Glauben
Schwere Zeiten für die katholische Kirche

Wie reagieren die Menschen in den Gemeinden?

Im der letzten Ausgabe hat wochenblatt-Herausgeber Andreas Unbehaun die Leserinnen und Leser um ein Stimmungsbild zu der Entwicklung in der katholischen Kirche gebeten. Folgende Zuschriften haben uns zu diesem Thema erreicht. Vielen Dank dafür.

Wollt auch Ihr gehen?

Diese Frage stellte Jesus seinen Jüngern. Zwar stellte Jesus diese Frage in einem anderen Zusammenhang. Aber trotzdem ist die Frage für mich sehr aktuell. Willst auch Du gehen?

Warum bleibe ich in meiner Kirche? Für mich gibt es verschiedene Gründe nicht zu gehen. Kirche ist für mich der Ort der Gemeinschaft, wo ich mich angenommen und beheimatet weiß. In ihr habe ich gerade in meiner persönlichen, schwierigen Zeit Angenommensein und Hilfe erfahren dürfen und erfahre sie immer noch. In dieser Gemeinschaft des Zuhörens und der Aussprache ist mir Geborgenheit und Hilfe geschenkt worden und wird mir bis heute geschenkt. Diesen Ort der Erfahrung, der trägt und heilt, wünsche ich allen, die großes Leid erfahren haben.

Gerade in dieser Nacht der Kirche, in diesen Trümmern, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass etwas Neues entsteht! Nach wie vor sind gute Bausteine vorhanden. Möge der Heilige Geist uns neue Bausteine schenken, so dass Bewährtes und Neues die Kirche im Geist Jesu wieder aufrichtet, damit viele Menschen Geborgenheit und Heimat erleben können.

Dafür lohnt es sich in der Kirche zu bleiben, mit ihr zu beten und an der Erneuerung mit zu arbeiten!

Anbei ein Gedicht von Caryll Houselanser übersetzt ins Deutsche:

Wo immer Kirche -
- da RuinenRuinen
- des Zuhauses
- des Herzens
-der Hoffnung. 

Und überalldiejenigen,
die bauen wollen:
eine neue Welt
auf einem Fundament -
von Ruinen.

Hildegard Tkotz, Eschenau

Warum ich in der Kirche bleibe

Davon, wie tief mich das Missbrauchsgutachten der Diözese München-Freising getroffen hat, bin ich selbst überrascht. In den letzten Monaten gab es schließlich bereits genug Indizien, die ein solches Ergebnis erwarten ließen. Wahrscheinlich rührt meine Bestürzung vor allem daher, dass selbst jetzt, wo die Fakten auf dem Tisch liegen, von oberster kirchlicher Ebene immer noch Versuche unternommen werden, sich wegzuducken.

Da tut es gut, dass sich sämtliche Hauptamtlichen in den Pfarreien hier vor Ort klar auf die Seite der Opfer stellen, Verantwortungsübernahme einfordern und vor allem auch signalisieren, dass es ein "Weiter so" nicht geben kann.Natürlich stellt sich dennoch die Frage: Will ich dieser katholischen Kirche weiterhin die Stange halten?

Meine Antwort ist ein klares Ja, weil wir alle Kirche sind und nichts von dem, was an Missständen offenbart worden ist, sich ändert, wenn sich die Reihen lichten. Es braucht Christinnen und Christen, die dieser katholischen Kirche ein freundliches Gesicht geben und Jesu Botschaft leben und weitergeben. Sehen wir in der Krise eine Chance der Erneuerung von unten!

Am 25. Februar wird es in der kath. Kirche in Forth einen „Gottesdienst für Enttäuschte“ geben, der den Erschütterungen Raum geben und Kraft schenken soll. Fühlen Sie sich jetzt schon herzlich eingeladen.

Andrea Felser-Friedrich, Eckenhaid

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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