In den Krieg gezogen und gefallen
Inschrift erinnert an Tod von Kalchreuther Soldaten

Mit einer Gedenktafel in der St. Andreas-Kirche wird an die gefallenen Soldaten erinnert.
  • Mit einer Gedenktafel in der St. Andreas-Kirche wird an die gefallenen Soldaten erinnert.
  • Foto: E. Bayerlein
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Eine Inschrift in der St. Andreas-Kirche in Kalchreuth erinnert an den Tod von Konrad Böhm, der als Soldat des 73. Infanterie-Regiments am Krieg gegen Frankreich 1870/71 teilgenommen hatte.

Im Mai 1871, vor nunmehr 150 Jahren, fand mit dem Frieden von Frankfurt am Main der Deutsch-Französische Krieg ein Ende. Begonnen hatte er am 19. Juli 1870 als der damalige Französische Kaiser Napoleon III. Preußen den Krieg erklärte. Anlass war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die spanische Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen.

Dabei spielte der Preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck eine wichtige Rolle sowie ein internes Telegramm, die Emser Depesche. Die Offensive der Deutschen Truppen unter dem Chef des Generalstabs Helmuth von Moltke mündete am 2. September 1870 in die Schlacht bei Sedan. Im Oktober 1870 fanden dann weitere Kämpfe an der Loire statt, wo auch ein Bayerisches Korps beteiligt war. Die Stadt Orleans wurde erobert, fiel später aber wieder an Französische Truppen zurück.

Der Soldat Konrad Böhm, geboren am 6. Dezember 1848, ist am 8. Dezember 1870 bei Orleans gefallen. Seine Eltern waren Johann und Kunigunde Böhm, geheiratet hatten sie am 27. Februar 1846. Sie bewirtschafteten einen Bauernhof in der Weißgasse.

Bereits im Deutschen Krieg von 1866 zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft im Deutschen Reich fiel bei Zelle in Sachsen am 4. Juli 1866 der Soldat des 2. Kavallerie-Regiments Heinrich Klaußner. Geboren war er am 28. August 1840, die Eltern waren Leonhard und Margareta Klaußner. Sie hatten am 20. April 1840 geheiratet und bewirtschafteten einen Bauernhof am Dorfplatz.

Die entscheidende Schlacht zwischen dem Deutschen Bund,(einschließlich dem Königreich Bayern), unter der Führung Österreichs einerseits und Preußen sowie dessen Verbündeten andererseits, fand mit über 400.000 Soldaten am 3. Juli 1866 nahe der böhmischen Stadt Königsgrätz (heute Hradec Králove in Tschechien) statt.

Wie viele junge Männer aus Kalchreuth damals in die Kriege zogen kann heute nicht mehr festgestellt werden. Heimatforscher Wilhelm Held schreibt in der Ortschronik dass die Revolution 1848/49 viel Unruhe über das Land brachte und der freiheitliche Geist, der auch in den Kalchreuthern steckte, machte sich bei den Bauern und Gütlern bemerkbar.

Ob es der Freiheitsgedanke war, die Not oder die vielen Geschwister zuhause auf dem Bauernhof, der die jungen Männer dazu brachte sich als Soldaten zu melden, weiß man nicht mehr. Als am 5. Juli 1910 seine königliche Hoheit Prinz Ludwig von Bayern, der spätere König Ludwig III., das Kirschendorf besuchte, wurden ihm auch zwei Veteranen aus den Kriegen 1866 und 1870 vorgestellt – heißt es in einem Zeitungsbericht.

Weiter wird beim Empfang vor dem Schloss auch der Veteranen- und Militärverein erwähnt. Es sollten im 20. Jahrhundert noch zwei schlimmere Kriege mit Millionen Toten folgen, darunter auch viele Tote aus Kalchreuth. An der Südseite der Kirche, mit Gedenktafeln in der Kirche sowie einem Kriegerdenkmal im Friedhof wird heute an die gefallenen Männer erinnert.

Ernst Bayerlein

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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