Erst gurgeln, dann lernen
Grundschule Eckenhaid nimmt an Corona-Pooltests teil

Lehrerin Nettelmann erklärt ihren Schülern im Unterricht anschaulich, wie der Test abläuft und was sie tun müssen.
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  • Lehrerin Nettelmann erklärt ihren Schülern im Unterricht anschaulich, wie der Test abläuft und was sie tun müssen.
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Dorothea Nettelmann steht mit zwei Röhrchen vor ihrer Klasse in der Grundschule Eckenhaid. Sie geht zum Waschbecken, nimmt einen Schluck Wasser in den Mund und gurgelt. Die Kinder schauen ihr aufmerksam zu, immerhin sollen sie das Ganze bald nachmachen.

Lehrerin Nettelmann erklärt ihren Schülern, wie der Gurgel-Corona-Test funktioniert. Seit nun schon drei Wochen gurgeln die Lehrer der Grundschule Eckenhaid zwei Mal wöchentlich im Rahmen der WICOVIR-Studie (Wo Ist das COronaVIrus?) der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit Montag nehmen auch die Schüler an der Studie teil.

Warum heißt es Pooltest?

Pooltest bedeutet, dass zunächst nicht die Proben von Einzelpersonen, sondern das gesamte „Gurgelwasser“ einer Gruppe getestet wird: Jeweils Montags und Donnerstags werden die gesammelten Proben von maximal 30 Personen analysiert. In der Grundschule Eckenhaid gibt es einen Pool für die Lehrer und jede Klasse hat ihren eigenen Test-Pool.

Direkt nach dem Aufstehen muss zuhause gegurgelt werden. Das Gurgelwasser wird dann auf zwei Röhrchen aufgeteilt. Eines davon wird in die Schule mitgebracht, das andere bleibt zuhause und wird bis zum Testergebnis aufgehoben. In der Schule wird die mitgebrachte „Gurgelprobe“ in ein Sammelgefäß gefüllt. Dieses fährt eine Lehrkraft, am Nachmittag nach Erlangen zur Untersuchung, am Mittag des Folgetages wird das Ergebnis durchgegeben.

Sollte der Pool einer Gruppe oder Klasse positiv sein, kommt das zweite Röhrchen ins Spiel, das zuhause aufbewahrt wird. In Einzeltests wird dann festgestellt, wer infiziert ist. „Wenn ein positives Ergebnis vorliegt, entscheidet das Gesundheitsamt, wie es weitergeht“, erklärt Christine Becker, Rektorin in der Grundschule Eckenhaid.

Die Teilnahme der Schüler ist freiwillig, die Eltern wurden vorab in einem Brief über die Teilnahmemöglichkeit informiert. Im Unterricht erklären Lehrer ihren Schülern, was es mit dem Test auf sich hat, wie er funktioniert und warum er so wichtig ist. „Wir fühlen uns dadurch sicherer und wir können dazu beitragen, dass die Infektionszahlen in unserem Landkreis sinken“, sagt Rektorin Becker. Sie hofft, dass möglichst viele Schüler an dem Test teilnehmen.

Lehrerin bringt Proben nach Erlangen

Auf die Idee an dieser Studie teilzunehmen, kam Birgit Keßler, eine Lehrerin an der Grundschule. Die Leiterin des Kindergartens ihres Kindes hatte ihr von den Tests erzählt. Keßler wiederrum erzählte Rektorin Becker von den Corona-Pooltests, die an der Uni Erlangen gemacht werden können.

Daraufhin hat die Rektorin recherchiert und sich das „Okay“ von Schulamt und Elternbeirat eingeholt, um die Pooltests auch in Eckenhaid durchführen zu können. Vom organisatorischen Leiter der Studie, Thomas Wagner, hat die Schule dann die Zusage bekommen, dass auch die Schüler an der Studie teilnehmen können.

Seit Montag fährt Keßler jetzt nicht nur die Proben der Lehrer, sondern auch die der Schüler in die Uni. Da sie in der Nähe der Uni wohnt, hat sie sich dazu bereiterklärt. In Erlangen werden die Proben von einem Fahrdienst eingesammelt. Für Eckental gibt es diese Möglichkeit bisher noch nicht. Dass die jeden Tag einen kleinen Umweg machen muss, stört Keßler überhaupt nicht. „Mir ist das lieber, als dass wir hier einen großen Corona-Ausbruch haben“, erklärt sie.

Birgit Keßler kümmert sich um die Pooltests in der Grundschule. Zwei Mal die Woche fährt sie die Proben an die Uni Erlangen.
  • Birgit Keßler kümmert sich um die Pooltests in der Grundschule. Zwei Mal die Woche fährt sie die Proben an die Uni Erlangen.
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Die WICOVIR-Studie soll helfen, das Coronavirus in großen Menschengruppen schnell zu identifizieren. Mit dem Beginn der Sommerferien endet die Studie. Bis dahin sollen die Corona-Pooltests an Schulen im besten Falle schnell und günstig eine Chance für sichere Öffnungsperspektiven bieten.

Autor:

Jennifer Müller aus Eckental

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