Neue Periode im Bürgermeisteramt
Jan König: Routiniert und voller Tatendrang

Jan König, neuer erster Bürgermeister des Marktes Heroldsberg
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Am 1. Mai begann in Bayern die Wahlperiode der Amtsträger und Gremien, die Mitte März (bei Stichwahlen für das Bürgermeisteramt Ende März) für sechs Jahre gewählt wurden. Das wochenblatt fragt im Gespräch mit den bisherigen und künftigen Amtsinhabern nach ihren persönlichen Eindrücken von den zurückliegenden Perioden und dem Start in die Amtszeit. Nach den beiden neuen Ruheständlern Wolfgang Rast (Markt Igensdorf, Ausgabe 17/2020) und Johannes Schalwig (Markt Heroldsberg, Ausgabe 18/2020) sowie den wiedergewählten Herbert Saft (Kalchreuth, Ausgabe 19/2020) und Ilse Dölle (Ausgabe 20/2020) kommt diese Woche Jan König zu Wort. Er ging im Markt Heroldsberg mit Vorsprung in die Stichwahl, die er klar für sich entscheiden konnte, und ist seit knapp drei Wochen erster Bürgermeister.

Jan König: Voller Tatendrang

Es klingt bereits nach Routine, wenn Jan König beim direkten Anruf das Telefon abhebt und sich als Mitarbeiter des Marktes Heroldsberg meldet. „Natürlich, habe mich ja jetzt schon ein paar Wochen eingewöhnt.“ Die Osterferien und freiere Zeiteinteilung beim Homeschooling kamen dem Oberstudienrat und Gymnasiallehrer bei der Einarbeitung entgegen, um sich im April bei seinem Vorgänger Johannes Schalwig einzuarbeiten. So konnte er schon vor Amtsantritt viel Zeit im Rathaus verbringen und an Amtsleiterbesprechungen teilnehmen.
Für dieses Interview hat er aber nicht viel vorbereiten müssen – außer die vorherigen Beiträge dieser Gesprächsreihe aufmerksam gelesen zu haben.Sein Weg in die Kommunalpolitik begann bereits 1998 in Eckental, wo er aufgewachsen ist. Dort wurde er vom damaligen Bürgermeister Hans Holndonner angesprochen, ob er sein offensichtliches Interesse und Engagement einbringen will. Er wurde CSU-Mitglied, aber eher passiv, weil zu diesem Zeitpunkt keine Wahlen anstanden. 2003 war er nach der Landtagswahl aber wieder aus der CSU ausgetreten. Denn der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber hatte vor der Wahl verkündet, es gäbe keine Umstellung auf ein achtjähriges Gymnasium, um gleich nach der Wahl eben dieses G8 einzuführen. Weil König sich nicht „vom eigenen Parteivorsitzenden anlügen“ lassen will, trat er als Konsequenz aus der Partei aus.
Nach dem Staatsexamen und dem Umzug nach Heroldsberg 2004 wurde Jan König durch die Bürgerinitiative gegen den Gewerbepark Südost kommunalpolitisch aktiv. Zunächst ohne Bezug zu einer Partei, wobei die Mitstreiter Roland Danner, Oliver Rath und Michael Lochmüller aus der FDP kamen.
Damals habe man es seitens der Gemeinde versäumt, die Anwohner und Grundstückseigentümer aktiv in die Planung einzubeziehen. „Damals habe ich gelernt, dass es ganz wichtig ist – gerade bei so großen Projekten – die betroffenen Menschen von Anfang an mit ins Boot zu holen und auf dem gleichen Kenntnisstand zu halten.“ Der Widerstand war massiv und erfolgreich. Die Versiegelung riesiger Flächen für 14 Meter hohe, 70 Meter lange Baukörper neben lange bestehender Wohnbebauung und die drohende Enteignung eines Biobauern – „das hätte an dieser Stelle nicht gepasst. Es ist gut, dass man das nicht gemacht hat“. Ganz bewusst nach der Kommunalwahl 2008 trat er in die CSU ein, engagierte sich zunächst als Schriftführer und dann als stellvertretender Ortsvorsitzender. Seit 2014 ist er Mitglied im Marktgemeinderat und seit 2016 Vorsitzender der Fraktion.
Eine der angenehmsten Erinnerungen an die Zeit vor der Wahl ist noch ganz frisch: Die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Heroldsberg haben den Gemeinderat und heutigen Bürgermeister beeindruckt. Der Kommersabend, der Umzug, der Festbetrieb… „das war schon eines der Highlights. Ich glaube auch nicht, dass es so schnell wieder so ein Riesenfest für Heroldsberg geben wird.“Eine ausgesprochen unangenehme Erinnerung will ihm dagegen gar nicht einfallen. Der Hoffnung, dass das so bleiben möge, stimmt er gerne zu.
Aktuelle Leserbriefe im wochenblatt weisen darauf hin, dass es hohe Erwartungen an den neuen Bürgermeister gibt, wobei in manchen Dingen der Einfluss der Kommune begrenzt ist.
Sein Vorgänger hat Jan König durchaus einiges mit auf den Weg gegeben und ihn „sehr gut eingeführt“ in die Aufgaben. Schalwig habe ihn gebeten, „die gute Stimmung im Rathaus weiter zu pflegen und alles Erdenkliche dafür zu tun, die sehr, sehr guten Mitarbeiter weiter hier in Heroldsberg zu halten. Damit es hier so gut weiterläuft in der Verwaltung“.
Als neuer Chef fühlt sich der Bürgermeister in der Verwaltung sehr willkommen und akzeptiert und bei allen Fragen voll unterstützt. Das macht ihm den Einstieg auch leichter: „Es macht echt Spaß, muss ich sagen“.Er gehe „jeden Tag gerne hier rüber und bräuchte momentan auch gar nicht unbedingt zwei Tage Wochenende“. Ihm würde ein Tag reichen, auch weil er voller Tatendrang ist. Wobei die Wochenend-Termine mit den Lockerungen der Corona-Einschränkungen sicher wieder zunehmen werden.
Privat freut sich Jan König wieder auf die Arbeit mit seinem Chor, vielleicht kann man nach Pfingsten wieder anfangen und sich dann langsam auf Weihnachten vorbereiten.
An seine bisherigen Schüler und Kollegen denkt er ab und an gerne zurück, aber den Schulgong und vor allem den 45-Minuten-Takt im Schulbetrieb vermisst er definitiv nicht. Ich fühle mich hier so wohl – ich bin echt froh, dass ich den Schritt gemacht habe“.

Jan König, neuer erster Bürgermeister des Marktes Heroldsberg
Schöne Momente in der Kommunalpolitik, hier beim Backofenfest in Kleingeschaidt am letztjährigen Vatertag, mit Besuch von Landrat Alexander Tritthart: Jan König freut sich auf die Zeit, in der wieder solche Veranstaltungen möglich sind.
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wochenblatt - Redaktion aus Eckental

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