Ausgezeichnet, aber in Präsenz verboten
Jugendarbeit im Landkreis Erlangen-Höchstadt

Das Jugendcamp Vestenbergsgreuth musste dieses Jahr zwei Mal schließen. Der KJR hofft, dass es im März endlich wieder öffnen kann.
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Die Umweltbildung des Kreisjugendring Erlangen-Höchstadt wurde kürzlich mit dem Qualitätssiegel "Umweltbildung Bayern" ausgezeichnet, doch die Corona-bedingten Verordnungen machen Jugendarbeit aktuell fast unmöglich.

Umweltbildung ist seit über 20 Jahren ein Schwerpunkt der Arbeit des Kreisjugendrings (KJR) Erlangen-Höchstadt. Mit dem "Umweltforschermobil" werden Projekte mit Jugendgruppen und Schulklassen im ganzen Landkreis umgesetzt. Mit der nachhaltigen Gestaltung des Jungendcamps Vestenbergsgreuth wird die Bildung für nachhaltige Entwicklung für Jugendgruppen des Landkreises und weit darüber hinaus ermöglicht.

Diese Arbeit wurde nun ausgezeichnet mit dem Qualitätssiegel "Umweltbildung Bayern" der bayerischen Staatsregierung. Der Vorsitzende des KJR, Dominik Hertel, sagt dazu: "Wir fühlen uns durch diese Auszeichnung geehrt und bestätigt. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist für uns ein Auftrag in all unseren Aktivitäten!"

Jugendcamp derzeit geschlossen

Doch die Corona-Pandemie macht auch vor der Jugendarbeit nicht Halt.Das Jugendcamp Vestenbergsgreuth musste - nach einer Schließung im Frühjahr - auch in den Wintermonaten schließen.Das entstandene und noch entstehende finanzielle Defizit wird durch Mittel des Landkreises Erlangen-Höchstadt gedeckt. Jedoch entstehen durch die verordneten Maßnahmen auch andere Schäden. Der Vorstand des KJR ist sich einig, so der Vorsitzende: "Das Verbot der Jugendarbeit ist der falsche Weg. Jugendarbeit bietet für viele junge Menschen einen wichtigen "dritten Ort" neben der Familie und Schule. Gerade für junge Menschen die in ihrer Familie Gewalt oder Missbrauch erfahren ist solch ein "dritter Ort" von enormer Wichtigkeit. Die Jugendarbeit hat in den vergangenen Monaten mehrfach bewiesen, dass sie in der Lage ist hochwertige pädagogische Arbeit unter strengen Schutzmaßnahmen durchzuführen.“

Ähnlich hatte sich auch der Präsident des Bayrischen Jugendrings, Matthias Fack kürzlich geäußert: "Kinder und Jugendliche brauchen geschützte Räume der Gemeinschaft und der Begegnung, in denen sie als Menschen wahrgenommen und gehört werden. Diese Räume hätte ihnen die Jugendarbeit auch im Dezember bieten können. Zur Bekämpfung der Pandemie sind drastische Maßnahmen notwendig. Aber auch junge Menschen müssen dabei Freiheiten behalten, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Aus Sicht des KJR ist es auch ein großes Versäumnis, dass junge Menschen nicht eingebunden wurden, bei Entscheidungen zu Maßnahmen die massiv in ihr Leben und ihre Entwicklung eingreifen.

In Absprache mit Jugendverbänden und den Gemeindejugendpflegern und –jugendpflegerinnen werden schon seit Monaten eine Vielzahlt von digitalen Angeboten ausprobiert, doch können diese den direkten Kontakt nicht vollständig ersetzen. Der KJR ist jedenfalls voller Zuversicht im kommenden Jahr wieder Veranstaltungen in Präsenz anbieten zu können und das Jugendcamp Vestenbergsgreuth ab März wieder zu öffnen. Das Jahresprogramm ist in Vorbereitung und wird Anfang des Jahres verteilt und online gehen. Die Angebote der Umweltbildung spielen dabei eine große Rolle.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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