Ein Blick in die Kalchreuther St. Andreas Kirche
Maria als Himmelskönigin

In der Mitte die Gottesmutter Maria. In der St. Andreas Kirche in Kalchreuth gibt es sage und schreibe zwanzig Mal vor.
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  • Foto: Ernst Bayerlein
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Zur Weihnachtszeit rückt die Geburt Jesu in den Mittelpunkt und damit verbunden Maria und Josef. Insbesondere Maria als Gottesmutter erfährt eine besondere Verehrung in den Kirchen. In der Kalchreuther St. Andreas-Kirche ist Maria auf Darstellungen und Bilder etwa zwanzigmal zu finden. Dies verwundert nicht weiter denn die Kirche ist vor 1500 erbaut worden, also vor der Reformation. Genaugenommen wurde von den etwa 60 Bauern im Jahre 1471 das große Langhaus an eine kleine Andreskapelle aus dem 14. Jahrhundert angebaut. Im Jahre 1493 ließ dann der Nürnberger Patrizier Jobst I. Haller die kleine Kapelle abreißen und einen neuen großen Chor errichten, hoch oben im Gewölbe sind die Wappen der Familie zu sehen. Leider erlebte er nicht mehr den fertigen Chor, er verstarb noch im Dezember desselben Jahres. Sein Sohn Wolf III. Haller ließ die Arbeiten weiterführen und stiftete vor allem die zahlreichen herausragenden Kunstschätze, die zumeist von Nürnberger Meistern stammen. Warum die Stiftungen? Berthold von Haller formulierte es so: Zu Gottes Lob und dem heiligen Endres, aber insbesondere auch aus Angst vor dem Fegefeuer und den Höllenqualen. Gute Werke und insbesondere Stiftungen sollten dagegen Erlösung bringen.

Ein Fest für den Hauptaltar

Mit einem großen Fest wurde im Jahre 1497 bereits der mächtige Hauptaltar aufgestellt und vom Weihbischof aus Bamberg eingeweiht. Er wird wohl aus der Werkstatt des Nürnberger Meisters Michael Wohlgemut stammen. Dort waren die Bildschnitzer für die figuralen Teile und die Faßmaler für das malerische Fassen wie Vergolden der Plastiken tätig.
Der Choraltar nimmt durch seine Größe eine beherrschende Wirkung ein, insbesondere die fünf fast lebensgroße Figuren im Mittelschrein des Zweiflügelaltares. In der Mitte stehen Maria, die beiden Heiligen Andreas und Petrus sowie die Namenspatrone der beiden Stifter, nämlich die heilige Ursula und Bischof Wolfgang.

Maria, die Gottesmutter

Widmen wir uns nun besonders der Gottesmutter Maria. Sie ist herrschaftlich gekleidet in einem Gewand mit Goldmuster und hält in ihrer Linken ein feingliederiges Zepter. Auf ihrem rechten Arm sitzt das Jesuskind, das lebhaft mit beiden Händchen nach dem Herrschaftsstab zu greifen scheint. Das liebliche Gesicht Mariens mit dem runden Doppelkinn, dem Schönheitsempfinden damals folgend, umrahmt das gewellte offene Haar wie es Jungfrauen trugen. Aber über dem Haarreif ist ein weißes Tuch oder eine Art Haube sichtbar, die eigentlich die verheiratete Frau kennzeichnet. Über ihrem Haupt halten zwei schwebende Engel eine zierliche Krone. Der liebliche Blick ist träumerisch ins Weite gerichtet. Auffällig sind das blaue gegürtete Brokatkleid und der weite goldene Mantel. Zu ihren Füßen erkennen wir unter dem langen Gewand und den spitzen Füßchen den Halbmond mit einem Frauengesicht. Zweifellos wird Maria mit dem Kind hier als Herrscherin und Königin des Himmels begriffen – schreibt Birke Grießhammer im Kunstführer: Verborgene Kunstschätze in Fränkischen Kirchen.

ERNST BAYERLEIN

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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