Forstbetrieb Nürnberg warnt
Eichenprozessionsspinner im Reichswald

Foto: Sebastian Linstädt, BaySF
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Der Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten weist auf eine aktuell deutlich erhöhte Eichenprozessionsspinner-Population im Nürnberger Reichswald hin. Besonders betroffen sind Eichen in lichten Waldbeständen sowie an Bestandes- und Waldrändern.

Mit diesem aktuell sehr starken Auftreten des Eichenprozessionsspinners gehen Gefährdungen für Mensch und Tier einher. Konkret können die Brennhaare des Prozessionsspinners zu Reizung der Haut, Augen oder Schleimhäute oder auch Atemwegsbeschwerden führen. Waldbesuchende werden daher dringend gebeten, Vorsicht walten zu lassen, Abstand zu halten und die betroffenen Eichenbestände zu meiden.

Aufgrund des fast flächendeckenden Auftretens sind großflächige Gegenmaßnahmen nicht wirksam umsetzbar.

Gesundheitsgefahr durch Raupenhaare

Die eigentliche Gefährdung durch den Eichenprozessionsspinner geht von den feinen Brennhaaren der Raupen. Diese entwickeln sich ab dem dritten Larvenstadium und können durch Luftbewegungen über größere Distanzen verbreitet werden. Auch alte Nester und Häutungsreste stellen leider über lange Zeit hinweg eine Gesundheitsgefahr dar.Die Brennhaare enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein und können beim Menschen folgende Beschwerden auslösen:

  • Hautreizungen und Ausschläge
  • Juckreiz und Entzündungen
  • Reizungen der Augen und Schleimhäute
  • Atemwegsbeschwerden

Besonders gefährdet sind empfindliche Hautpartien wie Gesicht, Hals sowie Armbeugen.

Hinweise für Waldbesuchende

Der Forstbetrieb Nürnberg bittet alle Bürgerinnen und Bürger um umsichtiges Verhalten:
•Halten Sie Abstand zu Eichen und insbesondere zu sichtbaren Gespinstnestern

  • Berühren Sie weder Raupen noch Nester
  • Bleiben Sie möglichst auf befestigten Wegen
  • Vermeiden Sie Aufenthalte in erkennbar stark befallenen Bereichen
  • Nach dem Waldbesuch gegebenenfalls Kleidung wechseln und gründlich reinigen

Ärztlicher Hinweis

Bei Auftreten gesundheitlicher Beschwerden sollte umgehend ein Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden. Es wird ausdrücklich empfohlen, auf einen möglichen Kontakt mit Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners hinzuweisen.

Auswirkungen auf den Reichswald

Ein einmaliger Kahlfraß – dieser kommt aktuell nur im Ausnahmefall vor – schwächt die Eichen nur geringfügig. Über den Johannistrieb können die befallenen Eichen neue Blätter bilden. Vitale Eichen haben ein enormes Regenerationsvermögen. Erst mehrjährig aufeinanderfolgender starker Fraß oder gleichzeitige Massenvermehrungen anderer blattfressender Eichenschädlinge führt zu wesentlichen Vitalitätsverlusten oder gar bestandesbedrohenden Schäden. Davon ist im Reichswald aber aktuell nicht auszugehen.

Hintergrund

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) kommt in Bayern an allen heimischen Eichenarten vor (Stiel-, Trauben- und Roteiche). Er bevorzugt warme, trockene Standorte mit lichten Beständen oder Waldrändern. Seit Mitte der 1990er Jahre ist klimawandelbedingt eine deutliche Zunahme des ursprünglich seltenen Schmetterlings insbesondere in Franken zu beobachten, mit Schwerpunkten auch in Mittelfranken.

Foto: Sebastian Linstädt, BaySF
Foto: Sebastian Linstädt, BaySF
Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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