Anstoßen auf 1000 Jahre Herpersdorf
„Herpersdorfer Hell” zum Jubiläum gebraut

Willi Wohlfart (Braumeister, hinten rechts), Jürgen Eichenmüller (Kuni-Bräu, vorne links), Roman Wölfel (Orga-Team, hinten links) und Sebastian Bartels (Orga-Team, vorne rechts) beim offiziellen Verkaufsstart des Festbieres.
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  • Willi Wohlfart (Braumeister, hinten rechts), Jürgen Eichenmüller (Kuni-Bräu, vorne links), Roman Wölfel (Orga-Team, hinten links) und Sebastian Bartels (Orga-Team, vorne rechts) beim offiziellen Verkaufsstart des Festbieres.
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In Herpersdorf gibt es seit vergangenem Freitag einen ganz besonderen Trunk zu kaufen: Eigens für das 1000-jährige Jubiläum wurde das „Herpersdorfer Hell” nach eigener Rezeptur gebraut. Das Dorf gilt mit seiner tausendjährigen Geschichte seit der ersten urkundlichen Erwähnung am 13.11.1021 als ältester Ortsteil des Marktes Eckental (das wochenblatt berichtete). Auf viele Jubiläums-Aktionen musste man bisher pandemiebedingt verzichten – nicht aber auf das Geburtstagsbier.

„Herpersdorf hat eine lange Hopfenanbau-Tradition. Um den Ort herum finden sich viele landwirtschaftliche Flächen, auf denen seit über 100 Hopfenanbau betrieben wird.”, erklärt Sebastian Bartels, Mitglied des Orga-Teams „1000 Jahre Herpersdorf”, „Da lag es nahe, dass wir ein für diesen besonderen Anlass ein Bier einbrauen lassen“.

Hopfenernte um 1950 - Die Dolden werden von Hand gepflückt und sortiert.
  • Hopfenernte um 1950 - Die Dolden werden von Hand gepflückt und sortiert.
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Auf der Suche nach einer, die das Herpersdorfer Projekt unterstützt, wurde man schließlich in der „Kuni-Bräu” aus Lauf fündig. Im Februar wurde dann damit begonnen, am Rezept in der Hausbrauerei des gelernten Braumeisters Willi Wohlfart in Günthersbühl zu tüfteln und den ersten Probesud anzusetzen. „Es war uns dabei sehr wichtig, dass wir für diesen Sud im Sinne der Tradition auch Herpersdorfer Hopfen verwenden.” erläutert Roman Wölfel, der ebenfalls Mitglied im Organisationsteam ist.

Das genau abgewogene Malz wurde in einer historischen Mühle aus dem Jahr 1923 geschrotet und anschließend bei verschiedenen Rasten bei Temperaturen zwischen 58 und 72 Grad im Maischebottich eingemaischt. Nach dem Läutern (Abtrennen der Feststoffe = „Treber”) kochte man die Würze in der Sudpfanne, gab den Hopfen dazu, nahm zwischendurch Proben, klärte die Würze und füllte sie nach dem Abkühlen mit untergäriger Brauhefe für eine Woche in den Gärtank. Nach der Hauptgärung, Nachgärung und Reife konnte man ein süffiges Bier mit vollmundigem Geschmack, schöner Farbe und stabiler Schaumkrone verkosten.

Roman Wölfel (li.) und Sebastian Bartels (mitte) probieren in der Hausbrauerei des gelernten Braumeisters Willi Wohlfart (re.) in Günthersbühl den Prosebsud.
  • Roman Wölfel (li.) und Sebastian Bartels (mitte) probieren in der Hausbrauerei des gelernten Braumeisters Willi Wohlfart (re.) in Günthersbühl den Prosebsud.
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1000 Jahre – 1000 Liter

Anschließend wurden nach dieser Rezeptur die ersten 10 Hektoliter des Festbiers in einer der Kuni-Bräu befreundeten Brauerei eingebraut und abgefüllt in 2000 Flaschen in 100 Kästen. Der Verkauf startete bereits am vergangenen Freitag. Ein 20er-Kasten kostet 19,95 Euro zzgl. Pfand, ein Sechserpack 8,95 inklusive Pfand, beides kann am extra eingerichteten „Bierkiosk” am Feuerwehrhaus in Herpersdorf erworben werden. „Beim Direktverkauf arbeiten wir gerade einmal kostendeckend”, erläutert Sebastian Bartels. Gewinn soll mit dem Bierverkauf nicht erzielt werden. „Es wäre jedoch schön wenn bei zukünftigen Veranstaltungen ein paar Euro hängen bleiben, mit denen wir dann weitere Aktionen für unser Projekt finanzieren können. Jeder Euro kommt am Schluss der Dorfgemeinschaft zu Gute“, sagt Sebastian Bartels.

Die genaue Beschreibung des Brauvorgangs mit interessanten Bildern findet man unter www.1000-jahre-herpersdorf.de/jubiläumsbier/entstehung/

Die nächsten Verkaufstermine sind für den 30. Juli, 5. und 12. August jeweils von 17 bis 19 Uhr geplant – „Voraussetzung ist aber, dass immer genug Bier vorhanden ist. Wir versuchen rechtzeitig nachzuordern” ergänzt Roman Wölfel. Weitere Zeiten und Termine werden aktuell veröffentlicht unter www.1000-jahre-herpersdorf.de/jubiläumsbier/bierverkauf/

Hoffen auf Festkommers im November

Durch die Corona-Pandemie mussten die meisten Veranstaltungen und auf nächstes Jahr verschoben werden. Der Bierverkauf ist neben den neuen Willkommens-Tafeln an den Ortseingängen eine der wenigen durchführbaren Aktionen zum 1.000-jährigen Jubiläum.

Weitere Aktivitäten sind in Planung, aber keineswegs sicher. Wenn Dorffeste, die unabhängig vom Jubiläum den Jahresablauf der Ortschaft prägen, möglich sind, soll das Festbier ausgeschenkt werden, selbstverständlich arbeiten beim Jubiläum die Herpersdorfer Vereine Feuerwehr, MGV Frankonia, ASV Herpersdorf und Kerwaboum zusammen. Aber „das Drumherum ist aufwendig geworden”, erklärt Sebastian Bartels. Durch notwendige Hygienekonzepte und die Coronamaßnahmen sind kurzfristige Veranstaltungen nahezu unmöglich.

Am 13. November – dem Tag der ersten Erwähnung von Herpersdorf auf der Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II – ist dennoch weiterhin ein Kommersabend in der Georg Hänfling Halle in Eschenau geplant. „Wir versuchen den Termin zu halten”, sagt Bartels.

Parallel arbeitet das siebenköpfige Organisationsteam gerade an der Vervollständigung der verschiedenen Chroniken sowie einer Bildersammlung. Die Vereins- und Haus-Chroniken sowie die Dorfchronik sollen auf den neuesten Stand gebracht und veröffentlicht werden. „Wer noch Bilder hat oder gerne bei der Archiv-Arbeit oder den Aktivitäten zum Jubiläum helfen möchte, soll sich bitte bei uns melden”, appelliert Bartels.
Infos und Kontakt unter
www.1000-jahre-herpersdorf.de

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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