Pogromnacht 9. November 1938
Dreiteiliges Gedenken
- Rosa, Alfred und Pauline Schnaittacher 1936. Alfred gelang im Januar 1937 die Flucht nach New York, wo er sich als Fred Snyder amerikanisierte.
- Foto: Sammlung Jeff Snyder, NY
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Erinnerung an die Erniedrigung, Verfolgung, Vertreibung und Ermordung der 29 Jüdinnen und Juden aus Forth ist auch 88 Jahre nach der Pogromnacht notwendige Antisemitismusprävention. Das diesjährige Pogromgedenken konzentriert sich auf die Familie Schnaittacher und deren zwei arisierte Häuser im Ort. Die „Interessengemeinschaft jüdische Geschichte“ führt seit 2009 dieses Gedenken am Memorial Forther Hauptstraße 47 durch und hat ein dreiteiliges Gedenken organisiert.
Gedenken am Jahrestag
Am Montag, 9. November 2026, findet man sich um 18 Uhr an der Stele vor dem Schnaittacherhaus (Forther Hauptstraße 47) zusammen, um die Namen der Ermordeten zu verlesen. Im Gedenkgang geht es dann zur Martin-Luther-Straße 12 und kurzen Informationen zu den überlebenden Fritz und Alfred Schnaittacher samt deren Kampf zur „Wiedergutmachung“ ihres gestohlenen Besitzes nach 1945. Auch wenn die Menschen längst verflogen, so bleiben doch ihre Häuser und Steine als Zeugen damaligen Unrechts in der Mitte unseres Dorfes stehen.
Ausstellung zu den jüdischen Häusern in Forth
Am Freitag, 13. November, wird in der Frohnhofer Mühle um 15 Uhr eine Ausstellung zu den jüdischen Häusern in Forth eröffnet und ein packendes Kapitel aus dem Roman „Die Lücken“ von Shida Bazyar gelesen. Die Schriftstellerin wurde vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit dem Deutschen Buchpreis für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres ausgezeichnet. Die Kuratorin Martina Switalski erläutert die Ausstellung gerne auch freitags für interessierte Gruppen nach Voranmeldung unter martina.switalski@gmx.de
Geschichte und Zukunft des Schnaittacherhauses
Informationen zur Zukunft des Schnaittacherhauses in der Forther Hauptstraße 47 werden am Montag, 7. Dezember, um 18 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Forth für alle Gemeinderäte und Interessierten vorgestellt – mit sehr aktuellen statischen Messungen in einer Masterarbeit der FH Coburg bei Prof. Holger Falter. Patrick Schilling aus Coburg referiert seine Ergebnisse zum denkmalgeschützten Schnaittacherhaus mit Nutzungsvorschlägen und brandneuen statischen Berechnungen zum Umbau. Für den Bauingenieur ist das „vulnerable Haus das letzte sichtbare Zeugnis einer 350-jährigen Geschichte des friedvollen Zusammenlebens Deutscher jüdischen und christlichen Glaubens in Forth zwischen 1520 und dem erzwungenen Ende 1938“. Dies gelte es zu erhalten.
„Stolpersteine“ für die Opfer
An diesem Abend will die Interessengemeinschaft deshalb über eine „Stolperstein“-Verlegung für Rosa und Pauline Schnaittacher reden und sucht hierfür Unterstützer und Unterstützerinnen. „Stolpersteine“ sind Gedenk-Pflastersteine aus Messing, die dort, wo Opfer des Nationalsozialismus zuletzt freiwillig lebten, deren Namen nennen und an sie erinnern.
Zum Dreiteiligen Gedenken 2026 gibt es weitere Hintergrundinformationen über die Geschichte und die Zukunft des Schnaittacherhauses.
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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