Der Gloss’n Hans macht sich Gedanken
Wenn ich groß bin, werde ich…

- hochgeladen von Gloss'n Hans
Sie wer’n lachen, aber Wahlkampfendspurt und Fasching zur gleichen Jahreszeit ist seltsam. Da vermischt sich manches zum übertriebenen Mummenschanz. Dabei ist Politik nichts für Narren. Nichts ist dabei einfach, sondern alles komplex und oft abstrakt.
Abstrakt sind heutzutage auch Berufsbilder. Wenn man sich im Kindergarten- oder Grundschulalter mit Berufen befasste, hatte man es mit anschaulichen Begriffen zu tun (gerne alles m/w/d) und mit handfesten Arbeitsergebnissen: Polizisten fangen die Verbrecher, Bäcker sorgen für Brot, Metzger für Wurst, Bauern für Milch und Kartoffeln, Maurer für Wände, Dachdecker und Zimmerer für Dächer, Schneider für Kleidung, Friseure für Schönheit, Doktoren und Krankenschwestern fürs Wiedergesundwerden und Feuerwehrleute fürs Retten. Alle erkannte man an entsprechenden Mützen, Kitteln, Uniformen, Fahr- und Werkzeugen. Fragt man heutige Kinder nach den Berufen der Eltern, ergibt die Antwort oft weder eine Verrichtung noch ein Erzeugnis. Consultant, Engineering, Manager, Spezialist – was soll man damit anfangen?
In den Anfangsjahren des Farbfernsehens gab es eine Sendung namens „Was bin ich?”. Beim „heiteren Beruferaten” sollten die Gäste, deren Beruf zu erraten war, eine typische Handbewegung machen. Diese Aufgabe würde inzwischen wohl sehr oft in die Ratlosigkeit führen.
Junge Leute auf der Suche nach dem passenden Beruf sind in der zunehmend abstrakten Welt nicht zu beneiden. Ich wünsche jeder und jedem Erfolg bei dieser Wahl und hoffe auf Nachwuchs in wichtigen, oft unterbewerteten handfesten Lebensbereichen. „Politiker/in” wird übrigens nicht von der Bundesagentur als Beruf aufgelistet. Wenn ich mal groß bin, werde ich vielleicht Urlauber/in im Homeoffice. Oder auch nicht.
Ihr Gloss’n Hans
Autor:Gloss'n Hans aus Eckental |
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