten aus Erlangen in diesem Fahrzeug.

Im Jahr 1960 kaufte die private Lokalbahn Lam - Kötzting das Gefährt. Mit Übernahme der Bahnstrecke kam es an die Regentalbahn. 1979 erwarb die Dampfbahn Fränkische Schweiz in Ebermannstadt dieses wertvolles Stück zusammen mit einem Beiwagen . Im Herbst 1986 wurde das Fahrzeug vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in die Liste der beweglichen Denkmale aufgenommen.

Zusammen mit dem Beiwagen bestritt der nunmehr als VT 135 069 bezeichnete Triebwagen viele der regulären Betriebstage der Museumsbahn, an denen der Dampfzug nicht zum Einsatz gekommen war. Seit einigen Jahren sind die Fahrzeuge aber abgestellt und bedürfen einer Aufarbeitung. Dreh- und Angelpunkt sind die Radscheiben der Radsätze, die allesamt Risse aufweisen; so was wurde früher einfach nicht geprüft.

Jetzt aber schon und da gibt es ein Problem; dergleichen Radsätze hat die Industrie nicht auf Lager. Nach viel Mühe überhaupt mal an eine Zeichnung zu kommen sind die Hobby-Eisenbahner jetzt soweit einen Hersteller zu haben der einen Satz Radscheiben gießen würde. Dann müssen die noch bearbeitet und bereift werden. Allein für den Guss fallen ca. gut 20.000 € an, die durch private Spenden aufgebracht werden sollen. Wer helfen möchte, wende sich an die Dampfbahn Fränkische Schweiz in Ebermannstadt.

Günther Klebes

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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