Stadt-Umland-Bahn
„Mission erfüllt“ für den StUB-Ostast

Die 2018 reproduzierte Infobroschüre aus dem Jahr 1996 ist hier komplett nachzulesen.
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Erleichterung und Dank für das Erreichte sowie Zuversicht prägten die Sitzung des „Landkreisübergreifenden Interkommunalen Bündnisses Ostast StUB“ LIBOS am 29. September in Heroldsberg. Neben den Vertretern der meisten der 13 LIBOS-Gemeinden sowie des StUB-Zweckverbandes und des VGN waren auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Landrat Hermann Ulm (Kreis Forchheim) und Erlangens Alt-OB Dietmar Hahlweg der Einladung nach Heroldsberg gefolgt, Landrat Alexander Tritthart (Erlangen-Höchsrtadt) hatte sich wegen anderer Termine entschuldigt.

Weichen für Neubewertung einer Bahn ins wochenblatt-Land sind gestellt

Mit Ausnahme von Kalchreuth engagieren sich seit 2018 die meiten Kommunen um das Schwabachtal (Buckenhof, Dormitz, Eckental, Erlangen, Gräfenberg, Heroldsberg, Hetzles, Igensdorf, Kleinsendelbach, Marloffstein, Neunkirchen am Brand, Spardorf, Uttenreuth und Weißenohe) für eine Neubewertung der Bahnverbindung von Erlangen Richtung Osten ein, möglichst bis Eschenau mit Anbindung an die Gräfenbergbahn. Seit einem ablehnenden Bürgerentscheid für Erlangen-Höchstadt 2015 arbeiten die Städte Erlangen, Nürnberg und Herzogenaurach in einem Zweckverband ohne den Landkreis an der Planung einer reduzierten Stadt-Umland-Bahn, die in einem „L-Netz“ die drei Städte verbinden soll.

Die Vorplanungen für den Trassenverlauf durch den Zweckverband schreiten gut voran, wie der kaufmännische Leiter Daniel Große-Verspohl in der Sitzung erläuterte, auch im Hinblick auf umstrittene Teilstrecken wie der Pegnitzquerung in Erlangen. Aktuell wird das Projekt der Regierung von Mittelfranken sowie den Finanzbehörden zur Beurteilung der Umsatzsteuerpflicht vorgelegt.

Nach der fachlichen Beurteilung werden die Bürger erneut gefragt

Nächstes großes Ziel wird die Förderantragstellung beim Bund 2023 sein. Durch den Abschluss einer Zweckvereinbarung zwischen den Landkreisen Erlangen-Höchstadt und Forchheim, der Stadt Erlangen und des bestehenden StUB-Zweckverbandes ist Einbeziehung des Ostastes in den Förderantrag wieder möglich. Der Zweckvereinbarung sieht vor, das Kosten-Nutzenverhältnis und die Förderfähigkeit eines Ostastes aufgrund neuer Zahlen und Rahmenbedingungen erneut zu untersuchen und neu zu bewerten.

Im Sommer haben der Kreistag Forchheim und der Stadtrat Erlangen diese Zweckvereinbarung einstimmig bejaht, der Kreistag Erlangen-Höchstadt hat mit zwei Gegenstimmen das Einverständnis erklärt sowie einstimmig ein anschließendes Kreistagsbegehren mit dem Ziel eines erneuten Bürgerentscheids beschlossen. Die Kosten für die Aufgaben der Zweckvereinbarung wurden auf 2 Millionen Euro geschätzt, verteilt auf drei Jahre.

Geänderte Rahmenbedingungen und Prioritäten

Gründe für eine Neubewertung des Ostastes sind im Vergleich zur Beurteilung aus 2012 (aufgrund von Zahlen aus 2005 und 2008) neue Verfahren in der Bewertung und Kosten-Nutzen-Berechnung sowie eine vereinfachte und deutlich erhöhte Förderung. Unter anderem wurden die Fördermittel mit der Novelle des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes GVFG zwischenzeitlich versechsfacht. Neu ist eine Förderung auch für Gleise auf Straßen sowie auch für Planungsleistungen, wie Große-Verspohl und Georg Förster als Sprecher der LIBOS-Gemeinden im Kreis ERH ausführten. Um die Zusammenarbeit und die Kommunikation zu verbessern, sollen nach dem Willen von LIBOS und der Städte Erlangen, Herzogenaurach und Nürnberg künftig auch Vertreter der LIBOS-Gemeinden an Sitzungen des Zweckverbandes teilnehmen.

Breite politische Zustimmung

Innenminister Joachim Herrmann versicherte den Sitzungsteilnehmern seine persönliche Unterstützung sowie die der Staatsregierung. Man sei weiter, als vor drei Jahren absehbar und brauche umweltfreundliche Verkehrsmittel, auch weil der Klimaschutz neue Prioritäten setze. Auch wenn man mit neuen Fahrradwegen gut vorankomme, sei das Projekt StUB wichtig für die Zukunftsperspektiven der Region. Es sei aber kein Selbstläufer, mahnte er, es erfordere weiterhin viel Überzeugungsarbeit.

Gastgeber und Heroldsbergs Bürgermeister Jan König erinnerte sich an seinen Schulweg von Eschenau nach Erlangen, der mit Bussen „das Jahr über schwierig, im Winter aber eine Katastrophe“ war. Seither sei das Verkehrsaufkommen auf der Straße weiter gestiegen und habe seine Kapazitätsgrenze längst überschritten. Auch wenn Heroldsberg nur indirekt vom StuB-Ostast profitieren könne, sei dieser wichtig für eine Verkehrswende und für künftige Generationen. Auf die Frage von Marloffsteins 2. Bürgermeister, wieviel Entwicklung man sich von einem Bahnausbau versprechen könne, erinnerte er an die wichtige Rolle der Gräfenbergbahn als Standortfaktor für Heroldsberg. Für Hetzles betonte Bürgermeister Michael Bayer, dass er sich durch die Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern einen Nutzen von der StUB erhoffe, auch für Gemeinden, die nicht direkt an der Linie liegen.

Erlangens OB Florian Janik wies auf den „Riesenschub“ hin, den der S-Bahn-Ausbau Richtung Forchheim gebracht habe. Die größeren Städte hätten gar nicht den Platz für wesentlich mehr Wohnraum, eine Bahn könne Stadt und Land zusammenbringen.
Auch Felix Zosel unterstrich als 2. Bürgermeister des Marktes Eckental die Bedeutung einer Bahnverbindung nach Erlangen. Bürgermeister Rudi Braun aus Weißenohe verwies auf neue Statistiken mit steigenden Bevölkerungszahlen im südlichen Landkreis Forchheim, Neunkirchens Ex-Bürgermeister Heinz Richter auf 150 neue Wohnungen allein im ehemaligen Betonwerk Hemmerlein.

„Ich kann‘s vor Glück gar nicht fassen“ zeigte sich Erlangens Alt-OB Dietmar Hahlweg begeistert von der aktuellen Entwicklung, denn „nur ein Gesamtsystem ist sinnvoll“. Schon vor 30 Jahren sei ihm neben der Förderung des Fahrradverkehrs der zukunftsfähige ÖPNV größtes Anliegen gewesen. Hahlweg war von 1972 bis 1996 Oberbürgermeister der Stadt Erlangen.
Auf eine Broschüre, die bereits 1996 die StUB-Planungen seit Anfang der 1990er Jahre dokumentierte, verwies Georg Förster, Ex-Bürgermeister von Buckenhof und LIBOS-Initiator: Damals begründeten Hahlwegs Nachfolger Siegfried Balleis, Landrat Franz Kurg (ERH) und Landrat Reinhardt Glauber (FO) die Planung der StUB als Projekt, das „morgen zur Lösung unserer Probleme unerlässlich“ ist. Die Broschüre wurde 2018 reproduziert und zählt die wichtigsten Argumente auf, so Förster. Die Entwicklung der letzten Jahre habe diese Argumente noch weiter verstärkt. Nach wie vor habe eine Bahn mehr Kapazitäten zu Stoßzeiten als ein Bussystem („da hängt man halt einen Wagen mehr dran“), fahre schneller an und biete viele weitere Vorteile.

Als Dank für sein großes und erfolgreiches Engagement bekam Georg Förster von Rudi Braun (als LIBOS-Sprecher für den Kreis Forchheim) und seiner Nachfolgerin als Bürgermeisterin von Buckenhof, Astrid Kaiser, unter großem Beifall einen großen blühenden Strauß überreicht.
 

Die 2018 ohne Änderungen reproduzierte
Broschüre aus dem Jahr 1996

  



  
Broschüre zum Download

Die 2018 reproduzierte Infobroschüre aus dem Jahr 1996 ist hier komplett nachzulesen.
Innenminister Joachim Herrmann unterstrich die große politische Zustimmung für eine Stadt-Umland-Bahn als T-Netz mit Verbindung in den Landkreis-Osten.
Autor:

wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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