Nachhaltige Nützlinge
Jetzt steht die Maisernte an

Die Spurbreite des Stelzenschleppers passt sich den Maisreihen an.
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  • Die Spurbreite des Stelzenschleppers passt sich den Maisreihen an.
  • Foto: U. Rahner
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Viele Maisfelder im wochenblatt- Land sind gut gediehen in diesem feuchten Sommer. Nun steht die Ernte an – sofern die nassen Äcker gut befahren werden können.

Wenn der Futtermais im Hochsommer die nahrhaften Kolben ausbilden soll, bereitet vielen Landwirten der Maiszünsler Sorge. Die Larven des Kleinschmetterlings fressen sich durch die Stängel, so dass diese leicht brechen und die Pflanze vor der Ernte verdirbt. Dadurch zählt der Maiszünsler zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schädlingen an Mais.

Natürliche Schädlingsbekämpfung

Dem haben Landwirt Martin Friedrich aus Mitteldorf und Pflanzenschutzfachmann Markus Maul aus Bullach Anfang August biologische Nützlinge entgegengesetzt: Die Schlupfwespe Trichogramma brassicae fungiert als äußerst effizienter natürlicher Feind des Maiszünslers.

In biologisch abbaubaren, 2 cm großen Zellstoff-Kapseln befinden sich jeweils 1.100 Schlupfwespen- Eier. Daraus entstehen die weniger als 0,5 mm kleinen Trichogramma- Wespen, deren Weibchen wiederum ihre Eier in die Maiszünsler- Eier legen. Aus diesen entwickeln sich dann statt Maiszünslern neue Schlupfwespen, die völlig harmlos für Menschen und Tiere drei bis vier Wochen leben. Nur wenige der Nützlinge überwintern.

Die Trichogramma-Schlupfwespen werden auch eingesetzt, um in Innenräumen auf schonende Weise dem Befall mit Lebensmittel-Motten zu begegnen – ähnlich wie Marienkäfer als nützlicher Gegenspieler von Schädlingen wie Blattlaus oder Spinnmilbe.

Feine Dosierung mit Drohne, GPS und Hightech

Eigentlich war für die aktuelle Ausbringung der Schlupfwespen- Eier der Abwurf per Drohne vorgesehen. Weil diese gerade defekt war, wurden die Zellstoffkapseln mit einem Stelzenschlepper auf den Feldern von Martin Friedrich verteilt. So viel Mais wie früher braucht er ohnehin nicht mehr, seit er die Milchwirtschaft letztes Jahr aufgegeben hat. Künftig sollen seine verbleibenden Rinder im Sommer auch draußen auf der Weide stehen, aber im Winter brauchen sie daheim im Laufstall wie bisher eigenerzeugtes Futter aus Gras und Getreide.

Bei der genauen Dosierung und Platzierung hilft computergestützte GPS-Satellitentechnologie. Die Ausleger seines Spezialfahrzeugs kann Markus Maul auf insgesamt 30 Meter Breite ausfahren. Bei den kleinen Flurstücken im wochenblatt- Land fährt er zum Teil
nur ein- oder zweimal durch den Acker, bevor er „einklappt“, den Stelzenschlepper von Arbeits- auf Fahrhöhe absenkt und sich aufmacht zum nächsten Feld. Die extreme Bodenfreiheit ermöglicht die Befahrung des Maisfeldes über mehr als zwei Meter hohe Pflanzen hinweg. Somit konnte man im gleichen Arbeitsgang auch unterstützende Spurenelemente wie Zink, Magnesium, Schwefel, Molybdän und Bor ausbringen.

Markus Maul ist auch Landwirt und den wochenblatt-Lesern vielleicht noch in Erinnerung als derjenige, der vor zwei Jahren im eigenen Maisfeld bei Bullach ein lehrreiches Labyrinth in Form einer Biene angelegt hatte. Als Fachmann für Pflanzenschutz unterstützt er seine Berufskollegen, um ihre Reinkulturen vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen.

Die in der Region übliche Vermeidung von Monokulturen durch traditionellen Fruchtwechsel auf kleinen Feldern macht viele mögliche „Spritzmittel“ verzichtbar. Wenn dennoch eine Behandlung erforderlich ist, kann die biologische Methode mit tierischen Nützlingen den Einsatz künstlicher Präparate vermindern und die Entwicklung von Resistenzen gegen Wirkstoffen vermeiden.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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