Leserbrief
Demokratie ist, wenn der Wähler entscheidet
Die Kommunalwahl vom Sonntag hat keinen klaren Sieger als Bürgermeister hervorgebracht, außerdem hat eine Partei erheblich an Stimmenanteil verloren und deren Bürgermeisterkandidat den Einzug in die Stichwahl verpasst. So weit, so gut, der Wähler hat entschieden. Offensichtlich hat sich die scheidende Bürgermeisterin einen anderen Wahlausgang gewünscht, wie es am Montag nach der Wahl in der Tagespresse zu lesen war. Ungewöhnlich heftig ist ihre Reaktion ausgefallen. Dabei stellt sie sich hinter einen Kandidaten, dem sie Kompetenzen in der Verwaltungsarbeit bescheinigt, und dies zusätzlich in einer persönlichen Anzeige im Wochenblatt zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig äußerte sie sich in scharfem Ton gegenüber dem Wahlgewinner: „Wenn ihr ihn fertig macht dann …“ Als Wähler und Bürger bin ich tief enttäuscht und irritiert darüber, wie dieses Verhalten demokratischen Werten zugeordnet werden soll. Ich habe die Wahlveranstaltungen aller Parteien sowie die Podiumsdiskussion des Energiewendevereins besucht. Ich konnte zu keiner Zeit ein Verhalten der Kandidierenden feststellen, welches die jeweils andere Partei oder deren Kandidaten persönlich angegriffen oder verunglimpft hätte. Im Gegenteil, alle Veranstaltungen waren sachlich und inhaltlich aufgaben- und lösungsorientiert und zu keiner Zeit dem politischen Gegner gegenüber personalisiert. Alle Bürgermeisterkandidierenden haben sich auf sehr persönliche Weise offen und transparent vorgestellt und ihre persönlichen Werte, wofür sie stehen und an denen sie sich messen lassen wollen, dargelegt. Alle Veranstaltungen waren fair und ausgewogen. Jeder der sie besucht hat, konnte und kann als Wähler für sich selbst entscheiden, wen er für sich als den am besten Geeigneten hält. Für die persönliche Wahlentscheidung braucht es keine spalterische Stimmungsmache, die den Gegner auf undemokratische Weise disqualifiziert. Zumindest nicht auf kommunaler Ebene, wo es darauf ankommt, dass alle gewählten Vertreter zukünftig vertrauensvoll zum Wohle der Gemeinde zusammenarbeiten sollen.
Autor:Detlef Obieray aus Eckental |
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