LESERBRIEF
Schützenswerter Lebensraum

Zum Leserbrief „Hecken verschwunden?” von Nikola Glöckner in der Ausgabe 16 vom 15. April auf Seite 11.

Liebe Frau Eilers, liebe Frau Glöckner,
Sie fragen sich, warum die Hecken verschwunden sind.
Seit etwa sechs Jahren beobachten wir den stetigen Rückgang der Hecken in und um Kalchreuth und Käswasser. Die mit landwirtschaftlichen Maschinen verursachten teils massiven Schäden sind weitreichend und keinesfalls nachhaltig. Die ehemals gesunden Hecken und Bäume sterben nach und nach ab, da die Schäden jedes Jahr vorangetrieben werden.

Wir informieren seit Jahren über diese zerstörerische Handhabung und ihre Folgen unseren Bürgermeister sowie für die Auftragsvergabe verantwortlichen Mitarbeiter und den Vorarbeiter des Bauhofes in unserer Gemeinde, als auch Mitglieder des Gemeinderates. Wir vereinbarten diesbezüglich Gesprächstermine und Ortsbegehungen, legten Bilder der Schäden vor und schrieben mehrere Schreiben, die die Brisanz darlegten.
Leider konnten wir mit unseren Bemühungen und dem Engagement ein Umdenken bei den Verantwortlichen nicht erreichen. Wir griffen selbst zu Rebschere und Säge um die am schlimmsten zerfetzten Äste und Zweige, die wir erreichen konnten, so zu schneiden, dass sie wieder austreiben können. Leider wurden die im Folgejahr wieder beschädigt.
Es ist nicht nachvollziehbar, dass Hecken, Sträucher und Bäume regelrecht zertrümmert und nicht geschnitten werden. Dieses Schadbild wird jährlich umfangreicher und verheerender.

Vogelnester verschwinden gänzlich, oder können nicht mehr besetzt werden, weil die schützende Hecke abgeschlagen wurde und so stark geschädigt wurde, dass ein Nachwachsen kaum noch stattfinden kann. Wir sehen, wie die Pflanzen ums Überleben kämpfen – aber jedes Jahr aufs Neue zertrümmert, Äste abgerissen, oder aufgespalten werden und Bodennah zerhäckselt und wie Pinsel aus der Erde ragen.
Wir fragen uns verzweifelt, warum die Heckenzerstörung seit etwa sechs Jahren durchgeführt wird, die in dieser Form an Hecken andernorts nicht zu beobachten ist. Ehemals gesunde Pflaumenbäume brechen in sich zusammen, weil große Äste abgebrochen werden mit der rohen Gewalt, mittels am Traktor montierten Mäh- oder Häcksel-Balken. Unvorstellbare Kräfte wirken auf die Hecken und Bäume ein, die unter lautem Getöse brechen und splittern.
Wir sprachen die Person auf dem Traktor an und erfuhren, dass der Auftraggeber ein Mitarbeiter in unserem Bürgerhaus ist. Diese Maßnahme wurde 2025 sogar in der Schonzeit durchgeführt und nachweislich drei Vogelnester verschwanden.
So werden wichtige Lebensräume der Tiere, die zum natürlichen Kreislauf gehören, zerstört.

Wir versuchen nun eine Bürgerinitiative oder Petition ins Leben zu rufen, die uns darin unterstützt die restlichen, noch verbliebenen Hecken zu retten, Gelder für Nachpflanzungen zu generieren und die für die Schäden verantwortlichen Personen an ihre Verantwortung zum Erhalt der Natur zu erinnern.
Wir bitten dringend um Unterstützung. Dafür kann gerne unsere Mailadresse über das wochenblatt nachgefragt werden.

Fam. Meier, Kalchreuth

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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