Härteis und Rehberg scheiterten in drei Sätzen
Youngster Marvin Moeller sorgt weiterhin für Furore

Vier Erfolge binnen fünf Tagen: Moeller ist die Überraschung in Eckental.
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  • Foto: Fabian Reisch
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Nachdem heute Mittag der topgesetzte Kamil Majchzrak nach einem schnellen Aufgabe-Sieg gegen Sebastian Ofner als letzter Spieler den Sprung unter die besten 16 schaffte, passt bei diesen Deutschen Hallentennismeisterschaften weiterhin das Attribut „international“ vorzüglich, schließlich stehen im Achtelfinale Tennis-Profis aus zehn Nationen, darunter auch vier Nichteuropäer. Von den verbliebenen deutschen Spielern musste das am Montag so stark aufspielende Youngster-Trio und der Nürnberger Johannes Härteis Farbe bekennen. Morgen kann Matthias Bachinger in seiner Rolle als „Lucky Looser“ weiter von sich reden machen, er trifft auf den spielstarten Marterer-Bezwinger Marc-Andrea Hüsler. Eine hohe Hürde für den Münchner gegen das Schweizer Ass.

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Wem man einen Gegner auf dem Tableau serviert bekommt, der im September bei den French Open den Einzug in die dritte Runde schaffte und erst vom späteren Turniersieger Rafael Nadel, gestoppt wurde, dann weiß man wie schwer die Aufgabe ist. Johannes Härteis bekam dies im ersten Durchgang gegen Sebastian Korda, wohl der Akteur in Eckental mit dem bekanntesten (Tennis)-Nachnamen, zu spüren. Der Start mit einem Breakverlust war für den Nürnberger nicht gerade verheißungsvoll, Korda diktierte den Satz klar mit 6:2. Das Spiel für den in Florida lebenden US-Akteur wurde kein Selbstläufer, im Gegenteil: Härteis dominierte nun und gewann eindrucksvoll mit 6:1 den zweiten Durchgang. Fränkische Siegeshoffnungen kamen auf, wurden aber im Expresstempo zunichte gemacht, denn Korda spielte nun groß auf und war wieder Chef auf dem Teppichboden. 1:6 – Härteis chancenlos nach 84 Minuten. Trotzdem war Eckental 2020 mit 3:1 Siegen ein Erfolg, dotiert mit 1 480 Euro!

An Dramatik und Spannung nicht zu überbieten war Begegnung zwischen Max Rehberg, einer der größten deutschen Nachwuchshoffnung vom TC Aschheim bei München, und dem an Nr. 4 gesetzten Evgeny Donskoy. Auf der einen Seite ein Teenager, auf der anderen Seite ein Profi, der seit Jahren auf allen Grand Slam-Plätzen zuhause ist und 2017 sogar Roger Federer bei den Australian Open besiegte. Und siehe zweimal fehlten dem oberbayerischen, angehenden Abiturienten nur zwei Bälle zum Sensationssieg. Im finalen Durchgang hatte der dreimalige Deutsche Meister in den Jugendklassen eine 5:3-Führung und servierte, doch der Routinier zog mit einem Doppel-Break den Kopf noch einmal aus der Schlinge. Rehberg zeigte Klasse und Nervenstärke, wehrte auch einen Matchball ab, breakte und so musste der Tiebreak entscheiden. 5:4 Rehberg, aber der Favorit hatte im Schlussakkord nach zweieinhalb Stunden mit vielen sehenswerten Ballwechseln das notwendige Quäntchen Glück, machte die nächsten drei Punkte und jubelte erleichternd. Dass 2 000 (!) ATP-Ränge zwischen den Beiden liegen, war gestern zu keinem Zeitpunkt sichtbar.

Ist Eckental der Durchbruch für Marvin Moeller im Herren-Profitennis? Vier Erfolge binnen fünf Tagen im House of Sports, da passte der Zwei-Satz-Erfolg im Youngster-Duell ins Bild. Moeller, der aufgrund einer langwierigen Sehnenverletzung an der Schlaghand im ATP-Ranking weit jenseits der 1 000-Marke liegt, präsentierte sich in beiden Durchgängen sehr focussiert, schaffte jeweils mit frühen Breaks das Fundament für den Sieg, bei dem er sich 13 Breakchancen herausspielte (Rosenkranz 1), von denen er vier Möglichkeiten verwandelte. Der Hamburger, der in der Vorwoche nicht den Sprung ins Hauptfeld schaffte, schwimmt auf einer Erfolgswelle und steht in Eckental als erster Deutscher – ja schon etwas überraschend – im Viertelfinale. Sein möglicher Gegner könnte der Topgesetzte ab.

Der erste Auftritt der Turnier Nr. 1, Kamil Majchzrak, dauerte nicht einmal eine halbe Stunde, denn sein Gegenüber Sebastian Ofner musste beim Stande von 5:1 wegen Bruststechen aufgeben. Der Pole, der auch 2019 auf der Setzliste ganz oben stand und nach einem Freilos sowie einem Sieg gegen Marc-Andrea Hüsler dann am Belgier Steve Darcis scheiterte, trifft morgen auf den ungesetzten Russen Roman Safiullin. Ob Majchrzak heuer als Topgesetzter durchkommt?

Ergebnisse: 1. Runde: Majchrzak (POL) - Ofner (AUT) 5:1 Aufgabe; 2. Runde: Ramanathan (IND) - Moriya (JPN) 7:6(1), 6:4; Moeller – Rosenkranz 6:2, 6:4; Donskoy (RUS) - Rehberg 3:6, 6:3, 7:6(5); Korda (USA) – Härteis 6:2, 1:6, 6:1.

Bertram Wagner

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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