Der Gloss'n Hans macht sich Gedanken
Finde den Fehler
- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber das letzte absichtlich „gefälschte” Foto im wochenblatt wurde vor sieben Jahren veröffentlicht. Im September 2019 lief eine beliebte Reihe aus, in der redaktionelle Bilder erneut abgedruckt wurden – aber nach retuschierten Änderungen im Motiv. Diese zu finden, war die Herausforderung für die Leserinnen und Leser. Unter den Einsendern der richtigen Lösung wurden Unterwasser-Digitalkameras verlost.
Das erste Gewinnspiel dieser Reihe „Ein Bild – fünf Fehler” erschien 2004. Bis dahin waren die Fotos im wochenblatt unverfälscht wiedergegeben – und die „normalen” Bilder selbstverständlich auch weiterhin. Lediglich die technisch erforderliche Bildbearbeitung wird seit jeher vorgenommen, früher in der Dunkelkammer, dann mit der Software Adobe Photoshop. Den Lesern absichtlich lustige Fehler im Bild unterzujubeln, war für gut ausgebildete und versierte Mediengestalter eine willkommene Fingerübung.
Schon vor Jahrhunderten konnten sich Profis ein Bild ausdenken und täuschend echt wiedergeben, es erforderte halt Zeit und Können. Die „Trompe-l’œil“-Malerei (Französisch für „täusche das Auge”) bietet beeindruckende Beispiele. Heute kann jeder Depp von KI Bilder fälschen lassen, ganz ohne menschliche Intelligenz. Davon wird auch reichlich Gebrauch gemacht, privat und von Influenzern, aber auch politisch bis hin zu geheimdienstlichen Kampagnen. Der dokumentarische Wert einer Fotografie geht gleich Null, zumindest in Sozialen Medien.
Schon fordern Gesetzte, KI-Einfluss in redaktionellen Veröffentlichungen zu kennzeichnen. Die Abgrenzung von technisch sinnvoller Bearbeitung wie der Korrektur von Hauttönen dürfte kompliziert werden. Dann heißt es im wochenblatt-Land wie immer „bitte lächeln“ – aber so, dass man nichts nachbearbeiten muss!
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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