Kirschgarten-Gottesdienst
Besuch vom Landesbischof Christian Kopp

Für Gertraud Switalski ging mit dem Besuch des Landesbischofs Christian Kopp ein lang gehegter Wunsch und für alle Gottesdienstbesucher ein wunderbarer Himmelfahrtstag in Erfüllung.  | Foto: Privat
  • Für Gertraud Switalski ging mit dem Besuch des Landesbischofs Christian Kopp ein lang gehegter Wunsch und für alle Gottesdienstbesucher ein wunderbarer Himmelfahrtstag in Erfüllung.
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Es ist in Igensdorf gut gelebte Tradition, an Himmelfahrt kein Kirchendach zwischen den betenden Sängern oder singenden Posaunisten haben zu wollen. Man feiert dort seit 30 Jahren Kirschgartengottesdienst im „Kerschergarten vo der Brauns Kuni”. Dieses brandneue und durchaus erfolgreiche Format, wie man es heute nennen würde, erfand Gertraud Switalski. Weil sich die Natur uns im Frühjahr verschenkt und wir nur hinschauen müssen auf den Odem Gottes, kam ihr die Idee, dieses „Gottesdienstes im Grünen”, wie er jetzt allerorts heißt. Und weil es bei uns unter dem Schutz des Lindelbergs so schön ist. Und weil ein Posaunenchor und ein Männergesangverein immer noch klangvoller klingt, wenn nur der Himmel über ihnen ist.

Alles gute Gründe, um auf die Suche nach außergewöhnlichen Predigern für diesen außergewöhnlichen Himmelfahrtstag zu gehen. Mit der begeisternden Schilderung der Kirschgartenatmosphäre, Geduld und Nachdruck gewann Gertraud nacheinander den späteren Landesbischof Hermann von Löwenich als Kreisdekan, dann Franz Peschke, später den Regionalbischof Karl-Heinz Röhling oder dessen Nachfolgerin, die heutige Oberkirchenrätin Elisabeth Hann von Weyhern als Festprediger für den Unterlindelbacher Berg. Es gelang aber nicht nur, die Leitungspfarrer der Region anzusprechen, sondern auch Prediger dieser Welt, etwa aus Tansania oder Missionspfarrer Martin Backhouse. Gertraud Switalskis Abschiedsgeschenk an ihre Gemeinde nach 48 Jahren Kirchenvorstandschaft und 30 Jahren Kirschgartengottesdienst war ein ganz besonderer Mann: Christian Kopp, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Wetterbedingt leider nicht im Kirschgarten, sondern in der St. Georgskirche, sprach der Landesbischof vom unbedingten Wagnis der Einigkeit in Kirche und Leben und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Man sang zusammen von den Waffen der ersten Christenheit und diskutierte nach der erhebenden Predigt über bodenhaftende Verwaltungsthemen im notwendigen Umbau der Kirchenstruktur. Landesbischof Kopp wies als Denker ohne Geländer den Weg auf der Himmels- bzw. Kirschgartenleiter. Der Tag war kalt, aber die Herzen warm.

Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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