Die historischen Keller
Neue Wege – mitten in Heroldsberg
- Auf einem Plateau wurde ein kleiner, nach Süden ausgerichteter Aufenthaltsbereich geschaffen. Dieser bietet verschiedene Sitzgelegenheiten sowie Informationstafeln zur Geschichte der umliegenden Patrizierschlösser.
- Foto: Dieter Kaletsch
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Sanierung und Neugestaltung der Fußwegverbindungen
Bereits seit dem Jahr 2015 gab es in Heroldsberg Überlegungen, die bedeutende Fußwegverbindung entlang der historischen Kelleranlagen zwischen dem Oberen und dem Unteren Markt aufzuwerten. Der früher als idyllischer, schluchtähnlicher Winkel wahrgenommene Bereich sowie das Umfeld „Am Felsenkeller” sollten sowohl gestalterisch als auch funktional verbessert werden.
Ab 2018 wurden die Planungen konkretisiert und ein Landschaftsarchitekturbüro mit der Ausarbeitung eines Konzepts beauftragt. Gleichzeitig erfolgte die Abstimmung mit der Regierung von Mittelfranken, die das Vorhaben im Rahmen der Städtebauförderung als förderfähig einstufte.
Erste Vorentwürfe und Kostenschätzungen wurden 2019 vorgestellt. Aufgrund der erforderlichen Erneuerung der Kirchenwegbrücke, des Neubaus der Kindertagesstätte sowie der vorgelagerten Kanalsanierung im Jahr 2021 musste die Umsetzung jedoch mehrfach verschoben werden.
Nachdem sämtliche Bodengutachten vorlagen und die konstruktiven Möglichkeiten der Böschungsausbildung geklärt waren, wurde die fortgeschriebene Planung einschließlich einer aktualisierten Kostenberechnung Mitte 2023 dem Marktgemeinderat vorgestellt. Dieser beschloss anschließend die Umsetzung des Projekts ab dem Jahr 2024.
Ab Mitte August 2024 erfolgte der Wegebau entlang der Kelleranlagen, anschließend die Erneuerung der Treppenanlage „Rennerstäffele” sowie die Umgestaltung der Verkehrsanlagen „Am Felsenkeller”. Die Gesamtmaßnahme konnte nun wie vorgesehen nach knapp zwei Jahren abgeschlossen werden.
Stattliche staatliche Förderung
Die Gesamtkosten wurden im Jahr 2023 auf rund 1,75 Mio. Euro geschätzt. Im Rahmen der Städtebauförderung wurde hierfür ein Zuschuss von nahezu 60 Prozent der förderfähigen Ausgaben bewilligt. Nach Fertigstellung belaufen sich die Gesamtkosten einschließlich der zusätzlichen Aufwendungen für die Beseitigung der Unwetterschäden vom Juli auf insgesamt 1,95 Mio. Euro. Gegenüber der im Jahr 2023 erstellten Kostenberechnung entspricht dies einer Kostensteigerung von rund 11 Prozent. 1,02 Mio. Euro der Gesamtkosten werden aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert.
Barrierearme Lösung
Die neue Wegeverbindung orientiert sich grundsätzlich am bisherigen Verlauf. Aufgrund der vorhandenen Topografie und des erheblichen Höhenunterschieds konnte jedoch keine barrierefreie Ausführung nach den geltenden Normen realisiert werden. Stattdessen wurde eine barrierearme Lösung entwickelt. Um die Steigungen möglichst gering zu halten, verläuft der Weg in einem leichten Zickzack mit bewusst gestalteten Richtungswechseln, wodurch zusätzliche Weglänge gewonnen wird.
Der kombinierte Fuß- und Radweg ist 2,50 Meter breit mit wechselseitigen Handläufen, was den Unterhalt mit den kommunalen Reinigungs- und Räumfahrzeugenerlaubt. Die Steigungen liegen zwischen 7,5 und 11 %.
An den Richtungswechseln wurden podestartige Zwischenebenen mit einer Neigung von lediglich 2,5 Prozent angeordnet. Sie dienen als Aufenthalts- und Verschnaufbereiche, insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen. Die Planung wurde im Vorfeld mit den Behindertenbeauftragten, dem Blinden- und Sehbehindertenbund sowie der Denkmalpflege abgestimmt.
Ursprünglich war vorgesehen, den Weg mit Beton-Mauerscheiben einzufassen und abzufangen. Aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse, wirtschaftlicher Vorteile und aus Gründen der Nachhaltigkeit wurde stattdessen ein begrünbares Böschungssystem in Form einer „bewehrten Erde” gewählt. Dieses reduziert den Erdaushub und fügt sich deutlich harmonischer in das historische Umfeld ein.
Von einer Sanierung und öffentlichen Nutzung der historischen Felsenkeller, die früher zur Lagerung von Bier und Feldfrüchten dienten, wird aufgrund der komplexen Rechtslage sowie der Eigentums- und Zuständigkeitsverhältnisse vorerst abgesehen.
Im Zuge der Bauarbeiten wurden außerdem die Trinkwasserleitung im oberen Bereich des Renners-täffeles sowie der dortige Kanal und ein Schachtbauwerk im unteren Bereich erneuert.
Eine besondere Herausforderung stellte der stark verwitterte Sandstein im unteren Abschnitt der Wegeverbindung dar. Aufgrund seiner unzureichenden Tragfähigkeit musste dieser vollständig ausgebaut werden. Zur Sicherung des Geländes wurden zwei Stahlbetonstützwände mit einer vorgelagerten Gabionenwand errichtet.
Mit der Fertigstellung wurde ein seit vielen Jahren geplantes und für Heroldsberg bedeutendes Projekt erfolgreich umgesetzt.
Autor:wochenblatt - Redaktion aus Eckental |
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