Leserbrief
Die Qual der Wahl
- hochgeladen von wochenblatt - Redaktion
Eckental geht – wie viele andere Kommunen und Landkreise – in die Verlängerung! Wir sind am 22. März noch einmal zur Urne gerufen und dürfen zwei Kreuzchen machen. Eines für den künftigen Bürgermeister und ein weiteres für den Landrat. Auf beiden Ebenen befinden sich noch die CSU und die FW im Rennen um die begehrte Position.
Offensichtlich ist es beiden Gruppierungen gelungen, die jeweils besten Kandidaten in das Rennen zu schicken, denn in einer Wahl sollte sich doch der oder die Geeignetste am Ende als Sieger durchsetzen – so die Theorie. Und die Praxis?
Zunächst einmal finden sich schwer noch Kandidatinnen und Kandidaten, die bereit sind, sich auf einer Liste für eine Partei zu bekennen und für ein kommunalpolitisches Amt zu kandidieren. Im Wahlkampf schließlich entwickelt man ein Programm und misst sich mit Argumenten. Die Wählerinnen und Wähler informieren sich, vergleichen und bewerten, um sich dann für diejenigen zu entscheiden, durch die sie sich am besten repräsentiert fühlen.
Diese idealtypische Vorstellung von Demokratie entspricht leider nicht immer der Realität. Klicks, Likes und Shitstorms auf Social Media ersetzen die echte Debatte, Medien beeinflussen durch ihre Berichterstattung und eine Auseinandersetzung mit den Positionen ist für viele zu anstrengend und zu zeitraubend. Der unzufriedene Bürger sucht einfache Lösungen, die es aber in der Regel nicht gibt. Hat die Demokratie also überhaupt noch eine Chance?
Sie hat, wenn wir wieder mehr danach fragen, wer ist wirklich geeignet? Wir müssen wieder nachsichtiger und zurückhaltender werden im Umgang mit diesen öffentlichen Personen, denn auch sie haben eine Privatsphäre. Was in Eckental und andernorts zunehmend zu beobachten ist, führt genau dazu, dass kluge, vernünftige und engagierte Bürger der Politik den Rücken kehren.
Dann wird die Wahl zur Qual, weil sich das niemand mehr antun möchte.
Kurt Röder
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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